Karnevalsmütze: Narrenkappen selbst gemacht

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Narrenkappen und Narrenhüte sind in der Karnevalszeit sehr gefragt. Besonders originell sehen die Karnevalsmützen aus, wenn man sie selbst herstellt: Dafür gibt es hier ein paar Tipps.

Von der einfachen Narrenkappe bis zum Hut

Bald ist wieder die Zeit der Narren, Gaukler und Verkleidungskünstler. Dann braucht man ausgefallene Hüte oder witzige Kappen. Diese runden das Kostüm ab und können genau auf die Kopfgröße angepasst werden. Es macht viel Spaß, die Verkleidung selbst zu basteln. Kinder und Erwachsene beschäftigen sich gerne mit solchen Handarbeiten und probieren die Kopfbedeckung schon vorher aus. Die dafür nötigen Artikel sind leicht zu beschaffen und kosten nicht viel Geld.

In vielen Karnevalsvereinen darf die klassische, verzierte Narrenkappe nur von den Vorsitzenden getragen werden. Doch man kann sich einfach selbst eine lustige Kopfbedeckung nähen und so die mittelalterlichen Traditionen wiederaufleben lassen. Manch einer nimmt einen alten Hut und verziert diesen mit bunten Applikationen, andere fertigen aus Filz einen Dreispitz an oder setzen sich einen spitzen Zauberhut auf.

Welche karnevalstaugliche Kopfbedeckung soll es sein? Die Auswahl ist sehr groß:

  • Narrenkappen und Karnevalsmützen,
  • Hüte im Barock- oder Piratenstil,
  • Hexen- und Zauberhüte,
  • Helme,
  • tierischer Kopfschmuck wie Geweih oder große Ohren.
Bald ist wieder die Zeit der Narren, Gaukler und Verkleidungskünstler. Dann braucht man ausgefallene Hüte oder witzige Kappen. (#01)

Bald ist wieder die Zeit der Narren, Gaukler und Verkleidungskünstler. Dann braucht man ausgefallene Hüte oder witzige Kappen. (#01)

Einfache Basismodelle selbst nähen

Eine Karnevalsmütze lässt sich ganz simpel herstellen, auch wenn man nicht viel Erfahrung mit Näharbeiten hat. Im Internet gelangt man auf der Suche nach Tipps zu diversen Gratis-Downloads, die zu den Schnittmustern auch eine Anleitung liefern. Bei Bedarf kann man mit den Designern Kontakt aufnehmen, um zu erfahren, wo man das Zubehör bekommt.

Eine einfache Karnevalsmütze besteht nur aus zwei oder drei Hauptelementen. Diese werden entsprechend der Vorlage ausgeschnitten und rechts auf rechts zusammengenäht. Wenn man ein festes Material wie Filz verwendet, ist es auch möglich, die Elemente zu tackern. Allerdings sollten die Metallteile nicht zu sehen sein. Nach dem Wenden sind eventuell noch Fixierarbeiten nötig, zudem kann man die Kappe mit Troddeln und Schnüren verschönern, um sie etwas peppiger zu gestalten.

Beim Einsatz von Trägerpapier und einem festen Stoff ist auch das Aufbügeln der Teile möglich. Gegebenenfalls näht man noch einmal nach, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn man die Karnevalsmütze mit Applikationen verziert. So geht bei der Faschingsfeier nichts verloren.

Es wird komplizierter: Die große Narrenkappe

Diese Anleitung zeigt, wie man eine perfekte Karnevalsmütze herstellt. Die Kappe wird mit drei Zipfeln versehen, die im Optimalfall verschiedene Farben haben. Solche Mützen passen perfekt zu einem bunten Hofnarren-Kostüm.

Wenn die Karnevalsmütze für Kinder gedacht ist, braucht man das folgende Material:

  • Etwa 70 cm Stoff,
  • Nähgarn,
  • Wattierung (Schaumstoff oder Fiberfill),
  • drei Schellen,
  • eine große Holzperle.
Solche Mützen passen perfekt zu einem bunten Hofnarren-Kostüm. (#02)

Solche Mützen passen perfekt zu einem bunten Hofnarren-Kostüm. (#02)

Diese Artikel findet man im Bastel- und Nähgeschäft sowie online.

Entsprechend der Mustervorlage schneidet man die Stoffteile für die Karnevalsmütze zurecht. Dafür klebt man die Schnittteile so fest, dass ihre Markierungen in den Spitzen exakt aufeinandertreffen. Die Belege werden an den unteren Kanten festgesteckt und gleich vernäht. Anschließend legt man die Stoffteile links auf links und näht sie von der unteren Kante bis zum Einschnitt zusammen, wie in der Abbildung gekennzeichnet. Die Nähte befinden sich auf der oberen Seite.

Nun werden die Spitzen genäht, wobei die Fadenenden stehen bleiben. Der Beleg wird auf links umgeschlagen und nah an der Kante vernäht. Dann befestigt man die Schellen an den drei Spitzen, wofür die Fadenenden verwendet werden. In der Mitte der Kappe näht man die Holzperle an. Nach Belieben lässt sich diese Mütze noch vielfältig verzieren. Zuletzt wird die Wattierung in die Spitzen hineingesteckt, sodass diese etwas hochstehen: Damit ist die Karnevalsmütze fertig.

Närrisch und authentisch: Die Gugel

Eine Gugel ist ein mittelalterliches Kleidungsstück, das Kapuze und Kragenschal miteinander kombiniert. Diese Kappen bestehen meistens aus zwei Elementen, sodass es nicht schwerfällt, diese Kopfbedeckung zu nähen. Mit ihrem verlängerten Zipfel, der übrigens erst im 15. Jahrhundert in Mode kam, ähnelt die Gugel einer Narrenkappe und eignet sich damit perfekt als Karnevalsmütze. Im Mittelalter wurden diese Kopfbedeckungen oft in gedeckten Farben getragen, doch schon damals gab es sie auch in bunten Farben. Zum Karneval sind natürlich fröhliche Farbtöne gefragt.

Schon beim Zuschneiden des Stoffes ist darauf zu achten, dass sich die Kapuze noch nach hinten schieben lässt. Dafür muss die Öffnung weit genug sein, üblicherweise mindestens 30 cm.

Früher war der Kragen der Gugel zumeist offen oder wurde mit Knöpfen geschlossen. Für solche Knöpfe ist etwas mehr Feinarbeit erforderlich, doch man kann den Kragen auch komplett zusammennähen. In diesem Fall darf die Halsweite nicht zu eng sein, sonst passt die Gugel nicht mehr über den Kopf.

Die Vorlage zeigt an, wie man den Stoff zuschneidet. Die beiden Teile – Kapuze und Kragen – werden übereinandergelegt und vernäht. Die Vorderseite des Kragens kann man schließen oder offenlassen und mit Knöpfen versehen. Am Kragensaum sowie an der Gesichtsöffnung sorgt eine Borte für mehr Stabilität und für einen schönen Kontrast.

Wer möchte, hängt zuletzt noch ein Glöckchen oder eine Bommel an den Kapuzenzipfel. Mit der Gugel als Karnevalsmütze ähnelt man einem Gaukler: Das Kostüm darf also ebenfalls kreativ gestaltet werden.

Eine Gugel ist ein mittelalterliches Kleidungsstück, das Kapuze und Kragenschal miteinander kombiniert. (#03)

Eine Gugel ist ein mittelalterliches Kleidungsstück, das Kapuze und Kragenschal miteinander kombiniert. (#03)

Der verrückte Hut: Die etwas andere Karnevalsmütze

Wenn es keine Kappe sein soll, sondern ein origineller Hut, findet man viele Vorbilder in Fantasy-Filmen. Besonders faszinierend ist hier die Kopfbedeckung vom verrückten Hutmacher, den Alice im Wunderland kennenlernt.

Ein solcher Hut lässt sich mit nur einem relativ geringen Aufwand basteln. Er wird nicht genäht, sondern aus stabiler Pappe oder auch aus Filz hergestellt. Zunächst braucht man eine Kreisform mit rundem Loch in der Mitte: der innere Umfang muss um den Kopf passen und der äußere Umfang bestimmt die Größe der Hutkrempe.

Für den schräg nach außen verlaufenden Zylinder malt man zwei gebogene Linien auf die Pappe, mit dem gleichen Mittelpunkt als Ausgangspunkt. Der Abstand der Linien zueinander zeigt an, wie hoch der Hut wird. Die untere, kürzere Linie entspricht dem Innenumfang der Krempe.

Um das Verkleben zu erleichtern, kann man an den einzelnen Pappteilen einen kleinen Überstand lassen. Zuletzt braucht der Hut noch einen Deckel, der passend zugeschnitten und ebenfalls festgeklebt wird.

Weitere lustige Hüte für Karneval

Für kleine Kinder, die selbst schon mitbasteln möchten, sind einfache Narrenhüte eine gute Idee. Bei der Suche nach Tipps wird man bald fündig: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Hut, der wie eine umgedrehte Schultüte aussieht? Hierfür schneidet man einen großen Viertelkreis aus Papier und rollt ihn so zusammen, dass er auf der breiten Seite bequem auf den Kopf passt und oben eine Spitze bildet.
Die Kinder haben Spaß daran, eine solche Karnevalsmütze mit bunten Aufklebern oder Bändern zu bekleben. Vielleicht flechten sie auch einen Zopf aus verschiedenfarbigen Bändern und verzieren damit den unteren Rand des Hutes. Weitere Bänder lassen sich oben an der Hutspitze festmachen.

Ein alter Filzhut oder eine Mütze können eine gute Grundlage sein, um eine närrische Kopfbedeckung anzufertigen. Mit Flicken, Applikationen und Schleifen in vielen Farben verwandelt sich der Hut in ein unverwechselbares Stück, das zum Hexenkostüm passt oder zu einem kleinen Landstreicher. Eine Mütze lässt sich ebenfalls aufpeppen, beispielsweise indem man zusätzliche Zipfel daran festnäht oder den Bommel durch die Verwendung von Füllwatte nach oben stehen lässt. Auf diese Weise verwandelt sich auch eine ausgediente Kopfbedeckung in eine originelle Karnevalsmütze.

Ein alter Filzhut oder eine Mütze können eine gute Grundlage sein, um eine närrische Kopfbedeckung anzufertigen. (#04)

Ein alter Filzhut oder eine Mütze können eine gute Grundlage sein, um eine närrische Kopfbedeckung anzufertigen. (#04)

Narrenhüte für die Größeren: Der Dreispitz

Jugendliche und Erwachsene lassen sich gerne von Filmen inspirieren, wenn es um die Karnevalskostüme geht. Unter anderem ist der Dreispitz sehr gefragt, der zum Piraten passt oder auch zu einem Musketier. Im authentischen Look oder im Stil einer Karnevalsmütze kommt diese Kopfbedeckung mit Sicherheit gut an.

Um einen Dreispitz herzustellen, braucht man als Grundlage nur einen Hutrohling. Zuerst wird die Hutkrone über heißem Wasserdampf gehalten, sodass sich das Filzmaterial aufwärmt und weich wird. Nun setzt man sich den Rohling auf den Kopf und sorgt dafür, dass er gut festsitzt. Gegebenenfalls sollte man ein Tuch ummachen, falls man später bei seiner Verkleidung ebenfalls ein Kopftuch tragen möchte. Erst wenn der Hutrohling wieder kühl ist, nimmt man ihn wieder ab.

Anschließend hält man die Krempe über den Wasserdampf, sodass sie sich in die typische Form des Dreispitzes verbiegen lässt. Damit diese Form erhalten bleibt, klemmt man die drei Seiten mit Wäscheklammern fest. Nach dem Auskühlen sollte man die drei Berührpunkte von innen vernähen.

 

Jugendliche und Erwachsene lassen sich gerne von Filmen inspirieren, wenn es um die Karnevalskostüme geht. (#05)

Jugendliche und Erwachsene lassen sich gerne von Filmen inspirieren, wenn es um die Karnevalskostüme geht. (#05)

Vielseitige Karnevalsmützen für Groß und Klein

Für die diversen Kostümierungen gibt es immer eine passende Karnevalsmütze, doch manche „Narren“ mixen gerne die Stilrichtungen. So kann es auch ein Zauberhut zum Harlekinkostüm sein oder eine pfiffige Till-Eulenspiegel-Kappe zur sonst dezenten Kleidung.

Ob die närrischen Mützen etwas aufwändiger gestaltet werden sollen oder eher einfache Anleitungen bevorzugt werden: Selbermachen schürt die Vorfreude auf die Narrenzeit. Man kann sich bereits früh Gedanken über seine Verkleidung machen und die einzelnen Dinge zusammensuchen, die man noch benötigt. Der entsprechende Kontakt in dem Online-Shop oder der PDF-Anleitung ist die richtige Adresse, um weitere Anregungen zu erhalten.

Die selbst gemachte Karnevalsmütze rundet das Gesamtbild ab oder setzt einen fröhlichen Akzent. Die Hauptsache ist, dass die Kinder und Erwachsenen ihre Freude am Verkleiden ausleben. Wenn sie dann auch noch selbst an den Mützen mitgebastelt haben, sind der Stolz und die Freude gleich noch größer.


Bildnachweis: Shutterstock – Titelbild: Kathrin Uhlenbruch – #01: Kiselev Andrey Valerevich – #02: wheatley – #03: Nicoleta Ionescu – #04: Deborah Wolfe – #05: Eugene Partyzan

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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