Alkohol in der Frühschwangerschaft: Ab wann gefährlich?

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Viele Frauen plagt ein schlechtes Gewissen, wenn sie Alkohol in der Frühschwangerschaft trinken, häufig noch nicht wissend, schwanger zu sein. Doch wie gefährlich ist Alkohol in der Schwangerschaft und welche Schäden kann der Konsum verursachen?

Das „Alles oder nichts“-Prinzip

In den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung verfährt die Natur nach dem „Alles oder nichts“- Prinzip, das heißt: entweder ist die Eizelle so schwer geschädigt, dass sich diese erst gar nicht in der Gebärmutter einnistet, oder sie ist gesund und nistet sich in den ersten zehn bis 14 Tagen nach der Befruchtung in die Gebärmutter ein. Wer also Alkohol in der Frühschwangerschaft zu sich genommen hat, muss sich meist keine Sorgen um mögliche Schäden bei seinem ungeborenen Kind machen: nur eine gesunde befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein.

Ab diesem Zeitpunkt ist der Embryo über die Nabelschnur mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden, sodass Giftstoffe wie Alkohol, von denen bekannt ist, dass diese den Mutterkuchen passieren, in den kindlichen Organismus gelangen. Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzgA) legt allen werdenden Müttern dringend ans Herz: sobald der Schwangerschaftstest positiv ist bzw. die Schwangerschaft von einem Arzt bestätigt wurde, sollte komplett auf Alkohol verzichtet werden. Denn: Alkohol während der Schwangerschaft führt häufig zu schweren, irreversiblen Schäden.

 

 Denn: Alkohol während der Schwangerschaft führt häufig zu schweren, irreversiblen Schäden. (#01)

Denn: Alkohol während der Schwangerschaft führt häufig zu schweren, irreversiblen Schäden. (#01)

Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Welche Folgen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft hat, ist abhängig von der jeweiligen Schwangerschaftsphase. In der Frühschwangerschaft haben sich die Zellen des Embryos bereits auf eine bestimmte Funktion festgelegt, sodass diese bei möglichen Störungen nicht einfach durch andere ersetzt werden können. Alkohol beeinflusst in diesem ersten Trimester die Zellvermehrung sowie die Zellteilung negativ und führt auf diese Weise zu schwerwiegenden körperlichen Schäden, da der Embryo in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen in erster Linie seine Organe entwickelt und ausbildet.

Vor allem Organe mit einer hohen Wachstums- und Stoffwechselrate, wie das Gehirn, leiden unter Alkohol in der Frühschwangerschaft – so ist beispielsweise das Gehirn nicht vollständig entwickelt und kleiner. Im zweiten Trimester, das heißt zwischen dem vierten und sechsten Schwangerschaftsmonat, verursacht Alkoholkonsum vor allem Wachstumsstörungen und bildet ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Zwischen dem siebten und neunten Schwangerschaftsmonat vermindert Alkohol das für dieses Trimester typische starke Körperwachstum des Babys. Zudem können sich durch alkoholische Gifte die Nervenzellen im Gehirn nicht miteinander vernetzen oder sterben sogar ganz ab.

 

Alkohol hat somit nicht nur in der Frühschwangerschaft, sondern auch im weiteren Verlauf negative Auswirkungen auf Ihr ungeborenes Kind. (#02)

Alkohol hat somit nicht nur in der Frühschwangerschaft, sondern auch im weiteren Verlauf negative Auswirkungen auf Ihr ungeborenes Kind. (#02)

Das Fetale Alkoholsyndrom

Alkohol hat somit nicht nur in der Frühschwangerschaft, sondern auch im weiteren Verlauf negative Auswirkungen auf Ihr ungeborenes Kind. Das Spektrum der möglichen Schädigungen reicht von körperlichen über geistig-intellektuellen bis hin zu emotionalen und sozialen Störungen. Die schwerste Form der Schädigung durch übermäßigen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft wird als Fetales Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet. Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft viel bzw. regelmäßig Alkohol konsumiert haben, kommen meist mit einem geringen Geburtsgewicht, körperlichen Fehlbildungen, wie beispielsweise einem Herzfehler, Verformungen im Erscheinungsbild, wie beispielsweise im Gesichtsbereich, Verhaltensstörungen sowie einer defizitären geistigen Entwicklung auf die Welt.

In Deutschland werden jährlich ca. 2000 Babys mit einem solchen fetalen Alkoholsyndrom geboren. Diese Kinder leiden ihr Leben lang unter den schädigenden Auswirkungen von Alkohol während der Schwangerschaft, da die Folgen irreversibel sind und aus diesem Grund nicht therapiert werden können.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: monstarrr-#01:AntonioDiaz-#02:Thitinat.K

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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