Für weniger Angst bei Brustkrebs
Diagnose Brustkrebs. Für eine Frau gibt es kaum eine schrecklichere Nachricht. "Zunächst konnte ich gar nicht erfassen, was der Arzt mir da sagte. Ich merkte nur, wie eine riesengroße Angst in mir hochstieg. Dann wirbelten 1000 Fragen in meinem Kopf herum", beschreibt Brustkrebspatientin P. ihren Zustand nach der Mitteilung des Befunds. Für Frau P. war es daher eine große Erleichterung, dass sie unmittelbar nach der Diagnose Kontakt zu mammaNetz, einer Begleit- und Orientierungsstelle für Frauen mit Brustkrebs, bekam. "Nach der Diagnose befindet sich die Patientin in einem psychischen Ausnahmezustand. Viele Patientinnen werden zwar von kompetenten Spezialisten behandelt, haben jedoch nur wenig Orientierung hinsichtlich der vielen Fragen, die mit dem Thema verknüpft sind. Der mangelnde Überblick verstärkt die Angst und kostet zusätzlich Kraft", bestätigt Andrea Thorenz, Projektleiterin von mammaNetz.
Nach der Erstdiagnose tritt die Patientin in Kontakt mit ihrer Case Managerin, die sie während des gesamten Krankheitsverlaufs beraten und betreuen wird. Die Case Managerin tröstet und beruhigt die Patientin, vor allem aber informiert sie. Dabei geht es auch um ganz praktische Fragen, wie beispielsweise "Wer kümmert sich um die Kinder, während die Mutter im Krankenhaus liegt?" oder "Gibt es finanzielle Unterstützung beim Kauf einer Perücke?" Gleichzeitig leistet die Case Managerin Netzwerkarbeit: sie sorgt für eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Ärzten, Selbsthilfegruppen und anderen relevanten Leistungserbringern. In der Augsburger Region gibt es mittlerweile ein Netzwerk mit über 200 Einrichtungen. "Durch die Verzahnung verschiedener Spezialisten und die ganzheitliche Betreuung durch eine Ansprechpartnerin erhält die Patientin Sicherheit und Orientierung in unserem hochkomplexen Gesundheitssystem", erklärt Horst Erhardt, Geschäftsführer des Augsburger beta Instituts für angewandtes Gesundheitsmanagement und Initiator von mammaNetz.
Eine kürzlich veröffentlichte Begleitstudie belegt, dass die Ängste von brustkrebskranken Frauen durch die mammaNetz-Betreuung um zwei Drittel reduziert werden und sich Lebensqualität und Informationsstand deutlich verbessern. Davon profitieren insbesondere auch die involvierten Ärzte. "Die bessere Mitarbeit der Patientin in der Therapie hat meine Arbeit erleichtert", dieser Aussage stimmten über 40 Prozent der Studienteilnehmer zu." "Die Brücke von der vorstationären Behandlung bis zur Nachsorge ist für den Behandlungserfolg extrem wichtig. Die meisten Ärzte können sich jedoch nicht ausreichend darum kümmern. Hier setzt mammaNetz sehr erfolgreich an", so Professor Dr. Arthur Wischnik, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Augsburg. Durch die positiven Ergebnisse der Studie ermutigt, führen weitere Regionen das Modell mammaNetz ein: In Coburg, Nordhorn und Meppen haben Einrichtungen bereits mit der Arbeit begonnen.
Patientin P. braucht keine Studienergebnisse, um die Bedeutung von mammaNetz zu ermessen. Insgesamt ein Jahr wurde sie von ihrer Case Managerin unterstützt und 35 Stunden betreut. "Ich konnte jederzeit dort anrufen und bekam durch die Gespräche mit meiner Case Managerin viel Halt und Kraft, um meinen Weg für mich und meine Kinder zu gehen. Egal, ob es um berufliche oder familiäre Belange in der Erkrankungszeit ging, mammaNetz war immer für mich da." Und weiter: "Vor allem aber finde ich mammaNetz wichtig für Menschen, die alleine sind - die niemanden haben".
Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH
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