Männer ignorieren Schmerz - Frauen suchen Trost

25.08.2010 | Köln
Wer ist schmerzempfindlicher, Männer oder Frauen? Eine Frage, die zwischen den Geschlechtern immer wieder für Zündstoff sorgt. Die Gesundheitsexperten der Central Krankenversicherung klären auf: "Männer ertragen Schmerz besser als Frauen. Letztere entwickeln dafür effizientere Strategien, um mit Schmerzen umzugehen", Untersuchungen zeigen zudem: Nicht nur Männer wollen das andere Geschlecht durch ihre Zähigkeit beeindrucken.

Auch Frauen scheinen Schmerzen bedeutend länger auszuhalten, wenn ein Mann anwesend ist. Unter central.de/rundum-gesund erfahren Sie, wer bei welcher Schmerzart empfindlicher ist.

Im Alltag gibt es zahlreiche Gelegenheiten, sich richtig wehzutun. Doch welches Geschlecht hält die Schmerzen besser aus? Verschiedene Experimente widerlegen das Klischee vom männlichen Jammerlappen und der zähen Frau: Die weiblichen Teilnehmerinnen einer Studie der Universität Mainz äußerten ihre Schmerzen bereits bei einer niedrigeren Reizschwelle als ihre männlichen Pendants. Weitere Versuche zeigten, dass Männer ihre Schmerzen auch über einen längeren Zeitraum ertragen konnten als Frauen.

Bei den Frauen wirkten sich die Schmerzen dafür weniger stark auf die Stimmungslage aus als bei Männern. Dies hängt auch mit der Art und Weise zusammen, wie beide Geschlechter mit Schmerzen umgehen. "Frauen suchen eher Trost bei anderen Menschen, während Männer versuchen, Schmerzen zu ignorieren oder sich in Durchhalteparolen üben - vor allem, wenn Frauen anwesend sind", erläutert Dr. med. A. Michael Überall, Experte der Central Krankenversicherung und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. In Gegenwart von Männern beißt jedoch auch das weibliche Geschlecht die Zähne zusammen: So hielten sowohl ein Mann als auch eine Frau ihre Hand etwa doppelt so lange in Eiswasser, wenn eine Person des jeweils anderen Geschlechts zugegen war.

Für die niedrigere Schmerzschwelle von Frauen verantwortlich sind:

Evolutionsbiologische Faktoren: Frauen sind in evolutionsbiologischer Hinsicht für den Schutz und die Versorgung des Nachwuchses zuständig. Die Fürsorge der Frau für ihre Kinder geht einher mit einer höheren Sensibilität für die Warnsignale des eigenen Körpers.

Soziale Faktoren: Die unterschiedlichen Geschlechterrollen beeinflussen nach wie vor die Art, Schmerzen zu äußern. Bereits im Kindesalter wird von Jungen erwartet, dass sie ihre Schmerzen kontrollieren - eine Haltung, die sie dann auch als Erwachsene beibehalten.

Biologische Faktoren: Das weibliche Geschlecht ist im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutiger als das männliche. Dadurch erreichen Schmerzreize leichter die körpereigenen Rezeptoren und werden stärker wahrgenommen. Zudem funktionieren schmerzhemmende Mechanismen bei Männern deutlich effizienter als bei Frauen.

Hormonelle Faktoren: Das männliche Geschlechtshormon Testosteron dämpft die Wirkung von Schmerzreizen. Das wichtigste weibliche Sexualhormon, Östrogen, hingegen steigert das Schmerzempfinden sogar.

Genetische Faktoren: Verschiedene, im menschlichen Genom kodierte Proteine scheinen ebenfalls dazu beizutragen, dass Frauen schmerzempfindlicher sind als Männer.

Quelle: Pressemeldung Central Krankenversicherung AG

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