mammaNetz ist serienreif

18.07.2005 | Augsburg
Kliniken in Coburg, Meppen und Nordhorn führen mammaNetz ein. mammaNetz, die bislang einzigartige Begleit- und Orientierungsstelle für Brustkrebs im Raum Augsburg, die nach der Case Management Methode arbeitet, wird jetzt auch auf andere Regionen Deutschlands übertragen. Eine neue Broschüre schildert die Funktionsweise des Modells und leistet Unterstützung beim Übertrag.

Das Modell- und Studien-Projekt mammaNetz ist an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung angelangt: "Wir sind jetzt so weit, sagen zu können: So sieht die wirkungsvolle Begleitung betroffener Patientinnen aus und so funktioniert sie in der praktischen Vernetzung mit weit über hundert Partnern", freut sich Diplom-Ökonomin Andrea Thorenz vom beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung, die mammaNetz zusammen mit der Gynäkologin Dr. Christa Rottscheidt leitet. Mit dem Übertrag des Modells auf andere Regionen beweist das beta Institut erneut seine Kompetenz, effektive Patientenmanagementmodelle zu entwickeln, umzusetzen und wissenschaftlich zu evaluieren.

Kompetente Unterstützung beim Übertrag

Übertragspioniere sind Coburg (Bayern), Meppen und Nordhorn (beide Niedersachsen). Ende 2004/Anfang 2005 wurde das jeweilige Konzept erstellt und Mitarbeiterinnen ausgebildet. Derzeit läuft die konkrete Einführung vor Ort, die ersten Patientinnen werden bereits betreut.

Einrichtungen, die mammaNetz einführen wollen, werden Schritt für Schritt vom beta Institut begleitet. In einem Workshop erarbeiten die Teilnehmer zunächst die Eckpunkte für den Aufbau ihrer Begleit- und Orientierungsstelle. Der nächste Schritt ist ein individuelles Consulting und Coaching vor Ort. Neben den räumlich-organisatorischen Anforderungen wird dabei vor allem auch die personelle Ausstattung geklärt. Die Mitarbeit bei mammaNetz erfordert qualifizierte Kräfte. Meist sind dies Sozialpädagoginnen oder onkologisch erfahrene Krankenschwestern, die zu zertifizierten "Case ManagerInnen für das Sozial- und Gesundheitswesen" weitergebildet werden. Träger der Fortbildung sowie der gesamten Begleitung ist das beta Institut, das den "mammaNetz-Töchtern" nicht nur ein Konzept, sondern die gesammelte Erfahrung aus Entwicklung, Einführung und Studie zur Verfügung stellt. Die nächste Informationsveranstaltung findet am 1. Oktober 2005 in Augsburg statt.

Arbeit auf zwei Ebenen: Patient und System

Für die erste Information über mammaNetz wurde jetzt eine Broschüre erstellt. Sie beschreibt das Modell, die angewandte Methode Case Management, die Ziele und Vorteile sowie die wissenschaftlichen Hintergründe: mammaNetz begleitet Patientinnen sektorenübergreifend entlang eines definierten Patientenpfades. Dieser beginnt unmittelbar nach der Diagnose und führt über sämtliche Behandlungsstationen bis zur Nachsorge. Von zentraler Bedeutung ist, dass mammaNetz auf zwei Ebenen arbeitet: Auf der Patientinnenebene werden sämtliche Belastungen erfasst, also auch psychosoziale oder organisatorische Probleme, die - unerkannt - die Therapie gefährden können. Auf der Systemebene werden alle Leistungserbringer miteinander vernetzt. Damit optimiert mammaNetz sowohl den Behandlungspfad als auch die Unterstützung der Patientin.

Entstehung, Förderung und Kooperationen

mammaNetz wurde 2003 auf Basis einer Vorstudie entwickelt, im Herbst 2003 startete die Begleit- und Orientierungsstelle mit der praktischen Arbeit. Ein Forschungsverbund unter Leitung des beta Instituts evaluiert das Modellprojekt. Die betapharm Arzneimittel GmbH ermöglichte die entscheidende Vorstudie zur Bedarfsermittlung sowie die Erarbeitung der ersten Studien- und Projektkonzepte von mammaNetz. Das Bayerische Gesundheitsministerium förderte die Implementierung und Machbarkeitsstudie im Rahmen der Gesundheitsinitiative "Bayern aktiv" mit 1,25 Millionen Euro. Für die Wirksamkeitsstudie hat das Bundesforschungsministerium bereits 35.000 Euro bezuschusst.

mammaNetz hat mit der AOK einen Vertrag zur integrierten Versorgung abgeschlossen, weitere Kassen sind interessiert. Die Machbarkeitsstudie befindet sich bereits in der Auswertungsphase. Erste Trends zeigen, dass sich die Patientinnen deutlich besser betreut und informiert fühlen.

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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