Wie wichtig sind Schuhe für Babys?

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Wenn Babys laufen lernen, stellen sich Eltern die Frage, wie wichtig sind Schuhe für Babys und ab wann benötigen die Kleinen ihre ersten Schuhe? Wie sinnvoll sind zum Beispiel die niedlichen Lauflernschuhe und was ist bei der Auswahl zu beachten?

Babys erste Schritte: Barfuß oder in Schuhen?

Meistens fangen Kinder zum Ende des ersten Lebensjahres mit ihren Gehversuchen an. Es beginnt damit, dass sie sich an Stühlen oder anderen Möbeln hochziehen. Schon bald versuchen sie, einen Fuß vor den anderen zu setzen, ohne dabei ihre „Möbelstütze“ loszulassen. Auch die Beine der Erwachsenen scheinen die perfekte Gehhilfe zu sein. Doch brauchen die Babys dafür spezielle Lauflernschuhe?

Die Meinungen hierzu gehen auseinander. Einige empfehlen, schon relativ früh Babyschuhe zu verwenden, andere raten davon ab. Selbst die medizinischen Experten liefern unterschiedliche Ratschläge. Wenn man sich für Lauflernschuhe entscheidet, sollten diese auf jeden Fall perfekt passen, denn sonst werden die empfindlichen und noch formbaren Füße der Babys womöglich nachhaltig geschädigt.

Bei den ersten Schritten die ein Baby wagt, helfen oftmals Möbelstücke für einen festen Stand - die ersten Schritte sollte ein Baby in jedem Fall ohne Schuhe machen. (#1)

Bei den ersten Schritten die ein Baby wagt, helfen oftmals Möbelstücke für einen festen Stand – die ersten Schritte sollte ein Baby in jedem Fall ohne Schuhe machen. (#1)

Laufen lernen: Zuerst ohne Schuhe

Wenn man einen Blick auf die anatomische Entwicklung des Menschen wirft, stellt man schnell fest, dass beim Laufenlernen keine Schuhe nötig sind. Die natürliche Bewegung beim Gehen würde durch feste Schuhe eingeschränkt werden. Und gerade am Anfang, wenn das Baby in der Wohnung seine ersten Schritte macht, brauchen die Kinderfüße auch noch keinen besonderen Schutz vor Kälte oder vor einem harten Untergrund.

Speziell entwickelte Lauflernschuhe sollen die Füße beim Gehen in der idealen Position halten, sie dürfen aber nicht so fest sein, dass sie Druckstellen hinterlassen oder den Bewegungsablauf beeinflussen. Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen sich die Eltern genau mit der körperlichen Entwicklung beschäftigen und sich im Zweifelsfall beraten lassen.

Laufen lernen Babys Schritt für Schritt und hier zeigen die Entwicklungsphasen eindeutig - Laufen lernen kann man ganz zu Beginn am Besten ohne Schuhe. (#2)

Laufen lernen Babys Schritt für Schritt und hier zeigen die Entwicklungsphasen eindeutig – Laufen lernen kann man ganz zu Beginn am Besten ohne Schuhe. (#2)

Vom Barfußlaufen zum Laufen in Schuhen

Laufen lernt ein Kind zumeist ohne Schuhe. So ist der Fuß nicht in seinen Bewegungen eingeschränkt und der natürliche Ablauf wird allmählich erlernt. Es ist interessant, Kinder beim Laufenlernen zu beobachten. Zuerst schaffen sie nur zwei oder drei Schritte, bis sie sich auf den Hintern setzen, bald werden es immer mehr. Dabei lassen sie sich durch den Zuspruch ihrer Eltern immer wieder zum nächsten Versuch motivieren.

Durch das Laufen in Söckchen oder barfuß spüren die Kleinen die Art des Bodenbelags. Sie bohren ihre Zehen in den weichen Teppich hinein oder treten bei hartem Steinfußboden vorsichtiger auf. Die folgenden Punkte sollte man sich zu Herzen nehmen:

  • Zuhause sollten die kleinen Kinder möglichst oft ohne Schuhe durch die Wohnung laufen.
  • Bei kühleren Temperaturen kommen Söckchen zum Einsatz, die nicht einengen dürfen.
  • Rutschfeste Socken sind bei glatten Böden nützlich.
  • Gegebenenfalls können auch weiche Lederschuhe mit weicher Sohle verwendet werden.
Die Abbildung zeigt sogenante Krabbelschuhe aus Leder. Diese halten die Babyfüßchen im winter schön warm, sind aber beim Laufen lernen nicht sonderlich hilfreich. die bieten keinen Halt - also lieber dicke "Anti-Rutschesocken" anziehen. (#3)

Die Abbildung zeigt sogenante Krabbelschuhe aus Leder. Diese halten die Babyfüßchen im Winter schön warm, sind aber beim Laufen lernen nicht sonderlich hilfreich. Sie bieten keinen Halt – also lieber dicke „Anti-Rutschesocken“ anziehen. (#3)

Wann kommen die Lauflernschuhe für Babys zum Einsatz?

Erst wenn ein Kind eine kurze Strecke ohne Festhalten schafft, ist die Zeit für die Lauflernschuhe gekommen. Dies Schuhe haben typischerweise eine sehr biegsame Sohle. Die Schuhsohle dient als Schutz vor Verletzungen. Für die Wintermonate und auch für Kinder, die bereits ganz gut laufen, kommen etwas festere Schuhe infrage. Hier ist die Sohle immer noch flexibel genug, um das Abrollen zu erleichtern. Auf diese Weise werden Muskeln und Sehnen gestärkt.

Im Allgemeinen verfügen die Lauflernschuhe über eine stabile Fersenpartie, die für einen verbesserten Halt der Füße zuständig ist. Bei einigen Babyschuhen zeigt die Fußspitze etwas aufwärts. Diese Form soll einerseits verhindern, dass das Kind ins Stolpern gerät, und andererseits das Abrollen leichter machen.

Die folgenden Tipps sind sehr wichtig bei der Bestimmung, wann welche Schuhe sinnvoll sind:

  • Das Kind sollte erst Schuhe tragen, wenn es ohne Hilfe laufen kann,
  • die Kinderfüße und die Schuhe müssen perfekt ausgemessen werden,
  • es gibt verschiedene Schuhformen, die genau auf die Kinderfüße abgestimmt werden müssen,
  • Qualität erkennt man unter anderem am Gütesiegel.
Und wann kommen die Lauflernschuhe zum Einsatz? Hier gibt es seitens der Experten unterschiedliche Meinungen. (#4)

Und wann kommen die Lauflernschuhe zum Einsatz? Hier gibt es seitens der Experten unterschiedliche Meinungen. (#4)

Gesunde Kinderfüße: Gesunde Erwachsenenfüße?

Die Füße von Babys und Kleinkindern sind noch sehr weich und können durch bestimmtes Schuhwerk oder auch durch Gewohnheiten geformt werden. Die Sehnen und Bänder sind dehnbar, außerdem ist die Knochenstruktur noch nicht ausgebildet. Die Verknöcherung findet während der frühen Lebensjahre statt. Beim Fuß beginnt dieser Prozess an der Außenseite des hinteren Fußes und im inneren Bereich des Vorfußes.

Es kann bis zu 15 Jahre dauern, bis die Kinderfüße voll funktionsfähig sind, allerdings verläuft der Entwicklungsprozess bei jedem Kind anders. Damit man als Erwachsener gesunde Füße hat, dürfen die Kinderfüße unter keinen Einschränkungen leiden. Laut Statistik haben etwa 98 % aller Kinder bei ihrer Geburt gesunde Füße. Bei den Erwachsenen sind es nur noch 60 % mit gesunden Füßen.

Schon in Studien aus früheren Jahrzehnten wurde ein Zusammenhang zwischen dem Tragen von festem Schuhwerk und Beschwerden an den Füßen vermutet. Es gibt zwar keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis dafür, aber die Untersuchungen scheinen genau darauf hinzuweisen.

Wenn der Schuh drückt

In zu engen Schuhen fühlen sich Erwachsene unwohl, Kinder spüren jedoch nicht immer, ob das Schuhwerk richtig sitzt. Da die Füße noch nicht richtig fest sind, wird durch einen knapp sitzenden Schuh nicht gleich ein Schmerz ausgelöst. Die Kinderfüße passen sich an die Innenform des Schuhs an und niemand merkt, dass hier etwas gründlich schief läuft. Zu kleine Schuhe verformen die noch weichen Füße, sodass es zu dauerhaften Fehlstellungen kommen kann. In der Folge führt das womöglich zu Haltungsschäden. Wenn die Zehen nicht ausreichend Platz haben, knicken sie nach außen hin ab: Das kann der Auslöser für die Entwicklung des schmerzenden Hallux valgus sein.

Wer auf gesunde Kinderfüße achtet, hat eine größere Chance auf gesunde Erwachsenenfüße. (#5)

Wer auf gesunde Kinderfüße achtet, hat eine größere Chance auf gesunde Erwachsenenfüße. (#5)

Kinderfüße sind so empfindlich, dass sie manchmal sogar auf enge Socken reagieren. Die Empfindlichkeit bezieht sich dabei nicht auf das Schmerzempfinden der Kinder, sondern auf die Formbarkeit der Füße. Für die Eltern heißt das also: Aufpassen, dass Söckchen und Schuhe nicht zu klein sind!

Das richtige Vorgehen beim Kauf von Kinderschuhen

Wenn Kinder schon in jungen Jahren an einer Fußfehlstellung leiden, liegt das meistens am falschen Schuhwerk. Darum ist es wichtig, dass die Eltern die Kinderfüße genau ausmessen oder messen lassen. Viele Schuhgeschäfte bieten ihre Hilfe dabei an und darauf sollte man auch nicht verzichten. Die Schuhexperten wissen, welche Maße wichtig sind und wie oft ein Nachmessen erfolgen sollte. Grundsätzlich wird empfohlen, die Vermessung etwa alle drei Monate zu wiederholen. Beim Messen ist auf die folgenden Aspekte zu achten:

  • Der Schuh muss nicht nur in der Länge passen, sondern auch in der Spannbreite und in der Höhe.
  • Zuhause lässt sich eine Schablone für den Kinderfuß anfertigen: Hierfür setzt man den Fuß auf ein Stück Pappe oder Papier und umrandet ihn.
  • Die Schuhe sollten einen bis 1,5 Zentimeter länger sein als die Schablone.
  • Beim Ausmessen der Schuhe im Geschäft darf sich die Schablone nicht im Schuhinneren verbiegen, sonst stimmt die Größe nicht.

Das Weiten-Maß-System (WMS)

Hochwertige Kinderschuhe werden von einem Qualitätssiegel gekennzeichnet. Schon seit mehreren Jahrzehnten hat sich in Deutschland das Siegel WMS etabliert. Es stammt vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie und kennzeichnet die Kinderschuhe von bewährten Marken. Das Schuhwerk, das mit dem WMS Gütesiegel versehen ist, hat eine ideale Passform und überzeugt auch durch seine Gesamtqualität.

Babyfüsse müssen vor dem ersten Schuhkauf richtig vermesssen werden - aber wie geht das? Hierfür gibt es inzwischen hilfreiche Systeme und Richtwerte wie z.B. WMS (#6)

Babyfüße müssen vor dem ersten Schuhkauf richtig vermesssen werden – aber wie geht das? Hierfür gibt es inzwischen hilfreiche Systeme und Richtwerte wie z.B. WMS (#6)

WMS hat es sich zum Ziel gesetzt, 95 % der deutschen Kinder mit perfekt sitzenden Schuhen aus dem Fachhandel zu versorgen. Die fairen Preise sind nur bei einer standardisierten Industrieproduktion in Serie möglich. Das bedeutet, dass die Schuhleisten auf die typische Form der Kinderfüße abgestimmt sein müssen. Zu diesem Zweck arbeitet WMS mit wissenschaftlich festgelegten Richtlinien und statistischen Daten. Exakte Vorgaben hinsichtlich der Schuhlänge, der Weite und der Art der Spitze helfen dabei, Fußschäden bei Kindern zu vermeiden.

Die Qualität der Kinderschuhe

Bei der Schuhqualität geht es nicht nur um die Beständigkeit. Da es sich um Kinderschuhe handelt, dürfen sie keine Schadstoffe enthalten. Zudem punkten viele Markenschuhe durch eine optimale Solidität und durch besondere Extras wie reflektierende Elemente. Solche Zusatzteile verbessern die Sichtbarkeit bei schwierigen Lichtverhältnissen, zudem kommen die leuchtenden Reflektoren bei den Kindern gut an.

Auch wenn Kinderfüße schnell wachsen, sollte man zumindest zwei Paar in jeder Größe kaufen. So stehen dem Nachwuchs Wechselschuhe zur Verfügung. Meistens schwitzen Kinderfüße relativ stark, sodass die Schuhe zwischendurch ausgelüftet werden müssen: Dann sind die anderen Schuhe dran. Die unterschiedliche Beschaffenheit der Sohlen und anderen Schuhmaterialien können außerdem de Füße etwas mehr schützen oder die Belastung reduzieren. Das ist ebenfalls sehr wichtig, um die Kinderfüße zu trainieren und gesund zu halten.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Antonio Guillem, -#1 Iryna Mametkulova, -#2 sirtravelalo, -#3 specnaz, -#4 Evgeniy Losev, -#5 gpointstudio, -#6 Eviart

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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