Wechseljahre - alles nur Hormone?

10.06.2009 | Hamburg
DAK-Expertin rät: Ein aktiver Lebensstil hilft Beschwerden vorzubeugen

Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen - einer von drei Frauen machen die Wechseljahre schwer zu schaffen. Der Hauptgrund: Östrogenmangel. Etwa ab dem 45. Lebensjahr produziert der weibliche Körper immer weniger Sexualhormone. Viele Frauen geraten dadurch körperlich und seelisch aus dem Gleichgewicht. Aber: "Nicht allein die Hormone sind Schuld an den Wechseljahrsbeschwerden", weiß die Fachärztin für Frauenheilkunde Dr. Christiane Kutter-Deest von der DAK. "AuchVeränderungen im sozialen Umfeld oder andere einschneidende Ereignisse in der Mitte des Lebens können Frauen kurzzeitig aus der Bahn werfen." Die DAK-Expertin rät deshalb, sich möglichst früh auf die Herausforderungen vorzubereiten, um ihnen später aktiv begegnen zu können.

Das Ende der Weiblichkeit?

In den mittleren Lebensjahren fühlen sich Frauen von Problemen oft geradezu "überrollt". Besonders das so genannte "Empty Nest Syndrom" gehört dazu: Lange Jahre waren die Kinder Mittelpunkt des eigenen Lebens. Werden sie flügge und verlassen das Elternhaus, fühlen sich viele Mütter nicht mehr gebraucht. Zu den äußeren Veränderungen kommen innere. "In meiner Praxis erlebe ich oft Patientinnen, die sich nicht mehr attraktiv fühlen oder unter dem Rückgang der Libido leiden", erklärt Dr. Christiane Kutter-Deest. Ihr Rat: "Setzen Sie sich nicht unter Druck - es geht nicht darum, auf Knopfdruck leidenschaftlich zu sein. Nutzen Sie lieber die Gelegenheit, Ihren Körper und Ihre Vorlieben neu zu entdecken."

Viele Frauen erleben dadurch ihre Sexualität viel intensiver als zuvor. Halten die Probleme an, wägt der Frauenarzt individuell ab, welche Therapie am Besten hilft.

Wunderwaffe Lebensfreude

Sportlich fitte und positiv gestimmte Frauen meistern die hormonelle Umstellung oft leichter. "Das A und O ist es, sich im eigenen Körper wohlzufühlen. Zuallererst sollten dafür der Kaffee- und Nikotinkonsum reduziert werden und eine ausgewogene Ernährung im Vordergrund stehen", so Kutter-Deest. Auch Stress abbauen hilft, sich in Balance zu halten. Ein Spaziergang, Walken oder Joggen an der frischen Luft sorgt für gute Stimmung. Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga und Qigong sind ebenfalls ideale "Stresskiller" - und werden von der DAK bezuschusst. Und: Wer sich mit anderen zusammenschließt, zum Beispiel in einer Tanzgruppe, Wander- oder Sportvereinen, ist motivierter und hat mehr Freude an der Bewegung.

Geeignete Therapie finden

Es gibt Frauen, an denen die Menopause dennoch nicht spurlos vorübergeht. Bei starken Beschwerden oder ernsthaften Gesundheitsrisiken ist medizinische Hilfe notwendig: "Zur Behandlung von depressiven Verstimmungen hat sich unter anderem Johanniskraut bewährt", weiß die DAK-Expertin. Betroffene sollten ihren Frauenarzt oder einen Psychologen um Rat fragen, denn diese Mittel sind verschreibungspflichtig und sollten nur in Abstimmung mit ihm eingenommen werden. Durch den Östrogenmangel kann auch die Knochenerkrankung Osteoporose begünstigt werden. "Früher setzte man schnell auf eine Hormontherapie - diese birgt jedoch Gefahren wie ein stark erhöhtes Brustkrebsrisiko", erklärt die DAK-Expertin. Ihr Tipp: "Fragen Sie Ihren Arzt nach anderen Therapien

gegen die Osteoporose, es gibt heute wirksame Präparate, die weitaus geringere Nebenwirkungen haben."

Wechseljahre - reine Frauensache?

Was viele nicht wissen: Auch Männer kommen in die Wechseljahre. "Klimakterium virile" nennt sich das Phänomen. Bei jedem Mann sinkt der Testosteronspiegel ab dem 40. Lebensjahr um jährlich etwa ein bis zwei Prozent. Rund ein Viertel der Männer ist davon jedoch in stärkerem Ausmaß betroffen - Gereiztheit, schwindende Muskelmasse und eine geringere Belastbarkeit sind häufige Folgen.

Betroffene Männer leiden oft stärker darunter als Frauen. "Das männliche Rollenbild schreibt immer noch vor, dass Männer keine Schwäche zeigen dürfen", sagt Dr. Kutter-Deest. Sie empfiehlt, die überhöhte Leistungserwartung zugunsten eines entspannteren und gesünderen Lebensstils aufzugeben. Bei starken Beschwerden ist ein Besuch beim Urologen oder Endokrinologen ratsam.

Quelle: Pressemeldung D A K - Unternehmen Leben

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