Nur noch jede zehnte Frau nimmt Hormone in den Wechseljahren: Brustkrebszahlen sinken

31.07.2009 | Hamburg
Eine aktuelle Studie zeigt: Seit deutsche Frauen weniger Hormone in den Wechseljahren einnehmen, gibt es auch weniger Brustkrebs-Fälle.

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 57.000 Frauen an Brustkrebs. Prominente Beispiele wie Anastacia, Kylie Minogue oder Sylvie van der Vaart erwecken den Eindruck, dass der Schicksalsschlag immer jüngere Frauen ereilt. Dennoch ist ein Großteil der Betroffenen zwischen 45 und 65 Jahren alt und damit in den Wechseljahren.

Viele Frauen nehmen in der Menopause Östrogen-Gestagen-Präparate, um so Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen. Doch mit der Hormonersatztherapie gehen hohe Risiken einher: "Wer Hormone einnimmt, ist häufiger von Brustkrebs, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Thrombosen betroffen", sagt Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements der Techniker Krankenkasse (TK).

"Nachdem 2002 die ersten Studien zur Hormonersatztherapie erschienen sind, haben wir unsere Versicherten über die Risiken informiert", erklärt Voermans von der TK. Seitdem verzichten immer mehr Frauen auf Hormonpräparate: Nach Zahlen des TK-Gesundheitsreports nahmen im Jahr 2000 noch 37 Prozent der Frauen zwischen 45 und 65 Jahren Hormone ein. 2008 lag der Anteil nur noch bei 11,6 Prozent. Eine deutsche Studie bestätigt nun, dass seitdem auch weniger Brustkrebsfälle auftreten: Bei den 50- bis 59-Jährigen sank die Zahl zwischen 1996 und 2005 um 12 Prozent. "Das aktuelle Material bestätigt nun, dass es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren gibt."

"Frauen sollten gemeinsam mit ihrem Arzt Risiken und Nutzen einer Hormonersatztherapie sorgfältig abwägen", so die TK-Expertin. "Auf 10.000 Frauen, die Östrogene und Gestagene einnehmen, kommen pro Jahr etwa acht zusätzliche Brustkrebsfälle." Eine aktuelle Studie aus Dänemark geht zudem davon aus, dass auch jeder zwanzigste Eierstockkrebs auf die Hormonersatztherapie zurückzuführen ist.

Quelle: Pressemeldung Techniker Krankenkasse

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