Frauen mit metastasiertem Brustkrebs wünschen sich mehr öffentliches Interesse

23.03.2009 | Berlin
Frauen mit Brustkrebs, bei denen Metastasen* diagnostiziert wurden, fühlen sich isoliert, unsicher und alleine gelassen. Zwei Drittel der Betroffenen wünschen sich mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Erkrankung und die Hälfte bemängelt ein unzureichendes Informationsangebot.

Dies ergab eine internationale Befragung von 950 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs in neun Ländern, die jetzt bei einer internationalen Brustkrebskonferenz in St. Gallen vorgestellt wurde. Die von dem forschenden Arzneimittelhersteller Pfizer unterstützte Umfrage hatte zum Ziel, die individuellen Bedürfnisse und Erfahrungen der betroffenen Patientinnen zu untersuchen.

Eine metastasierte Brustkrebserkrankung, bei der der gesamte Körper im Fokus der Therapie steht, ist eine besonders belastende Situation. Mit der Diagnose beginnt für viele Frauen und ihre Angehörigen eine Zeit der Angst und der Unsicherheit. Trotz der großen Zahl an Patientinnen, die von metastasiertem Brustkrebs betroffen sind, war bisher nur wenig über ihre tatsächlichen Bedürfnisse, Einstellungen und Erwartungen bekannt. "In vielen Ländern ist das öffentliche Interesse an Brustkrebs auf das Frühstadium beschränkt, die Aufmerksamkeit und die Hilfsangebote für Frauen, bei denen der Krebs schon im Körper gestreut hat, sind dagegen noch sehr gering", erklärte Professor Lesley Fallowfield, Krebsforschungsabteilung der Universität Sussex, Großbritannien, und einer der Koordinatoren der Befragung. Um die besondere Situation dieser Frauen näher zu beleuchten, wurden 950 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs zwischen September 2008 und Februar 2009 in neun Ländern** zu ihren Bedürfnissen, Erfahrungen und ihrer psychosozialen Unterstützung befragt [1]. Zwei Drittel der Patientinnen (67 Prozent) wünschen sich, dass metastasiertem Brustkrebs mehr öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird.

Die Krankheit steht offenbar im Schatten der medialen Berichterstattung. Viele betroffene Frauen fühlen sich ausgegrenzt und allein gelassen: 44 Prozent gaben an, nicht öffentlich über ihr Leiden sprechen zu können. Die notwendige emotionale Unterstützung finden die betroffenen Frauen nach eigenen Angaben in erster Linie bei den behandelnden Onkologen und Krankenschwestern. Von anderen Seiten, wie Eltern (44 Prozent) Kollegen (32 Prozent), Wohltätigkeitsorganisationen (45 Prozent) oder religiösen Gemeinschaften (36 Prozent), mangelt es dagegen an Unterstützung.

Informationsmaterial noch unbefriedigend

Obwohl sich die Mehrzahl der Befragten (67 Prozent) durch den metastasierten Brustkrebs in vielen Lebensbereichen beeinträchtigt fühlt, gab eine Mehrheit (66 Prozent) der Befragten an, ihr Leben noch genießen zu können. Jede zweite Patientin war sogar überzeugt, den Krebs besiegen zu können. Dabei zeigen die Frauen viel Eigeninitiative: Drei Viertel der Frauen (75 Prozent) gaben an, sich selbstständig über ihre Erkrankung zu informieren, um mehr darüber zu lernen. Bessere Kenntnisse über den Brustkrebs spielen eine wichtige Rolle beim erfolgreichen Umgang mit der Erkrankung. Dabei kritisierte jede zweite Patientin, das vorhandene Informationsmaterial erfülle nicht ihre Erwartungen. 82 Prozent der befragten Frauen wünschten sich verständliche und leicht zu erhaltende Informationen insbesondere zu den neuesten Forschungsergebnissen und Behandlungsmöglichkeiten.

Metastasierter Brustkrebs - Fast ein Drittel der Frauen betroffen

Brustkrebs ist nach wie vor der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums wurde im Jahr 2004 bei rund 57.000 Frauen in Deutschland die Diagnose Brustkrebs gestellt [2]. Trotz einer zunächst erfolgreichen Behandlung kann es passieren, dass einzelne Krebszellen sich der ersten Therapie entziehen und sich früher oder später in anderen Organen ansiedeln. Nur bei einem kleinen Teil der Patientinnen hat sich der Krebs schon zum Zeitpunkt der ersten Diagnose erkennbar im Körper ausgebreitet. Häufiger kommt es nach zunächst erfolgreicher erster Behandlung mit Operation und Begleittherapie im Verlauf zu einem Rückfall, bei dem sich Krebszellen auch über die Brust hinaus ausgebreitet haben [2]. So entwickeln rund 30 Prozent der Frauen, bei denen der Brustkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wurde, im Laufe der Zeit Metastasen [3]. Diese können insbesondere die Knochen, die Lunge oder die Leber befallen [4]. Wenn solche Metastasen auftreten, ist mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln nur selten eine dauerhafte Heilung zu erreichen. Ziel der Behandlung ist die Linderung von Symptomen, Verzögerung der Progression des Tumors, die Verbesserung der Lebensqualität und eine Verlängerung der Lebenszeit [3].

Quelle: Pressemeldung Pfizer Pharma GmbH

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