Warum sind Hochzeitskleider weiß? Daher kommt der alte Brauch wirklich!

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Das klassische Brautkleid ist weiß, doch der Blick in die Geschichte der Brautmode zeigt, dass das nicht immer so war. Hochzeitskleider haben sich ebenso wie die Mode im Laufe der Jahrhunderte verändert. Tatsächlich ist die Farbe Weiß für Brautkleider erst seit etwa 1900 in Mode. Sie soll die Reinheit und Unschuld der Bräute betonen.

Wie hat sich die Brautmode entwickelt?

Schon in der Antike kleideten sich die Bräute in edle Gewänder, aber die Farbe Weiß hat in diesem Zusammenhang erst eine relativ junge Geschichte. In früheren Jahrhunderten waren es vor allem die adligen Frauen, die zu hellen, reich verzierten Kleidern griffen. Unter anderem sorgte Maria de Medici um 1600 dafür, dass dieser Trend in Europa Fuß fasste. Ihre Robe in Eierschale hatte goldene Verzierungen und soll die Modewelt am Hof verändert haben.

Etwa seit 1700 sollte weiße Bekleidung die Jungfräulichkeit der Bräute symbolisieren. Anfangs konnten sich jedoch nur die reichen Bürger weiße Festkleider leisten, sodass diese zu einer Art Statussymbol wurden. In der damaligen Zeit gab es üblicherweise noch kein spezielles Kleid für die Hochzeit, sodass es sich im Grunde genommen einfach um besonders schöne Stücke handelte. Die Frauen trugen sozusagen ihr Sonntagskleid. Dieses war oft schwarz oder es orientierte sich an der Tracht der entsprechenden Region. Damit unterschied sich die Braut kaum von den weiblichen Hochzeitsgästen.

Im 19. Jahrhundert präsentierte man in Frankreich erstmalig ein spezielles Kleid für die Hochzeit, das nur für diesen Tag entworfen wurde. Zu den noch heute bekannten Modellen gehört Sissis Brautkleid, das sie 1854 trug.

Etwa seit den 1920er Jahren haben sich die weißen bzw. hellen Hochzeitskleider immer stärker durchgesetzt, und zwar in allen Bevölkerungsschichten. Die Schnitte orientierten sich an der sonstigen Mode, sodass man auf einen Blick erkennen kann, aus welcher Epoche die Brautmode stammt.

Die klassischen Farben für Hochzeitskleider sind heute Weiss, Rosé und Eierschale. Doch manche Braut fühlt sich auch in außergewöhnlichen Farben wir Champagner oder Flieder gut in Szene gesetzt. (#1)

Die klassischen Farben für Hochzeitskleider sind heute Weiss, Rosé und Eierschale. Doch manche Braut fühlt sich auch in außergewöhnlichen Farben wir Champagner oder Flieder gut in Szene gesetzt. (#1)

 

Vielfältige Hochzeitskleider in Weiß und anderen Farben

Bis heute ist Weiß die klassische Farbe für Hochzeitskleider, allerdings hat die Brautmode auch andere helle Nuancen zu bieten. Creme, Rosé oder Eierschale sind schon seit vielen Jahrzehnten ebenfalls sehr beliebt. Seit einigen Jahren kommen auch kräftige Farben für mutige Frauen hinzu, beispielsweise ein leuchtendes Rot oder ein intensives Blau.

Der Schnitt erst bringt das Hochzeitskleid zumm Leben

Neben den Farben hat sich auch bei den Schnitten der Brautkleider viel getan. Heutzutage stehen den heiratswilligen Frauen ganz unterschiedliche Silhouetten zur Auswahl. So können sie sich für das beliebte Prinzessinnenkleid entscheiden, für ein tief ausgeschnittenes Kleid im Meermaid-Stil, für ein schlichtes Etuikleid oder ein knielanges Cocktailkleid.

 

Bräuche wie der Schleiertanz leben in vielen Hochzeiten wieder auf. (#2)

Bräuche wie der Schleiertanz leben in vielen Hochzeiten wieder auf. (#2)

 

Ganz in Weiß und andere Traditionen

Zu einem klassischen Hochzeitskleid in Weiß oder Creme gehören noch weitere Dinge, die den traditionsbewussten Brautpaaren gefallen. Vor allem der Brautschleier spielt eine Hauptrolle. In Weiß soll er ebenfalls die Unschuld symbolisieren und ist die ideale Ergänzung zu weißen Hochzeitskleidern. Wenn die Hochzeitsfeier bis Mitternacht dauert, gilt die Hochzeitsbraut traditionell als Ehefrau, darum findet dann der Schleiertanz statt: Bei diesem tanzt die frisch gebackene Ehefrau alleine, während die jungen, unverheirateten Frauen sich Stücke aus dem Schleier herausreißen. Diejenige mit dem größten Stück soll entsprechend des Brauches als nächste heiraten.

Video 100 Jahre Brautmode & Hochzeitskleider

Brauchtum rund um das Hochzeitskleid

Das Brauchtum, „etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues“ zu tragen, stammt aus England

  • Dabei bezieht sich das „Alte“ auf die bisherigen Erlebnisse der Hochzeitsbraut und ist oft ein geerbter Schmuck.
  • Das Neue kann das Brautkleid sein oder auch die Hochzeitsschuhe. Es bezieht sich auf den Anfang des Ehelebens.
  • Das Geliehene symbolisiert Glück und Freundschaft: Am besten kommt es von einer Freundin, die bereits verheiratet ist. Hierbei kann es sich um ein verziertes Stofftaschentuch oder um einen Brautbeutel handeln.
  • Das Blaue steht für die eheliche Treue: Oft binden sich die Frauen ein blaues Strumpfband um.

Zu diesem Brauch gehört noch ein Glückspfennig, der im Schuh aufbewahrt wird, doch dieser wird häufig weggelassen.

Video Brautkleid kaufen

Muss es ein weißes Hochzeitskleid sein?

Weiß steht weiterhin für die Unschuld, doch so streng ist man heute kaum noch, wenn es um Hochzeitskleider geht. Allerdings fühlen sich die Frauen in den zartweißen Hochzeitskleidern besonders frisch und jugendlich. Trotzdem sind auch andere helle Farben sehr beliebt. Letztendlich richtet sich die Auswahl der Brautkleider auch danach, welcher Farbton der Braut besonders schmeichelt.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild kryzhov, #1 YuriyZhuravov, #2 Wedding Stock Photo

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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