Das Kind muss einen Namen haben – das ist zu beachten

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Jedes Jahr stehen unzählige Familien in Deutschland vor dem gleichen Problem: Welchen Namen soll der Nachwuchs bekommen. Laut § 22 Abs. 1 Personenstandsgesetz haben Eltern vier Wochen Zeit, sich auf einen Vornamen zu entscheiden und müssen diesen dem zuständigen Standesamt anzeigen. Die Namensfindung ist nicht immer ein leichter Prozess. Im Gegenteil: Eltern tun sich mit der Entscheidung teils sehr schwer. Zum Hindernis wird hier nicht unbedingt die Tatsache, dass beide Elternteile einfach unterschiedliche Vorstellungen vom Namen für das noch ungeborene Kind haben. Es kommt vor, dass das Standesamt die Eintragung des gewünschten Vornamens verweigert.

Wie kann es zu einer solchen Situation kommen? Und wie viele Kinder sind davon betroffen? In Deutschland führt das Statistische Bundesamt zu den Geburten Buch. 2015 kamen mehr als 730.000 Kinder zwischen Rhein und Oder zur Welt. Während es durchaus Studien zur Wirkung der Vornamen und Daten hinsichtlich der Häufigkeit gibt, sind Zahlen zur Ablehnung eines Namens durch die Standesbeamten nicht ohne Weiteres zu finden. Wie können Eltern dieser Situation von vornherein aus dem Weg gehen? Generell gibt es in Deutschland kein eigenes Namensrecht. Einige Punkte werden angehende Eltern aber in jedem Fall für die Suche nach einem Vornamen beachten müssen.

Bald ist das Baby da - doch wie soll es eigentlich heißen? Die Namensgebung ist gar nicht so einfach, da sie einen großen Effekt auf das künftige Leben der Kleinen ausüben kann. (#01)

Bald ist das Baby da – doch wie soll es eigentlich heißen? Die Namensgebung ist gar nicht so einfach, da sie einen großen Effekt auf das künftige Leben der Kleinen ausüben kann. (#01)

Was ist erlaubt und was nicht?

In den Medien tauchen immer wieder prominente Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Musik auf, die ihrem Nachwuchs doch recht ungewöhnliche Namen geben. Die Schauspielerin Uma Thurman gehört dazu – und hat ihre Tochter Rosalind Arusha Arkadina Altalune Florence genannt. Zuma Nesta Rock gehört ebenfalls zu den Namen, welche in die Kategorie ungewöhnlich fallen.
In den USA oder in Südamerika sind Vornamen für Kinder verbreitet, die in Deutschland nicht den Hauch einer Chance auf die Eintragung durchs Standesamt hätten. Was sollte Eltern beachten, wenn sie nach einem Namen für ihr ungeborenes Kind suchen? Wie bereits angedeutet, gibt es hinsichtlich der Vornamen keine eigenständige Rechtsvorschrift. Allerdings sind einige Namen aus unterschiedlichen Gründen tabu.

  • Vornamen dürfen keine Ortsbezeichnungen enthalten. Problematisch werden beim Standesamt auch Namen, die Adelstitel wie Graf, Herzog oder Lord enthalten. Diese haben oftmals keine Chance auf Zulassung.
  • Besteht zwischen einem gewünschten Vornamen ein Bezug zu religiösen Symbolen, ist ebenfalls mit Problemen zu rechnen. Namen wie Maria oder Josef sind an dieser Stelle kein Hindernis. Gott oder Jesus dürften seitens der Standesbeamten allerdings sehr schnell auf Ablehnung stoßen.
  • Der Vorname muss als solcher klar erkennbar sein. Der Lieblings-Fußballklub fällt genauso heraus wie Namen, die eigentlich eher für einen Familiennamen gebräuchlich sind.
  • Das Kindeswohl steht immer im Vordergrund. Damit wird die Bedingung verknüpft, dass der gewählte Vorname den Nachwuchs nicht lächerlich macht – wie zum Beispiel Pausenclown oder Erdbeerbowle.

Hinweis: Grundsätzlich sollten Eltern sich also einen Namen überlegen, der ihnen zwar gefallt, der andererseits dem Kind später das Leben allerdings nicht unnötig schwermacht. Die Schnittmenge dürfte im Normalfall genug Namensmöglichkeiten offenlassen.

Video:45 beliebte Jungennamen [4K]

Was tun, wenn sich die Eltern nicht einigen können?

Beim Vornamen für den Nachwuchs gibt es in Familien mitunter Streit. Eltern, die sich nicht auf einen Kindesnamen festlegen können, stehen vor einer Herausforderung. Wie lässt sich das Dilemma lösen? Eigentlich sieht der Weg aus dieser „Krise“ ganz einfach aus: Das Kind erhält zwei Namen.

Aber Achtung: Der Begriff Doppelname wird an diesem Punkt mitunter irreführend verwendet. Ein Doppelname bedeutet, dass für ein Kind zwei Vornamen miteinander kombiniert werden.

Beispiele sind unter anderem:

  • Annemarie
  • Karlheinz
  • Anneliese.

Der Doppelname muss nicht zwingend so zusammengeschrieben werden. Es kann auch zu einer Schreibweise mit Bindestrich gegriffen werden. Aus Annemarie wird in diesem Fall also Anne-Marie.Und auch eine Marie-Louise würde durch diese Schreibweise des Doppelnamens entstehen. Eltern bietet sich eine weitere Möglichkeit – die Trennung der Vornamen. Beispiel Anne-Marie: Wird der Bindestrich weggelassen, entsteht Anne Marie. In der Regel tritt hier ein Vorname als der sogenannte Rufname im Alltag in Erscheinung.

Der Zweitname kann benutzt werden – bleibt in vielen Familien aber oft auch stumm. Eine immer noch praktizierte Tradition ist die Wahl eines Vornamens aus der Familie (z. B. Oma oder Opa) als Zweitname. Da dieser später nicht immer zwingend mit genannt wird, ist es hierbei durchaus möglich, auch gewagtere Namen zu wählen, die heute eventuell aus der Mode gekommen sind.

Video:BABYNAMEN FÜR MÄDCHEN | SCHÖNE UND AUßERGEWÖHNLICHE NAMEN

Namen, über die Eltern zweimal nachdenken sollten

Vornamen sind in Deutschland Pflicht. Und die Namen sind immer wieder auch ein Spiegel für Trends. Dieser Aspekt lässt sich immer wieder – etwa an den Namenslisten der der Gesellschaft für deutsche Sprache – ablesen.

Aktuell sind es eher Maximilian und Elias oder Sophie und Marie, die bei Eltern beliebt sind. Vornamen wecken aber auch ganz bestimmte Verhaltensbilder beim Gegenüber, wie ein Test auf mein-wahres-ich.de zeigt. Ein Maximilian gilt im ersten Moment als intelligent und stammt aus gebildeten Schichten. Max dürfte hingegen eher als stürmisch und mit allen Wassern gewaschen gelten. Eltern können mit dem Namen also durchaus eine gewisse Wirkung erzielen. Diese kann positiv oder eher negativ ausfallen.

Einige Namen haben beispielsweise bei Lehrern nicht den besten Ruf. Ein Justin oder eine Jacqueline werden schnell in die Ecke der Verhaltensauffälligkeit geschoben. Generell ist es zu empfehlen, sich für die Auswahl eines Vornamens Zeit zu nehmen. Für Eltern ist er unproblematisch. Ob der Nachwuchs im Nachhinein mit der Entscheidung einverstanden ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, sich die aktuell gängigen Namen vorher anzuschauen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Mädchen: Mia, Emma, Sophia, Hannah, Emilia, Anna, Marie, Mila, Lina, Lea
  • Jungen: Ben, Paul, Jonas, Elias Leon, Finn, Noah, Luis, Lukas, Felix

Dies gibt Eltern eine Orientierung und zeigt, mit welchen Namen künftige Altersgenossen der eigenen Kinder aufwachsen werden. Auf Basis dieser Daten können Eltern nun überlegen, ob sie sich mit ihrer Namenswahl leicht absetzen möchten oder dem Trend folgen. Der erste Weg kann durchaus positiv ausfallen, jedoch sind zu ausgefallene Namen mitunter durchaus problematisch.

 Wenn ein Baby seine ersten Schritte in der Welt tut, hat der eigene Name noch nicht so viel Bedeutung wie im Kindergarten oder in der Schule. Hier kann die Namensgebung aber durchaus einen großen Einfluss haben. (#02)

Wenn ein Baby seine ersten Schritte in der Welt tut, hat der eigene Name noch nicht so viel Bedeutung wie im Kindergarten oder in der Schule. Hier kann die Namensgebung aber durchaus einen großen Einfluss haben. (#02)

Fazit: Vornamen finden – aber den richtigen Namen

Mit der Schwangerschaft beginnen Wochen und Monate, in denen Eltern viele Aspekte des Alltags überdenken und planen müssen. Die Erstausstattung oder die Kliniktasche sind nur zwei Beispiele. Wie geht es mit den Finanzen weiter? Sollte ich schnell wieder in den Beruf einsteigen? Zu den wichtigen Aspekten zählt am Ende auch die Suche nach einem passenden Vornahmen. Und die Entscheidung fällt mitunter erst kurz vor der Geburt – manchmal auch erst im Kreißsaal.

Eltern müssen allerdings im Hinterkopf behalten, dass nicht jeder Vorname in Deutschland erlaubt ist. Und sollten berücksichtigen, dass einige Namen später durchaus zum Problem werden können. Um sich richtig zu entscheiden, hilft es sich eine Frage zu stellen: Würde ich den Namen mein Leben lang tragen wollen? Wer diese Frage ruhigen Gewissens mit ja beantworten kann, liegt mit der Wahl des Namens für seine Kinder sicherlich nicht falsch.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Monkey Business Images-#01:cliplab.pro  -#02: Ramona Heim

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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