HNO-Klinik Karlsruhe bietet Alternative zur Atemmaske bei Schlafapnoe an

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Die neue Therapieoption verbindet die schlafmedizinische Diagnostik des Kompetenzzentrums mit der chirurgischen Erfahrung der HNO-Klinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Bei geeigneten Patienten wird ein Stimulationssystem implantiert, das Atembewegungen erfasst und den Zungennerv während der Einatmung aktiviert. Dadurch kann die Zunge den Atemweg besser freihalten. Das Verfahren ist besonders für Patienten vorgesehen, bei denen die nächtliche Überdruckbeatmung mittels Atemmaske Beschwerden verursacht oder nicht zuverlässig eingesetzt werden kann. Indikation wird individuell geprüft.

Schlafapnoe belastet Betroffene durch Atemwegverschlüsse und nicht erholsamen Schlaf

Die obstruktive Schlafapnoe führt dazu, dass der Atemweg im Schlaf immer wieder teilweise oder vollständig verschlossen wird. Ursache ist meist ein Nachgeben der Strukturen im oberen Rachenbereich. Der Sauerstoffaustausch wird dadurch beeinträchtigt, und kurze Atemstillstände können auftreten. Neben lautem Schnarchen berichten Betroffene häufig über unruhigen Schlaf, morgendliche Erschöpfung und verminderte Aufmerksamkeit. Ohne wirksame Behandlung steigt das Risiko für dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen und eine eingeschränkte Lebensqualität im beruflichen und privaten Alltag.

Gezielte Nervenstimulation kann Atemaussetzer reduzieren und Schlafqualität nachhaltig verbessern

Die Therapie nutzt einen implantierten Stimulator, um die Funktion des Hypoglossus-Nervs im Schlaf gezielt zu unterstützen. Ein Atemsensor erfasst den Beginn jeder Einatmung und löst die Stimulation zeitgerecht aus. Der Nerv aktiviert daraufhin Muskeln, welche die Zunge nach vorn bewegen. Diese Bewegung vergrößert den verfügbaren Raum im oberen Atemweg. Damit soll verhindert werden, dass erschlafftes Gewebe den Rachen verschließt. Das Verfahren kann Atemaussetzer senken und einen ruhigeren, erholsameren Schlaf ermöglichen.

KSM und HNO-Klinik schaffen umfassendes Therapieangebot für Patienten

Das neue Verfahren ergänzt die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten der HNO-Klinik durch eine implantierbare Therapie für sorgfältig ausgewählte Patienten. In Zusammenarbeit mit dem KSM werden alle Abläufe von Beginn an interdisziplinär geplant. Die Diagnostik klärt Schweregrad, Ursache und Behandlungsbedarf der Schlafapnoe. Danach bespricht das Behandlungsteam mögliche Alternativen und legt die individuell geeignete Vorgehensweise fest. Bei Eignung erfolgt der operative Einsatz des Systems; die weitere Betreuung umfasst Funktionsprüfungen, Therapieanpassungen und die medizinische Nachsorge.

Erster Zungenschrittmacher-Einsatz am Klinikum Karlsruhe erfolgreich durchgeführt worden

Ein 72-jähriger Patient ist am Klinikum Karlsruhe erstmals mit einem implantierten Zungenschrittmacher versorgt worden. Vor dem Eingriff berichtete er über starkes Schnarchen, unterbrochenen Schlaf und eine fehlende nächtliche Regeneration. Diese Beschwerden führten zu ausgeprägter Müdigkeit während des Tages und beeinträchtigten seine persönliche Lebensqualität. Das neu etablierte Verfahren nutzt eine gezielte Stimulation des Hypoglossus-Nervs und ergänzt die verfügbaren Maßnahmen der HNO-Klinik. Es eröffnet geeigneten Patienten eine neue Option bei Schlafapnoe.

Schleimhautbeschwerden durch Atemmasken können eine alternative Therapie erforderlich machen

Eine Beatmungstherapie mit Atemmaske wird bei schlafbezogenen Atmungsstörungen regelmäßig als erste Behandlungsoption eingesetzt. Trotz ihrer hohen Wirksamkeit können einzelne Patienten die erforderliche nächtliche Anwendung nicht dauerhaft durchführen. Im vorliegenden Fall beeinträchtigten trockene Schleimhäute, trockene Augen infolge einer belasteten Bindehaut und ein Überblähungsgefühl die Verträglichkeit. Für Patienten mit vergleichbaren Problemen kann ein implantierbarer Zungenschrittmacher nach umfassender Eignungsprüfung eine technisch andere Therapieform zur Sicherung der Atemwege bieten und die Schlafqualität nachhaltig verbessern.

Therapieentscheidung erfolgt nach schlafmedizinischer und HNO-ärztlicher Einzelfallbewertung des Patienten

Vor dem Einsatz der Hypoglossus-Stimulation ist eine sorgfältige Auswahl notwendig, weil das Implantat nur unter bestimmten Voraussetzungen wirksam und sicher eingesetzt werden kann. Der Arzt beurteilt die Schlafapnoe, den Zustand der oberen Atemwege und relevante gesundheitliche Faktoren. Dazu gehören schlafmedizinische Messungen, eine endoskopische Untersuchung und die Prüfung bisheriger Behandlungen. Nach Auswertung Ergebnisse wird gemeinsam mit dem Patienten entschieden, ob die Implantation angezeigt ist oder eine andere Therapie bevorzugt werden sollte.

Die Hypoglossus-Stimulation ist ein operatives Therapieverfahren für ausgewählte Patienten, die unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden. Nach der Implantation wird der Zungennerv im Schlaf atemabhängig stimuliert. Die Vorverlagerung der Zunge kann dazu beitragen, den Atemweg zu sichern und Verschlüsse zu vermeiden. Damit sollen die Zahl der Atemaussetzer sinken und die Erholung nachts verbessert werden. Anwendung wird geprüft, wenn die CPAP-Therapie nach erneuter Anpassung nicht toleriert wird oder keinen ausreichenden dauerhaften Behandlungserfolg erzielt.

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