Winn: Werdende Mütter und junge Eltern von Verpflichtung zum Bereitschaftsdienst befreien

03.07.2008 | Berlin
Angesichts des immer stärker spürbaren Ärztemangels an deutschen Kliniken hat der Hartmannbund an die Krankenhausträger appelliert, sich auch durch besonders familienfreundliche Initiativen im Wettbewerb um qualifiziertes Personal zu positionieren.

"Die Chancen einer zunehmenden Verweiblichung des Arztberufes müssen nicht nur erkannt, sondern auch ergriffen werden", sagte der Hartmannbund-Vorsitzende, Dr. Kuno Winn. Konkret schlug Winn den Klinikbetreibern vor, zu prüfen, inwieweit werdende Mütter und junge Eltern von ihrer Verpflichtung zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst befreit werden könnten. Vorbild für eine solche Praxis kann nach Winns Überzeugung eine Regelung in Bayern sein. Dort hätten sich Kassenärztliche Vereinigung und Ärztekammer auf die Möglichkeit verständigt, junge Mütter, aber auch junge Väter auf Antrag von der Notfallbereitschaft zu entbinden. Winn: "Ich bin davon überzeugt, dass es sich für die Arbeitgeber im stationären Bereich lohnt, konkret zu eruieren, wie eine solche Maßnahme an ihren Häusern umzusetzen ist. Am Ende werden diejenigen die Gewinner sein, die sich als erste auf neue Wege einlassen". Erst in einem zweiten Schritt sei es nach Überzeugung des Hartmannbund-Vorsitzenden sinnvoll, auch zu überlegen, ob entsprechende Vereinbarungen tarifvertraglich festzuschreiben seien.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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