Brandenburg: Kaiserschnittquote liegt bei 28 Prozent

17.08.2010 | Hannover
Potsdam, 17. August 2010 - Kaiserschnitt liegt im Trend - das ergab eine Auswertung der Versichertendaten der KKH-Allianz. Insgesamt zählte die Krankenkasse im vergangenen Jahr rund 16.700 Geburten. Davon erblickte fast jedes dritte Baby per Kaiserschnitt das Licht der Welt (32 Prozent). In Brandenburg wurden dagegen nur 28 Prozent der Babys per Kaiserschnitt geboren.

Die wenigsten Kaiserschnitte gibt es in Sachsen (24 Prozent) und Sachsen-Anhalt (26 Prozent). Die meisten Kaiserschnitte werden in den alten Bundesländern durchgeführt: Spitzenreiter ist das Bundesland Saarland mit einer Kaiserschnittquote von 37 Prozent. Auch in Hessen und Niedersachsen bekommt jede dritte Frau auf diesem Wege ihr Baby (36 Prozent).

Zum Wochenende nimmt die Zahl der Kaiserschnittgeburten ab. Während beispielsweise an einem Dienstag rund 37 Prozent Kaiserschnitte durchgeführt werden, sind es an einem Sonnabend gerade mal 17 Prozent. "Das verwundert nicht, denn es ist klar, dass planbare Geburten in die üblichen Arbeitszeiten gelegt werden", erklärt Astrid Hopfengart, Leiterin des KKH-Allianz Servicezentrums in Potsdam.

"Aufgrund der gestiegenen Zahl der Risikoschwangerschaften werden Kaiserschnitte immer häufiger durchgeführt", so Hopfengart. Zu den Risikoschwangerschaften gehört unter anderem die zunehmende Zahl der Spätgebärenden: Bei der KKH-Allianz gab es in der Altersgruppe der 40- bis 44-jährigen Frauen im vergangenen Jahr 41 Prozent mehr Geburten als 2004. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der Geburten in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen seit 2004 um 30 Prozent gesunken. Während in Brandenburg 29 Prozent in dieser Altersgruppe per Kaiserschnitt entbunden haben, waren es bei den Spätgebärenden sogar 52 Prozent. "Spätgebärende bringen häufiger als junge Frauen zusätzliche Risiken mit. Aus diesem Grund kann ein Kaiserschnitt eher infrage kommen", erklärt Hopfengart. Aber auch Übergewicht, Mehrlingsgeburten oder Querlage des Kindes können Gründe für einen Kaiserschnitt sein.

Darüber hinaus entscheiden sich immer mehr Frauen für einen sogenannten Wunschkaiserschnitt. "Vor allem Erstgebärende sind vor der Entbindung ihres Babys unsicher. Aber auch Frauen, die bei einer vorangegangenen natürlichen Geburt schlechte Erfahrungen gemacht haben, wünschen sich bei einer erneuten Schwangerschaft oftmals einen Kaiserschnitt", weiß die Gesundheitsexpertin. Deshalb rät Hopfengart, die Sorgen vor der Entbindung mit der behandelnden Ärztin oder der Hebamme ausführlich zu besprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Denn ein Kaiserschnitt sei zwar heute ein routinemäßiger Eingriff, "er kann aber auch schmerzhafte Komplikationen wie eine Wundheilungsstörung oder dauerhafte Unterbauchschmerzen auf Grund von Verwachsungen zur Folge haben."

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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