Influenza A ("Schweinegrippe"): Die häufigsten Fragen und Tipps für den Grippeschutz

10.08.2009 | München
Seit Wochen bestimmt ein Thema die Schlagzeilen: die so genannte "Schweinegrippe". Das Virus breitet sich inzwischen auch in Europa weiter aus. Dr. Manfred Lucko, Betriebsarzt der Allianz SE, gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zur Influenza A (H1N1) Pandemie.

allianzdeutschland.de: Was ist eine Pandemie?

Dr. Manfred Lucko: Von einer Grippe-Pandemie spricht man, wenn sich ein Grippe-Virus länder- und kontinentübergreifend ausbreitet und eine große Zahl von Menschen erkrankt. Grippeviren sind anfällig für Mutationen und neigen daher dazu, sich ständig zu verändern. So kann aus einem Virus, das bei Tieren verbreitet ist, plötzlich ein Virus werden, das auch für Menschen gefährlich ist. Zu einer Pandemie kann es kommen, wenn durch Mutationen oder durch den Austausch von Genen verschiedener Grippeviren ein neues, bisher unbekanntes Grippevirus entsteht, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Da das menschliche Immunsystem auf das neue Virus nicht vorbereitet ist, kann es dieses nicht oder nur schwer bekämpfen. Die neuen Grippeviren können sich daher sehr leicht und schnell ausbreiten.

allianzdeutschland.de: Welche Symptome weisen auf eine Infektion mit der Schweinegrippe hin?

Dr. Manfred Lucko: Die neue Grippe verläuft nach wie vor ähnlich wie eine normale Grippe, allerdings ist die Ansteckungsgefahr höher. Typisch für die H1N1-Grippe-Erkrankung sind plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl, Fieber über 38 C, trockener Reizhusten, Muskel- u./o. Kopf- und Halsschmerzen. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden im Laufe weniger Tage wieder ab. Bei Risikogruppen (Säuglinge, Schwangere, Personen mit chronischen Lungen, Leber- oder Herz-Kreislauferkrankungen) können sich Komplikationen ergeben. Sollten Sie bei sich oder einem Ihrer Angehörigen eine Ansteckung mit H1N1 befürchten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Sofern sich eine Diagnose bei Ihnen oder einem Ihrer nächsten Angehörigen bestätigt, sollten Sie zuhause bleiben, um nicht weitere Menschen zu infizieren.

allianzdeutschland.de: Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen?

Dr. Manfred Lucko: Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich gründlich 20 bis 30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern. Vermeiden Sie es, Mund, Nase oder Augen mit den Händen zu berühren, weil auf diesem Weg Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen können. Außerdem sollten Sie hygienisch husten und niesen. Halten Sie dabei Abstand zu anderen Personen. Husten und niesen Sie in ein Einmaltaschentuch oder in Ihre Armbeuge, auf keinen Fall in die Hand. Das Taschentuch gehört nach einmaliger Benutzung sofort in den Abfall.

allianzdeutschland.de: Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Dr. Manfred Lucko: Die Influenza A wird weiterhin von der World Health Organization als moderat eingestuft. Jedoch scheint das Risiko einer Ansteckung höher zu sein als bei einer saisonalen Grippe.

allianzdeutschland.de: Wann wird es voraussichtlich einen Impfstoff geben, und für wen wird eine Impfung empfohlen?

Dr. Manfred Lucko: Zurzeit wird ein Impfstoff gegen das Influenza A Virus (H1N1) entwickelt. Mit dessen Auslieferung ist Ende September/Anfang Oktober dieses Jahres zu rechnen. Geimpft werden im ersten Durchgang all die Menschen, die aufgrund ihres Berufs in Kontakt zu Infizierten kommen könnten. Hierzu gehören insbesondere Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind, bei der Feuerwehr, Polizei und auch bei Rettungsdiensten arbeiten. Darüber hinaus erfolgt eine Impfung gegen das H1N1-Virus bei Risikogruppen wie chronisch Kranken, zum Beispiel Diabetikern und Asthmakranken, schwer Übergewichtigen sowie Schwangeren. Wer nicht zu diesen Risikogruppen zählt und sich impfen lassen möchte, muss mit einer gewissen Wartezeit rechnen, da in Deutschland zunächst nur für etwa 25 Millionen Menschen Impfstoff zur Verfügung stehen wird."

allianzdeutschland.de: Ich bin Kunde der Allianz Privaten Krankenversicherung, übernimmt die Allianz die medizinischen Kosten?

Dr. Manfred Lucko: Die Allianz Private Krankenversicherung erstattet die ärztlichen und labordiagnostischen Untersuchungen, sowie die Medikamente zur Behandlung der Influenza A, wenn vom Arzt zur Therapie verordnet. Dazu gehören Tamiflu" (Oseltamivir) und Relenza" (Zanamivir). Eine Impfung gegen die Schweinegrippe wird bei Risikogruppen (siehe oben) erstattet. Im Moment ist der Impfstoff allerdings noch nicht fertig entwickelt, der genaue Zeitpunkt seiner Verfügbarkeit ist daher noch offen.

Quelle: Pressemeldung Allianz Deutschland AG

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