Vorteile einer aktiven Schwangerschaft

25.05.2009 | Schwäbisch Gmünd
Aktive Frauen fühlen sich während und nach der Schwangerschaft deutlich wohler als passive Schwangere.

Dies ergibt eine Befragung von 1514 schwangeren Frauen, die das Psychologische Institut der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der Gmünder ErsatzKasse GEK durchgeführt hat. Obwohl die meisten Schwangeren einen positiven Effekt durch Bewegung erwarten, treiben allerdings lediglich 58 Prozent regelmäßig Sport.

Im Jahr 2008 hat die Gmünder ErsatzKasse durch das Psychologische Institut der Deutschen Sporthochschule Köln 1.514 Frauen befragen lassen, die sich im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft befanden. Wesentliches Ergebnis: Die als bewegungsaktiv eingestuften Frauen machten durchweg positivere Angaben zum eigenen Wohlbefinden, zu ihrer sozialen Eingebundenheit und zur Qualität ihres Schlafes. Sie zeigten deutlich mehr soziale Kontakte, günstigere Erholungs- und Stressbewältigungsmaßnahmen sowie häufig auch ein besseres Ernährungsverhalten. Auch Beschwerden im letzten Schwangerschaftsdrittel waren in dieser Gruppe seltener.

Für Professor Jens Kleinert, den Leiter der Studie, belegt die Untersuchung einen weiteren Zusammenhang: "Bewegungs- und Sportaktivität geht insgesamt mit einem positiveren Gesundheitsverhalten einher." 42 Prozent der befragten Frauen stufte das Wissenschaftlerteam dagegen als "passiv" ein: Diese Gruppe kam auf höchstens eine Stunde Spaziergehen pro Woche, Radfahren oder Sportaktivitäten fanden kaum beziehungsweise gar nicht statt. Während unter den befragten Frauen mit Abitur 37 Prozent als bewegungspassiv eingeschätzt wurden, war der Anteil in der Gruppe der Frauen mit Real- oder Hauptschulabschluss um ein Drittel größer. Auch mangelnde soziale Unterstützung und hohe soziale Belastung, etwa bei jungen, alleinstehenden oder getrennt lebenden Frauen, wirken bewegungshemmend.

Die befragten Frauen gaben vielfältige Gründe für passives Verhalten in der Schwangerschaft an: Neben Zeitmangel, Anstrengung, Krankheit oder mangelnder Gelegenheit führte jede fünfte Schwangere an, dass ihr von Sport- und Bewegungsaktivität abgeraten worden sei.15 Prozent machten auch mangelndes Wissen verantwortlich. Dabei zeigte sich, wie sehr der Faktor "Bildung" die Wahrnehmung von Gründen und Hindernissen sowie das Gefühl von Beeinflussbarkeit bestimmt. Im zweiten Teil der Studie wurde die Selbsteinschätzung der schwangeren Frauen auf die Probe gestellt: 54 Frauen absolvierten sechs Wochen vor und 12 Wochen nach der Geburt einen leistungsdiagnostischen Belastungstest auf einem Fahrradergometer. Neben der körperlichen wurde auch die psychische Verfassung untersucht. Selbst im Vergleich zu nichtschwangeren Frauen zeigten die Schwangeren befriedigende, teils gute Herz-Kreislauf-Leistungen. Auch 12 Wochen nach der Geburt ließ sich eine unveränderte Fitness bei den getesteten Frauen nachweisen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der GEK Alexander Stütz unterstrich die umfassende Bedeutung des Sports: "Sportliche Aktivitäten zahlen sich in jeder Lebensphase aus - auch in der

Schwangerschaft."

Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK

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