Stillende Mütter: So geht Stillen ganz einfach

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Hier sind Mensch und Tier von Natur aus gleich: Muttermilch ist als Ernährung für Neugeborene lebenswichtig. Wie Mütter gut durch die Stillzeit kommen, wird hier dargestellt:

Stillende Mütter: Ernährung aus der Natur

Sowohl neugeborene Babys als auch alle anderen Säugetierbabys werden mit der Fähigkeit geboren, sich von sich aus der Brustwarze oder der Zitze ihrer Mutter zuzuwenden. Dafür sind sie von Natur aus mit entsprechenden Reflexen ausgestattet, also angeborene Bewegungsabläufe und Reaktionen auf spezielle Reize der Mutter, die das Neugeborene dazu verleiten, die Brust der Mutter zu finden, daran zu saugen und die angebotene Milch zu trinken.

Diese Abläufe werden durch folgende Reflexe bei den Stillkindern ausgelöst:

  • Babys verspüren den inneren Reiz, hungrig zu sein.
  • Berührungen an der körperlichen Vorderseite lösen äußere Reize aus.
  • Bereiche für diese äußeren Reize sind das untere Gesicht, die Lippen, Wangen, am Kinn, an der Nase aber auch an den Schultern, am Brustkorb, den Hüften, den Knien und den Füßen des Babys.
Sowohl neugeborene Babys als auch alle anderen Säugetierbabys werden mit der Fähigkeit geboren, sich von sich aus der Brustwarze oder der Zitze ihrer Mutter zuzuwenden. (#01)

Sowohl neugeborene Babys als auch alle anderen Säugetierbabys werden mit der Fähigkeit geboren, sich von sich aus der Brustwarze oder der Zitze ihrer Mutter zuzuwenden. (#01)

Stillende Mutter: Die Grundposition finden

Jede dieser Reflexstellen kann bei einem Neugeborenen die Reflexbewegungen auslösen, sich hin zu seiner Mutter zu bewegen. Für diese Vorwärtsbewegung sollte das Baby jedoch bäuchlings auf dem Oberkörper der Mutter liegen und mit seiner Vorderseite einen engen Körperkontakt zu ihr aufbauen. Aus dieser Grundposition kann das Kleine dann bei seiner Mutter nach einer gewissen Zeit selbsttätig ihre Brust finden und sich dort zum Trinken andocken.

Äußerlich ungestört, zum Beispiel in Ruhe mit seiner Mutter in einem Raum und ohne den Einfluss von Medikamenten, ist das Neugeborene sogar in einer Zeit von 60 Minuten nach seiner Geburt fähig, die mütterliche Brust zu erreichen. Dabei braucht es von Natur aus keine Hilfe, so dass die Mutter im Grunde genommen gar nicht stillen können muss.

Sollte der Start in die Stillzeit jedoch einmal nicht so glatt verlaufen, etwa weil es bei der Mutter oder dem Säugling gesundheitliche Probleme gibt, muss nicht auf das Stillen verzichtet werden. (#02)

Sollte der Start in die Stillzeit jedoch einmal nicht so glatt verlaufen, etwa weil es bei der Mutter oder dem Säugling gesundheitliche Probleme gibt, muss nicht auf das Stillen verzichtet werden. (#02)

Stillende Mutter: Guter Ablauf des Stillens

Sollte der Start in die Stillzeit jedoch einmal nicht so glatt verlaufen, etwa weil es bei der Mutter oder dem Säugling gesundheitliche Probleme gibt, muss nicht auf das Stillen verzichtet werden. Das liegt zum einen daran, dass die natürlichen Reflexe, die das Stillen auslösen, auch noch längere Zeit nach der Geburt funktionieren. Zum anderen kann die Mutter die Abläufe des Stillens erlernen, wie zum Beispiel mit Hilfe einer Hebamme oder Stillberaterin, und trainieren.

Das setzt einige Punkte voraus:

  • Die Technik, die dafür angewendet wird, heißt fachlich „Breast Crawl“, zu deutsch Brustkraulen.
  • Für ein erfolgreiches Stillen ist die richtige Position des Anlegens entscheidend.
  • Viel zu oft wird das Baby in einer aufrechten Position an den Oberkörper der Mutter angelegt. Das ist eine Haltung, in der die Reflexe des Neugeborenen zum gestillt werden nicht so gut ausgelöst werden könne. Es fehlt hier die ausschlaggebende Berührung zwischen Mutter und Kind.
  • Ein Neugeborenes, das auf dem Rücken oder in der Seitenlage zu seiner Mutter liegt, kann sich im Gegensatz zu der natürlichen Position für das Stillen nicht von sich aus bewegen.
  • In diesen Positionen hat es von den natürlichen Reflexbewegungen, die es macht, um bei der Mutter Milch zu trinken, nichts. Im Gegenteil, sie stören eher den ganzen Anlegevorgang zum Stillen, weil Hände als störende Barriere zwischen Brust und Mund des Babys geraten.
Die Mutter sollte eine für sie entspannte Position des Stillens einnehmen. (#03)

Die Mutter sollte eine für sie entspannte Position des Stillens einnehmen. (#03)

Stillende Mutter: Richtige Position und andere Tricks

Bei solchen “Startschwierigkeiten” beim Stillen sollte die Mutter, falls ihr die herkömmliche Technik noch nicht so vertraut ist, das Köpfchen ihres Kindes an ihrem Brustkorb anlegen. Durch den Kontakt des Neugeborenen über seine Wangen und den unteren Gesichtsbereich merkt es dann unwillkürlich von sich aus, wo es sich hin bewegen und wo es saugen muss.

Trotzdem kann die Mutter ihr Kleines noch zusätzlich auf den richtigen Weg führen, etwa durch folgende Tricks:

  • Die Mutter sollte eine für sie entspannte Position des Stillens einnehmen.
  • Kopf, Nacken, die Schultern, die Arme und der obere Rücken sollten gut abgestützt sein.
  • Als Hilfestellung vor allem bei unmittelbar Neugeborenen kann die Mutter ihre Brust im Bereich der Warze leicht etwas flach drücken.
  • Die Brust sollte parallel zu den Lippen, beziehungsweise den Kiefern, des Kindes positioniert sein.
  • Die Mutter sollte in der Brust weder Spannungen noch Schmerzen haben, wenn sie sich entscheidet, ihr Kind zu stillen. Kommt es während der Stillzeit zu Schmerzen, besonders direkt beim Stillen, so sollte die Mutter das Baby erst einmal aus ihrem Mund lösen.
  • Ist das Stillen mit Problemen oder Schmerzen verbunden, dann ist es ratsam, dass die Mutter sich zu einer Stilberatung mit Fachpersonen begibt.
Sollte der Start in die Stillzeit jedoch einmal nicht so glatt verlaufen, etwa weil es bei der Mutter oder dem Säugling gesundheitliche Probleme gibt, muss nicht auf das Stillen verzichtet werden. (#04)

Sollte der Start in die Stillzeit jedoch einmal nicht so glatt verlaufen, etwa weil es bei der Mutter oder dem Säugling gesundheitliche Probleme gibt, muss nicht auf das Stillen verzichtet werden. (#04)

Stillende Mutter: So gut ist das Stillen

Läuft beim Stillen alles harmonisch und ohne Probleme für Mutter und Kind, dann entsteht trotzdem mit der Zeit die Frage, wie lange eine Frau ihr Kind stillen sollte. Wann ist entsprechend der richtige Zeitpunkt, um das Kind abzustillen und an eine andere Ernährung zu gewöhnen?

Diese Frage klären zum Beispiel Unicef und WHO so: Zu empfehlen sei eine Stilldauer von sechs Monaten, in der das Baby voll gestillt werden soll. Das bedeutet auch den vollkommenen Verzicht jeglicher Beikost wie auch die Gabe von Wasser und Tee. Der Grund für diese komplette Ernährung mit Muttermilch liegt auf der Hand, denn die Muttermilch gilt als ideal für das Kind.

Das hat folgende Gründe:

  • Muttermilch deckt den gesamten Ernährungsbedarf ihres Kindes.
  • Muttermilch frei von Keimen jeglicher Art.
  • Sie hat immer die optimale Temperatur zum Trinken.
  • Die Mutter hat diese Ernährung für ihr Kind immer dabei.
  • Ernährung mit Muttermilch ist eine Zeitersparnis. Die Mutter muss ja nicht kochen.
  • Interessant ist auch der finanzielle Aspekt. Ersatznahrung kostet viel mehr Geld als Muttermilch.
Diese speziellen Kissen sind, wie der Name es sagt, für das Stillen gedacht und gemacht. Mit Hilfe eines solchen Kissens nimmt die Mutter eine bequeme Position zum Stillen ihres Babys ein. (#05)

Diese speziellen Kissen sind, wie der Name es sagt, für das Stillen gedacht und gemacht. Mit Hilfe eines solchen Kissens nimmt die Mutter eine bequeme Position zum Stillen ihres Babys ein. (#05)

Stillende Mutter: So lange sollte sie stillen

Darüber hinaus besteht der Vorteil der Muttermilch natürlich in der Gesundheit des Kindes. Aus der Sicht von Unicef und WHO sollte daher auch nach dem sechsten Lebensmonat weiterhin gestillt und dann zusätzlich Brei- und andere Nahrung zugeführt werden. Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr kann das Stillen durchaus weitergeführt werden, lauten die Empfehlungen. Danach liegt kein physiologischer Grund vor, weiter zu stillen. Gerade Frauen, die sich für einen längeren Prozess des Stillens entscheiden, gibt es ein paar hilfreiche Utensilien. Hier eine Übersicht:

Stillkissen für die stillende Mutter

Diese speziellen Kissen sind, wie der Name es sagt, für das Stillen gedacht und gemacht. Mit Hilfe eines solchen Kissens nimmt die Mutter eine bequeme Position zum Stillen ihres Babys ein. Manche Frauen stützen sich damit im Rücken ab, andere legen sich das Kissen so vor den Bauch, dass darauf ihr Baby beim Stillen eine bequeme Lage einnehmen kann.

Stillkissen sind mit unterschiedlichsten Füllungen erhältlich, wie etwa mit Styropor-Kügelchen oder Styropor-Mikro-Kügelchen, aber auch mit Schaumstoffflocken, Polyesterwatte oder aus Naturprodukten wie Dinkel. Jede Füllung hat seine Vor- und Nachteile und es ist günstig, sich vor dem Kauf eines Stillkissens entsprechend zu beraten.

 Mit der Entscheidung zum Stillen tut die Mutter ihrem Nachwuchs nur Gutes, denn Stillen ist die gesündeste Form der Ernährung. (#06)

Mit der Entscheidung zum Stillen tut die Mutter ihrem Nachwuchs nur Gutes, denn Stillen ist die gesündeste Form der Ernährung. (#06)

Milchpumpe für die mobile Mutter

Auch Frühgeborene oder kranke Babys, die zeitweilig von der Mutter getrennt sind, profitieren davon, gestillt zu werden. Dazu kann die Mutter zum Beispiel mit einer Handmilchpumpe Milch abpumpen, in Fläschen füllen und ihrem Kind so zum Beispiel in die Kinderklinik bringen. Wer dagegen täglich abpumpen muss, der sollte auf eine elektrische Milchpumpe zurückgreifen. Verschieden gearbeitete Aufsätze werden dabei jeder Brustwarze gerecht und ermöglichen ein schmerzfreies Abpumpen.

Passender Still-BH für die Mutter

Bei dem Begriff “Still-BH” denken viele sofort an die Attribute “bieder” oder “muttihaft”. Das muss nicht sein, denn es gibt mittlerweile sehr schöne und modische Modelle, wie etwa mit edler Spitze, in  modischen Farben und verführerischen Details. Breite Träger und nahtfreie Cups sorgen außerdem für einen bequemen Sitz und verhindern ein Einschneiden oder Scheuern auf der Haut. Zusätzlich sollte der “Still-BH” so gearbeitet werden, dass er noch Platz für Stilleinlagen bietet. Diese sind vom Start in die Stillzeit bis zu dem Zeitpunkt ratsam, an dem sich die Mutter zum Abstillen entscheidet.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: hedgehog94  -#01: FamVeld-#02: Tomsickova Tatyana -#03: didesign021 -#04: Lumi Studio -#05: ChameleonsEye -#06: _Pavel Ilyukhin

 

 

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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