Taufe: Checkliste & Vorbereitung

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Eine Taufe bedarf einer guten Planung und Vorbereitung, die sich am ehesten per Checkliste durchführen lässt. Wir haben diese einmal zusammengestellt, weiter unten folgt eine ausführliche Erläuterung einzelner Punkte.

Taufe: Checkliste für die Vorbereitung

  • Auswahl der TaufpatInnen
  • Tauf-Termin zusammen mit Taufpaten planen
  • Anmeldung zur Taufe: in der zuständigen Gemeinde beziehungsweise auf Anfrage in einer Kirchengemeinde der persönlichen Wahl
  • Unterlagen: Trauungs- und Taufscheine der Eltern (falls vorhanden), Geburtsurkunde des Kindes, Patenschein (Kirchenzugehörigkeit der PatInnen)
  • Anschrift der Kirche plus Anfahrtsbeschreibung für die Taufgäste
  • Einladungen zur Taufe gestalten und verschicken
  • Räumlichkeiten für die Tauf-Feier auswählen und reservieren
  • Fotograf engagieren (kann ein Familienmitglied sein)

So gestaltet sich der Ablauf der Taufe:

  • Im Sonntagsgottesdienst dauert eine Taufe rund 60 Minuten.
  • Es ist ein besonderer Taufgottesdienst möglich, der bis zu 45 Minuten dauert.
  • Nach der Taufe sind etwa 20 Minuten für Gratulationen und Fotos einzuplanen.

Das Taufgespräch

Ab der sechsten bis spätestens zweiten Woche vor einer Taufe führen die Eltern mit dem Pfarrer ein Taufgespräch. Dieses hat bestimmte Inhalte:

  • Bedeutung und Ablauf einer Taufe
  • Tauffrage an Eltern und PatInnen
  • Welche Aufgaben übernehmen Paten?
  • Auswahl von Liedern und weiterer Musik
  • Mitwirkung von TaufpatInnen und weiteren Gästen
  • Auswahl des Taufspruches
  • Gestaltungselemente wie eine selbst gestaltete Taufkerze
  • Blumenschmuck
  • Fotos und Filme in der Kirche, zum Beispiel am Taufbecken
  • Angebote der Kirchengemeinde zur Taufe
  • Zweckbestimmung der Kollekte

Die Bedeutung der Checkliste für die Taufe

Wenn das Kind getauft wird, ist das ein sehr bedeutsames Ereignis. Die Eltern möchten diesen Tag zum unvergesslichen Erlebnis gestalten. Nichts wäre unschöner als Stress oder Missgeschicke wegen mangelnder Vorbereitung. Die Eltern und die Gäste, natürlich auch alle Kinder möchten den Tag genießen, daher ist im Voraus viel zu bedenken. Ein Abarbeiten der Checkliste mit einem vernünftigen Zeitplan lässt die Taufe zu dem Ereignis werden, das sich alle Angehörigen gewünscht haben und von dem zeitlebens berichtet wird. Immerhin ist eine Taufe eines der größten Ereignisse im Leben eines jungen Erdenbürgers, sie kennzeichnet dessen Eintritt in die Kirchengemeinde. Vielleicht waren die Eltern schon selbst Gäste von einigen Taufen, sie kennen daher im Groben die Zeremonie. Doch sie haben sich vor der Taufe ihres ersten Kindes bestimmt noch nie dafür interessiert, was im Hintergrund an Planungen abläuft. Diese vielen Dinge haben ihrerseits eine Vorgeschichte und sind mit der christlichen Bedeutung der Taufe verknüpft, die sehr weit reicht.

Infografik: Geburten und Taufen gegenübergestellt.

Infografik: Geburten und Taufen gegenübergestellt.

Die Bedeutung der TaufpatInnen

Wer soll Taufpatin und/oder Taufpate werden? Wie viele TaufpatInnen sind erlaubt? Hierauf gibt das katholische Kirchenrecht eine Antwort: Es erlaubt maximal zwei Taufpaten, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen. In der evangelischen Kirche dürfen es bis zu vier Paten sein. Diese sollten der Konfession des Täuflings angehören, wobei das von mindestens einem Taufpaten gefordert wird. In der evangelischen Kirche können weitere Paten katholisch sein, in der katholischen Kirche wäre ein weiterer Taufpate bei evangelischem Glauben nur “Taufzeuge”. In vielen Fällen wird übrigens nur ein(e) Taufpat(in) gewählt, sie (er) trägt den Täufling und bezeugt die Sakramentenspendung. Der Name des Taufpaten steht anschließend neben dem des Täuflings und der Eltern im Kirchenbuch. Ein Taufpate ist ein “Mit-Vater” (lateinisch pater spiritualis), altdeutsch nennt man ihn „Gevatter“. Er oder sie soll anschließend das Kind miterziehen, in der Regel beschränkt sich das aber auf Geburtstagsgeschenke. Die ursprüngliche Intention ist jedoch, dass mit dem Taufpaten eine weitere Vertrauensperson für das Kind existiert, die dieses nötigenfalls beim Ableben der Eltern sogar aufziehen könnte.

Die Bedeutung der TaufpatInnen wird oftmals unterschätzt. Mit auf die Checkliste zur Taufe muss auf jeden Fall die Auswahl der Taufpaten bzw. Taufpatinnen

Die Bedeutung der TaufpatInnen wird oftmals unterschätzt. Mit auf die Checkliste zur Taufe muss auf jeden Fall die Auswahl der Taufpaten bzw. Taufpatinnen

In jedem Fall sollten Taufpaten in schwierigen Lebenssituationen zur Stelle sein. Dazu gehört eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Taufpaten, Patenkind und Eltern, die eigentlich nur durch den regelmäßigen Kontakt zustande kommt. Der Taufpate vertritt auch die christliche Gemeinde, denn das urchristliche Ritual der Taufe war der Anlass für die entstandene Beziehung zum Patenkind. Diese besteht nach katholischem Verständnis lebenslänglich, für die evangelische Kirche endet sie mit der Konfirmation. Daher ist ein Patenamt durchaus anspruchsvoll, es benötigt Vertrauen zwischen dem Paten und der Familie, damit auch der Beistand in einer schwierigen Situation sowie eine Unterstützung bei Erziehungsfragen möglich werden. Wenn Eltern die entsprechende Person auswählen, sollten sie vorab das Gespräch suchen. Paten können die Aufgabe auch ablehnen, wenn sie schon zu sehr beansprucht werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Paten rechtzeitig auszuwählen. Vielleicht ist er/sie gar nicht so leicht zu finden. Manche Eltern schließen mit dem Paten einen schriftlichen Vertrag, der gegenseitige Erwartungen festhält. Paten wiederum lesen bisweilen bei der Taufe ihre Verpflichtungen aus so einer Vereinbarung laut vor, um sich in der Öffentlichkeit dazu zu bekennen. Die Eltern gehen gegen den Paten auch Verpflichtungen ein, sie laden ihn beispielsweise zu Geburtstagen des Kindes ein. Dieses wird sich möglicherweise zumindest als Katholik später einmal in gewisser Weise um die betagte Patentante wie um die eigene Mutter kümmern.

Tauf-Geschenke

Sicher sind die allermeisten der Geschenke natürlich für den Täufling gedacht – meist Geldgeschenke. Damit wird in manchen Ländern angedacht, später mal ein Studium zu finanzieren, wie in England oder den USA. Hierzuland fallen die Geldgeschenke oftmals etwas knapper aus als Übersee, und werden häufig in frische Sparkonten gesteckt, zum Beispiel um eines Tages mal den Führerschein zu finanzieren. Jedoch gibt es häufig auch kleinere Geschenke für die Eltern des Täuflings, die sich nach dem entsprechenden Alter der Kleinen richten.

Falls man mal keine Idee hat, was man Schenken kann, oder als Gimmick zur Taufkarte dazureichen kann, empfehlen sich kleine Alltagshelfer. So zum Beispiel ein Vakuum Pad für die Zeit, wenn die Kleinen anfangen, zu Tisch zu essen, bzw. gefüttert zu werden.

Inhalte der Taufe

Im Rahmen der Vorbereitungen geht es auch um die Inhalte während der Taufzeremonie. Viele dieser Inhalte sind festgelegt, doch die Eltern können gern eigene Ideen einbringen. Der Taufspruch etwa sollte von den Eltern gut bedacht werden, denn er dient als Motto und beeinflusst daher die Gestaltung der gesamten Planung und der Taufzeremonie. Ein Bibelspruch passt immer, hierbei dürfte der Pfarrer gern behilflich sein. Literaturzitate sind aber auch sehr angebracht. Zu dem kurzen Taufspruch kommen die Lesungen während des Taufgottesdienstes. Auch hierbei können sich die Eltern mit eigenen Vorschlägen einbringen, die sie mit dem Pfarrer abstimmen müssen. Diese Vorschläge lockern den Gottesdienst auf und geben ihm dem Anlass entsprechend eine sehr persönliche Note. Fürbitten dürfen die Angehörigen ebenfalls frei formulieren. Durch sie ergibt sich die wunderbare Möglichkeit, Freunde und weitere Familienmitglieder einzubeziehen. Auch bei der Musik kann die Familie wenigstens zum Teil mitreden, auf jeden Fall bei den Liedern. Der Organist wird ganz sicher auch Stücke auf Wunsch spielen.

Wichtiger Punkt für die Checkliste zur Taufe: Taufgespräch rechtzeitig führen

Wichtiger Punkt für die Checkliste zur Taufe: Taufgespräche sollte man auf jeden Fall rechtzeitig führen

Wichtiger Punkt für die Checkliste zur Taufe: Taufgespräche sollte man auf jeden Fall rechtzeitig führen

All diese Punkte, Fragen der Organisation und der Formalitäten werden im Taufgespräch behandelt, das daher ruhig längere Zeit vor dem geplanten Termin stattfinden darf. Nach diesem Gespräch herrscht so viel Klarheit, dass die Eltern in Ruhe ihre Einladungen gestalten und versenden können, denn nun wissen sie, wie der Tag ablaufen wird und welche lieben Angehörigen und Freunde sie unbedingt dabei haben möchten. Diese Einladungen dürfen auch nicht zu spät verschickt werden, damit sich die Lieblingsgäste den Termin freihalten. Die schön gestaltete Einladungskarte ist gleichzeitig für alle Beteiligten eine wundervolle Erinnerung an die Taufe, sie kann sogar Liedtexte enthalten. Gut geplant wird die Taufe ein ganz großes Ereignis.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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