Früherkennung schützt Schwangere und ihr ungeborenes Kind

02.12.2009 | Mannheim
Roche-Biomarkertests grenzen Präeklampsie von anderen Bluthochdruckerkrankungen ab

Präeklampsie ist eine Bluthochdruckerkrankung, die bei drei bis fünf Prozent der Schwangeren in Deutschland auftritt und sowohl für die schwangere Frau als auch für ihr ungeborenes Kind gefährlich ist. Eine frühzeitige Diagnostik der Präeklampsie ist daher immens wichtig. Dazu dienen zwei Angiogenese-Faktoren, die im Verlaufe der Schwangerschaft in signifikanter Höhe und einem definierten zeitlichen Verlauf auftreten und daher zur Differentialdiagnostik der Präeklampsie herangezogen werden können. Roche bietet seit Juni 2009 zwei Routinetests an.

Die Präeklampsie gehört zu den schwangerschaftsbedingten Bluthochdruckerkrankungen. Sie weist als Leitsymptome eine Hypertonie (> 140/90 mm Hg) und eine Proteinurie (> 300 mg/24 h) auf, macht sich mit Unwohlsein, Augenflimmern und Kopfschmerzen bemerkbar und kann nach der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Wasser lagert sich im Gewebe ein, der Blutdruck steigt; in schweren Fällen drohen Nieren und Leber zu versagen. Daher handelt es sich bei Präeklampsie um eine Bluthochdruckerkrankung. Die Krankheit wird auch als Toxikose, EPH (Edema = Ödem, Proteinurie = Eiweißausscheidung im Urin, Hypertonie = Bluthochdruck)-Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet.

Bei einem Mediengespräch der Roche Diagnostics GmbH in Mannheim am 2. Dezember erläuterte Prof. Dr. Holger Stepan, Leiter der Abteilung Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, die Ursachen der Präeklampsie. Demnach gehen Wissenschaftler nach derzeitigem Wissensstand davon aus, dass die Präeklampsie durch eine plazentare Fehlfunktion entsteht, die mit den beiden Angiogenese-Faktoren PlGF (Placental Growth Factor Receptor) und sFlt-1-Faktor (soluble fms-like tyrosine kinase-1) zusammenhängen. Diese steuern das Wachstum (PlGF) beziehungsweise die Rückbildung (sFlt-1-Faktor) der während der Schwangerschaft zur Versorgung des Fötus benötigten Blutgefäße. Bei Frauen mit Präeklampsie werden erniedrigte PlGF-Konzentrationen und erhöhte sFlt-1-Werte gemessen.

"Hier setzt die Diagnostik an", so Jürgen Redmann, Mitglied der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH. "Die Tests Elecsys PlGF und Elecsys sFlt-1 dienen kombiniert dazu, die Präeklampsie von anderen Bluthochdruckerkrankungen während der Schwangerschaft abzugrenzen und frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen." Verschlechtert sich der Zustand der werdenden Mutter bei Präeklampsie deutlich, muss das ungeborene Kind umgehend entbunden werden, da eine kausale Therapie fehlt. "Die Diagnose mit den Elecsys PlGF und Elecsys sFlt-1-Tests hilft dem Arzt bei der Entscheidung über eine Weiterbehandlung in einer pränatalen Fachklinik", so Dr. Uwe Oberländer, Leiter Marketing Labordiagnostik der Roche Diagnostics GmbH. Hier können erkrankte Mütter kontinuierlich betreut und überwacht werden.

Zur Präeklampsie

Die Präeklampsie kann sich zu einer Eklampsie entwickeln, die mit schweren Krampfanfällen verbunden ist und das Leben von Mutter und Kind akut bedroht. Eine zweite akute und lebensbedrohliche Komplikation der Präeklampsie ist das "HELLP-Syndrom" (Hämolyse, Elevated Liver Enzymes, Low Platelets). Dabei zerfallen rote Blutkörperchen (Hämolyse), die Anzahl der Blutplättchen sinkt und die Blutgerinnung ist beeinträchtigt. Die Folgen können Nieren- und Leberversagen, innere Blutungen und ein plötzliches Ablösen des Mutterkuchens (Plazenta) sein. Auch ohne diese schwerwiegenden Folgen gefährdet die Präeklampsie die normale Entwicklung des Kindes im Mutterleib.

Bei der Entwicklung der plazentaren Blutgefäße spielen zwei Wachstumsfaktoren eine entscheidende Rolle. Während der Pro-Angiogenese-Faktor PlGF die Gefäßbildung stimuliert, unterdrückt sie der Anti-Angiogenese-Faktor sFlt-1 (soluble fms-like tyrosine-kinase-1). Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass eine Fehlfunktion der Plazenta die Bildung dieser Substanzen verändert. So weisen Schwangere mit einer Präeklampsie deutlich niedrigere PlGF- und erhöhte sFlt-1-Konzentrationen im Serum auf.

Zu den Elecsys PlGF und Elecsys sFlt-1-Tests

Die beiden neuen Parameter PlGF und sFlt-1 erleichtern die Diagnose "Präeklampsie" maßgeblich, weil sie eine bessere Abgrenzung dieser gefährlichen Schwangerschaftshypertonie von klinisch weniger relevanten Hochdruckerkrankungen während der Schwangerschaft ermöglichen. Vor allem der Quotient sFlt-1/PlGF ist aufgrund seiner hohen klinischen Sensitivität und Spezifität von großer Bedeutung und den Ergebnissen der Einzelparameter überlegen. Die beiden neuen Tests Elecsys PlGF und Elecsys sFlt-1 zeichnen sich durch gute Präzision, große Messbereiche und kurze Testzeiten in Verbindung mit hoher klinischer Sensitivität und Spezifität aus. Die Testzeit von nur 18 Minuten unterstützt die zügige Befundung und die gegebenenfalls kurzfristig notwendige Einleitung klinischer Maßnahmen. Elecsys PlGF und Elecsys sFlt-1 können auf den Immunologiesystemen Elecsys 2010, cobas e 601, cobas e 411 sowie MODULAR ANALYTICS E170 random access mit den anderen Elecsys Assays in jedem Routinelabor schnell und einfach bestimmt werden.

Quelle: Pressemeldung Roche Deutschland Holding GmbH

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