"In manchem sind wir uns sehr ähnlich"

20.02.2009 | Frankfurt a. M.
Auma Obama spricht in "hr1-Talk" über ihren Bruder Barack

"Ich muss meinem Bruder wirklich dankbar sein, er hat den Jugendlichen gezeigt, dass alles möglich ist", sagt Auma Obama, die Schwester des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, in der Radiosendung "hr1-Talk". Die studierte Germanistin arbeitet in Kenia für die Hilfsorganisation "Care International" mit benachteiligten Jugendlichen. In hr1 spricht sie vor allem über ihren berühmten jüngeren Bruder, der aus der zweiten Ehe ihres Vaters stammt. Die Sendung, die am Sonntag, 22. Februar, von 10 bis 12 Uhr ausgestrahlt wird, ist unter www.hr1.de auch als Livestream zu hören und steht überdies als Podcast zur Verfügung.

Der Erfolg von Barack Obama bedeute für Kenia enorm viel: "Die Kenianer sind alle zehn Meter groß geworden. Alle unsere Köpfe sind im Himmel! Wir sind sehr, sehr stolz. Man merkt, dass eine neue Energie im Land ist", sagt die 49-jährige Auma Obama, die in Kenia geboren ist und von 1980 bis 1996 in Deutschland studierte und ihren Doktor machte. Weil in Deutschland oft von ihrem "Halbbruder" Barack die Rede sei, betont sie ausdrücklich: "Die Tatsache, dass mein Bruder eine andere Mutter hat, macht aus ihm in unserer Kultur keinen Halbbruder. Unsere Gesellschaft ist polygam, wir haben mehrere Mütter. Die Mutter von Barack ist auch meine Mutter. Und seine Schwester in Indonesien ist auch meine Schwester."

Seit Auma Obama denken konnte, wusste sie, dass sie in den USA einen Bruder namens Barack hat. "Mein Vater hat immer gesagt, wir sollten uns schreiben, aber als junges Mädchen hatte ich kein Interesse daran, das war mir zu weit weg." Sie war bereits Mitte zwanzig, als sie Barack zum ersten Mal traf. Auma Obama flog aus Deutschland in die USA und quartierte sich erst einmal bei einer deutschen Freundin ein: "Ich musste ja einen Plan B haben, falls es nicht klappte", erzählt sie. "Aber wir waren uns sofort vertraut", so Auma Obama in hr1.

"Ich glaube, in manchem sind wir uns sehr ähnlich", sagt sie. "Mein Bruder will etwas ändern, will, dass es den Menschen besser geht. Und mir geht es genauso. Mein Bruder sagt immer: "I am blessed", ich bin gesegnet - das ist ja auch die Übersetzung seines Namens Barack. Und auch ich habe dieses Gefühl, weil ich die Möglichkeit habe, jungen Leuten Türen zu öffnen. Wir sind beide überzeugt, dass die Jugend die Zukunft ist".

Auma Obama unterstützt für "Care" Organisationen, die mit Hilfe des Sports armen Jugendlichen eine Perspektive eröffnen wollen. "Es geht nicht darum, dass sie Sportstars werden, sondern um das, was sie sonst lernen. Wir kümmern uns um die Aids-Vorbeugung, wir klären die jungen Mädchen auf, damit sie nicht ungewollt schwanger werden, wir tun viel in Sachen Umweltschutz: Wer zum Beispiel seine Nachbarschaft sauber hält, bekommt Punkte, die auch für den Sieg bei einem Turnier zählen".

Barack Obama habe sich seit seinen Zeiten in Chicago, wo er anfangs als eine Art Sozialarbeiter tätig war, nicht grundsätzlich verändert, findet Auma Obama. "Was er ist, was er macht und woran er glaubt, ist nur größer geworden und hat mehr Leute erreicht. Und mehr Leute sind überzeugt von dem, was er versucht".

Die große öffentliche Begeisterung für ihn zu erleben, sei manchmal merkwürdig, sagt Auma Obama nachdenklich. "Denn für mich ist er nicht ein Star, auch wenn ich sehr stolz auf ihn bin. Manchmal ist es befremdend und manchmal staune ich einfach, wie er das geschafft hat, so viele Menschen zu bewegen, nicht nur national, sondern global." Bei der feierlichen Amtseinführung ihres Bruders im Januar in Washington habe sie besonders berührt, ihn dort oben auf dem Podium zu sehen. "Das war für mich, als ob er angekommen sei. Und ich war froh, dass ich dabei sein konnte".

Die Beziehung zwischen den Geschwistern habe sich durch die Präsidentschaft nicht verändert: "Ich bin immer noch ich und er ist mein Bruder. Und wenn ich mit ihm reden will, dann rufe ich ihn an. Politik und unser Privatleben trenne ich ganz einfach." Angst um ihre Bruder habe sie nicht: "Warum?"

Quelle: Pressemeldung Hessischer Rundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts

Dieser Beitrag wurde bisher 78 mal gelesen.
(Rang 442 auf schwangerschafts-tipps.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Keine Zeit für Ausflüchte

28.10.2011 | Zur Vorlage des 8. Familienberichts erklären Ekin Deligöz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Katja...

weiter in Keine Zeit für Ausflüchte ...

Neue Chorsammlung von Carsten Gerlitz präsentiert internationale Folkmelodien

17.10.2011 | Die "Choir Books" von Carsten Gerlitz gehören längst zum Standard-Repertoire für Freunde der populären...

weiter in Neue Chorsammlung von Carsten ...

Impftermine der Kinder nie wieder vergessen!

25.05.2011 | Einen neuen Service finden Eltern auf der Internetseite impftipp.de: Ab sofort können sie sich per SMS oder...

weiter in Impftermine der Kinder nie wieder ...

uniVersa erhielt für Zahnzusatzversicherung die Auszeichnung "Top-Tarif" für Kinder

13.04.2011 | Die uniVersa Krankenversicherung a.G. erhielt von Focus Money Versicherungsprofi für ihre...

weiter in uniVersa erhielt für ...

Nachtsicht-Assistent bei älteren Fahrern beliebt

06.03.2011 | Ältere Autofahrer legen wert auf Sicherheitstechnik. Hersteller wie Mercedes haben das erkannt und bieten...

weiter in Nachtsicht-Assistent bei älteren ...



Aktuelles

Nutella- Etikett kann Verbraucher in die Irre führen

Die Vitamin- und Nährwertangaben sind auf dem Nutella-Glas...

weiter ...

Ministerin Schröder: Viel Lärm um wenig

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz von...

weiter ...

Neuigkeiten

Keine Zeit für Ausflüchte

Zur Vorlage des 8. Familienberichts erklären Ekin Deligöz,...

weiter ...

Neue Chorsammlung von Carsten Gerlitz präsentiert internationale Folkmelodien

Die "Choir Books" von Carsten Gerlitz gehören längst zum...

weiter ...

Weitere Themen

Kinderkommission zum Tag der Kinderrechte am 20. November 2011

Vor 22 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der...

weiter ...

Wege zur Adoption - Wie der Familienzuwachs doch noch Wirklichkeit werden kann

Zahlreiche Paare, denen eigener Nachwuchs verwehrt geblieben...

weiter ...

Archiv

Verliebt und verwirrt - hilfreiche Tipps für Teens

Pickel treten in Invasionen auf, die Körperbehaarung sprießt...

weiter ...

Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld

Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für...

weiter ...

Verschiedenes

Erneut ausgezeichnet - BAFA als familienfreundlicher Arbeitgeber rezertifiziert

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)...

weiter ...

Das Kindergeld neu denken!

Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG begrüßt SPD-Forderung nach...

weiter ...