Baby weint im Schlaf: Was kann man dagegen tun?

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Das Baby weint im Schlaf? Für Eltern oft erschreckend, handelt es sich dabei doch um eine normale Form der Verarbeitung von tagsüber Erlebtem. Eine Ausnahme gilt bei vorliegenden Krankheiten.

 Das Baby weint im Schlaf: Mythos durchschlafendes Baby?

Es gibt sie durchaus, die Kinder, die im Alter von nur drei Monaten plötzlich die ganze Nacht durchschlafen. Und damit sind nicht die Kinder gemeint, die per Definition von mindestens fünf Stunden am Stück schlafen, sondern die, die wirklich zehn oder zwölf Stunden sanft schlummern bzw. gänzlich im Tiefschlaf versinken. Wachphasen? Kennen diese Kinder nur, wenn sie wirklich ausgeschlafen und munter sind. Im besten Fall kommen noch einmal zwei bis drei Stunden Mittagsschlaf hinzu und die Eltern sind glücklich.

So ein unkompliziertes Kind! Leider gibt es derartige Kinder zwar, doch in der Regel haben junge Mütter und Väter eher ein Problem damit, ein Schlafmuster zu finden. Das Baby weint eher beim Schlafen, von Durchschlafen keine Spur und der Traumschlaf ist von Unruhe und dem drohenden Wachwerden begleitet. Diese Eltern wenden sich verzweifelt an Kinderärzte und Hebammen, sind in Schlafgruppen im Internet und in verschiedenen Foren zu finden. Aber steht die Kindergesundheit wirklich gleich auf dem Spiel, nur weil das Kleine in der Nacht weint?

Um einschätzen zu können, was normal ist und was nicht, muss bekannt sein, wie viel ein Baby überhaupt schläft. Die Infos zu Babys Schlafverhalten zeigen, dass die Kleinen sogar richtig viel Schlaf benötigen: In den ersten acht Wochen nach der Geburt brauchen die kleinen Erdenbürger zwischen 16 und 18 Stunden Schlaf! Allerdings verteilen sie diesen auf bis zu sechs Schlaf- und Wachphasen. Es ist daher normal, wenn sich das Baby alle zwei bis drei Stunden mit Schreien meldet und nach Essen, Liebe und einer sauberen Windel verlangt. Da die Kleinen aber noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus kennen, sind sie auch nachts so häufig wach und die liebe Mama morgens vom Staccato-Schlaf völlig erledigt.

Aber schon im Alter von drei Monaten kennen die Kleinen Tag und Nacht und es bildet sich bei den meisten ein Schlafmuster heraus. Der Tiefschlaf wird mehr und mehr in die Nacht verlagert, tagsüber schlafen die Kleinen deutlich weniger und vor allem weniger tief. Der leichte Schlaf, der nach der Geburt auch nachts vorherrscht, ist überlebenswichtig, denn nur so kann ein Kleinkind gleich wach werden, wenn es Hunger hat oder eine volle Windel quält.

Der leichte Schlaf, der nach der Geburt auch nachts vorherrscht, ist überlebenswichtig, denn nur so kann ein Kleinkind gleich wach werden, wenn es Hunger hat oder eine volle Windel quält.

Der leichte Schlaf, der nach der Geburt auch nachts vorherrscht, ist überlebenswichtig, denn nur so kann ein Kleinkind gleich wach werden, wenn es Hunger hat oder eine volle Windel quält.(#01)

Baby weint im Schlaf: Ist das normal?

Grundsätzlich machen sich die meisten Eltern schon über Kleinigkeiten Sorgen. Meist unbegründet, denn jedes Kind ist anderes, schläft anders und hat einen längeren oder kürzeren Traumschlaf. Doch wenn das Baby im Schlaf weint und noch nicht einmal die Augen öffnet: Das soll normal sein?

Sicherlich sind auch aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis Erwachsene oder größere Kinder bekannt, die zum Schlafwandeln neigen, die im Traum reden oder auch mal laut kreischen. Auch bei einem Kleinkind ist es völlig normal, dass es brabbelt und gluckst, lächelt und sogar weint. Es muss deshalb nicht krank sein, sondern verarbeitet vielleicht gerade den stressigen Besuch beim Kinderarzt oder das erschreckende Gebell neben dem Kinderwagen beim Spazierengehen. Weint das Kleine, sollten Eltern aber zumindest gut hinhören, denn es hört sich anders an, wenn ein Kind Schmerzen hat oder wenn es einfach nur Erlebnisse verarbeitet.

Gründe für Schmerzen oder Unwohlsein und ein damit verbundenes Weinen im Schlaf können unter anderem die folgenden sein:

  • Das Baby hat Bauschmerzen oder Blähungen.
  • Die ersten Zähnchen schieben im Kiefer und verursachen Schmerzen
  • Die Raumtemperatur ist zu hoch oder es ist im Schlafsack zu warm.
  • Das Kleine wächst.
  • Die Liegeposition ist unbequem.

Viele Eltern vernachlässigen zum Beispiel den letzten Punkt, wobei sie aber nicht vergessen sollten, dass sich ein kleines Baby unter drei Monaten noch nicht allein umdrehen kann. Es ist darauf angewiesen, in eine bequeme Position gelegt zu werden. Umgekehrt sind die Kleinen ab ca. 12 bis 14 Wochen zwar in der Lage, sich auf den Bauch zu rollen, kommen dann aber nicht mehr in die Rückenlage zurück. Da schläft es sich wieder unbequem, das Baby weint im Schlaf.

Es ist aber nicht nötig, das Kleine zu wecken, wenn es weint. Es beruhigt sich von selbst wieder oder wird richtig wach. Meist haben Mütter und Väter hier ein gutes Gespür und merken selbst, wenn etwas nicht stimmt und das Kind besser geweckt werden sollte. Sanftes Streicheln und ein beruhigendes Brummeln reichen meist schon aus, um das Kleine, sofern es gesund ist und keine Schmerzen hat, zu beruhigen. Oft braucht das Baby nur die Gewissheit, dass es nicht allein ist!

Es ist aber nicht nötig, das Kleine zu wecken, wenn es weint. Es beruhigt sich von selbst wieder oder wird richtig wach.

Es ist aber nicht nötig, das Kleine zu wecken, wenn es weint. Es beruhigt sich von selbst wieder oder wird richtig wach.(#02)

Der Nachtschreck: Lautes Schreien in der Nacht

Die Hochphase des Nachtschrecks liegt zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr, teilweise sind die Kinder aber auch schon etwas älter. Sie wachen nachts auf, schreien plötzlich laut, schlagen mit den Armen um sich und lassen sich kaum beruhigen. Das Phänomen Nachtschreck ist für Eltern oft erschreckend, denn die Kinder sind nicht einmal ansprechbar in diesen Phasen. Es hilft dann nur, leise mit dem Kind zu sprechen und ihm zu versichern, dass es nicht allein ist.

Wichtig ist auch, dass es vor Verletzungen geschützt wird. Bewusst aufwecken sollte solch ein Kind niemand, denn es kann nur schwer wieder einschlafen und ist auch oft sehr verwirrt. Das Kind ist nicht wach, aber auch nicht richtig schlafend. Solche Situationen können bis zu einer Viertelstunde anhalten, dann fallen die Kinder von allein wieder in den normalen Schlaf und Tiefschlaf.

Das Phänomen betrifft nur drei bis sechs Prozent aller Kinder und zeigt sich meist ein bis vier Stunden nach dem Zubettgehen bzw. Einschlafen. Es ist nicht endgültig geklärt, warum manche Kinder Nachtschrecke bekommen und andere nicht, mögliche Verstärker sind aber:

  • Übermüdung
  • Krankheit
  • Medikamente oder Umstellung auf neue Medikamente
  • fremde Umgebung
  • unregelmäßige Schlafenszeiten
  • Stress, auch psychischer Art

Die Einführung von Schlafritualen kann helfen, diese Kinder von Nachtschrecken zu befreien. Außerdem brauchen sie eine gewisse Beständigkeit im Alltag und viel Empathie durch die Eltern sowie alle nahestehenden Personen.

Nähe, Wärme und Kuscheln sind wichtig, dazu natürlich eine ruhige Schlafumgebung und Nahrung.

Nähe, Wärme und Kuscheln sind wichtig, dazu natürlich eine ruhige Schlafumgebung und Nahrung. (#03)

Das Baby weint im Schlaf: Tipps für einen besseren Schlaf

Da die meisten Eltern immer auf der Suche nach Tipps sind, wie sie ihrem Baby etwas Gutes tun und in diesem Fall den Schlaf positiv beeinflussen können, gibt es an dieser Stelle einige Tipps. Die „Grundregel“ dabei ist, dass das Kind vor allem Ruhe und einen festen Alltag braucht, sichere Bezugspersonen, die auch immer da sind, wenn sie gebraucht werden. Nähe, Wärme und Kuscheln sind wichtig, dazu natürlich eine ruhige Schlafumgebung und Nahrung. Vielen Kindern hilft es, wenn sie einfach bei der Mama schlafen dürfen.

Das ist sogar für beide von Vorteil: Das Kleine fühlt sich sicher und geborgen, die Mama muss nicht erst aufstehen, um das Kind zu beruhigen. Ein Beistellbettchen ist hier ideal: So liegt das Baby in seinem eigenen Bett und dennoch ganz nah bei der Mama.

Stellt sich das Problem, dass ältere Kinder nicht schlafen, so können natürlich auch diese bei den Eltern im Bett nächtigen, denn das Problem erledigt sich meist noch im Vorschulalter. Gerade ein Kindergarten- oder Vorschulkind hat aber viele Dinge zu verarbeiten und weint vielleicht auch deshalb in der Nacht. Es ist noch weit entfernt vom „Großsein“ und braucht seine Eltern noch sehr stark. Manche Mütter und Väter statten den Bettkasten des Kinderbettes daher mit einer Matratze aus und haben so bei Bedarf ein eigenes Bett im Zimmer des Kindes. So kommen alle zur Ruhe!

Wichtig sind auch entspannte Tage. Eltern sollten versuchen, alles in Ruhe angehen zu lassen, vor allem, wenn sie ein kleines Sensibelchen als Kind haben. Die Erlebnisse des Tages zeigen sich immer in der Nacht! Eltern sollten daher bei neuen Erlebnissen mit den Kindern darüber sprechen, sollten ihnen helfen, Dinge zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen. So bekommen sie mehr Sicherheit und meistern ähnliche Situationen beim nächsten Mal deutlich besser.

Hilfreich sind Einschlafrituale, die aus einer Geschichte, einem Lied, einem kleinen Spiel oder ähnlichen Dingen bestehen. Dazu wird jeder Abend gleich gestaltet und es geht nach dem Abendessen ins Bad, dort wird gewaschen oder gebadet, es gibt eine trockene Windel und noch eine kleine Massage. Kinder halten sich regelrecht an solchen Ritualen fest und finden darin die nötige Sicherheit, um immer wieder in den Schlaf zu finden.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: Lopolo_-#01: LightField Studios -#02: FotoAndalucia -#03: Alexei Zatevakhin

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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