Klaps bei Kindern: was steckt wirklich dahinter?

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Kaum ein Thema spaltet die Gemüter beim Elterntreff, in den Communities oder auch beim Gespräch zwischen Eltern und Großeltern so sehr wie ein Klaps bei Kindern. Was in früheren Zeiten an der Tagesordnung war, ist heute verpönt. Liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen? Nein! Ein Klaps bei Kindern sollte niemals eine Alternative sein.

Auch Kinder haben Rechte und in diesen Rechten ist schriftlich festgehalten, dass Kindern eine gewaltfreie Erziehung zusteht. Nun werden einige Eltern sagen, dass ein Klaps bei Kindern nichts mit Gewalt zu tun hat und er ihnen selber ja auch nicht geschadet hat. Die wohl häufigste Argumentation beinhaltet tatsächlich diese Begründungen. Eltern, die einen Klaps bei Kindern gutheißen, sind nicht selten früher ebenfalls auf diese Weise zurechtgewiesen worden. Doch Erziehung geht auch anders. Vielen Eltern ist gar nicht bewusst, was schon ein kleiner Klaps anrichten kann.

Überforderung bei den Eltern, Angst bei den Kindern

Als der häufigste Grund für einen Klaps bei Kindern wird durch die Eltern Überforderung angegeben. Überforderung kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Gerade im Trotzalter können Kinder ihre Eltern durchaus an die Grenzen treiben. Das ist ganz natürlich, denn Kinder probieren sich aus und das machen sie vor allem dort, wo sie sich sicher und geborgen fühlen. Das ist bei den Eltern. Eltern haben jedoch auch nicht nur Nerven aus Drahtseilen und können durchaus ihre Grenze erreichen. Das ist ebenfalls nur menschlich. Die Frage ist jedoch, wie mit dem Erreichen dieser Grenze umgegangen wird. Gewalt ist hier nie eine Lösung und auch der kleinste Klaps ist bereits Gewalt.

Überforderung bei Eltern, die dazu führt, dass die Hand erhoben wird, kann bei Kindern schnell zu Angst werden. Die meisten Eltern schämen sich nach dem Vorfall, wissen nicht damit umzugehen und sind verzweifelt. Allein diese Reaktion zeigt, dass es Eltern durchaus bewusst ist, wie falsch ein Klaps tatsächlich ist.

Körperliche Konsequenzen von einem Klaps bei Kindern

Ein erster Blick sollte immer auf die körperlichen Konsequenzen gehen, die ein Klaps bei Kindern nach sich ziehen kann. Gerade bei kleinen Babys kann bereits eine leichte Erschütterung für irreparable Schäden sorgen. Schädigungen am Gleichgewichtsorgan, dem Gehirn und der Halswirbelsäule sind keine Seltenheit und können bis zum Tode führen. Größere Kinder sind natürlich robuster. Das heißt aber nicht, dass ein Klaps hier keinen Schaden anrichten kann. Auch bei größeren Kindern kann es zu körperlichen Schäden kommen.

Führt ein kleiner Klaps bei Kindern zu seelischen Schäden

Körperliche Wunden heilen, wenn sie nicht so schlimm sind. Seelische Wunden hinterlassen dauerhafte Narben im Herzen der Kinder. Die Eltern oder auch die Bezugsperson, wie Oma oder Babysitter, sind für Kinder ein Ort der Ruhe, des Vertrauens und der Geborgenheit. Jedes Baby wird mit einem Herzen voller Vertrauen geboren. Es ist darauf angewiesen, dass sich Eltern gut kümmern. Wenn der Klaps bei Kindern dann zum ersten Mal passiert, ist dies eine Grenze, die überschritten wurde und für das Kind gleichzeitig auch eine deutliche Erschütterung des Vertrauens. Das kindliche Vertrauen ist fest verankert. Jeder Klaps bei Kindern sorgt dafür, dass es Risse bekommt. Vielleicht sind die seelischen Auswirkungen noch nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Sie können sich teilweise auch erst Jahre später zeigen. Bindungsängste, Angst vor Dunkelheit, ein Zusammenzucken, wenn die Mama oder der Papa lauter werden – schon kleine Anzeichen machen deutlich, wie sehr ein Kind unter Gewalt leidet.

Eltern, die Gewalt nutzen, um ihr Kind zu erziehen, die stellen sich damit, nach § 1631 II BGB nicht nur gegen das Gesetz. Sie verletzen die Würde ihres Kindes, nehmen ihm die Selbstachtung und zerstören Vertrauen. Schon ein kleiner Klaps bei Kindern ist Gewalt und nicht gerechtfertigt.

Was tun wenn es passiert ist?

Jedem Elternteil sollte bewusst sein, dass ein Klaps bei Kindern einfach keine Lösung sein kann. Dennoch kann es passieren. Der wichtigste Punkt ist jetzt, sich selbst zu reflektieren und sich seinem Kind zu öffnen. Warum ist das gerade passiert? Was hat mich dazu gebracht, dermaßen die Kontrolle zu verlieren? Wichtig ist es einzusehen, dass in keiner Weise das Kind die Schuld trägt. Ein Kind ist nie schuld daran, wenn es geschlagen wird. Daher sollten Eltern mit ihrem Nachwuchs auch offen über das Thema sprechen. Kinder können verzeihen, dafür müssen sie aber auch verstehen.

Kam es zu einem Klaps bei Kindern, sollten die Eltern sich in aller Ruhe hinsetzen und ihrem Nachwuchs erklären, wie das passieren konnte. Hier sind Vorwürfe fehl am Platz. Eine Entschuldigung ist dagegen unbedingt notwendig. Eltern sollten ihrem Kind sagen, dass es falsch war, was sie getan haben. Kinder müssen verstehen, dass nicht sie der Grund für den Klaps waren und das sie nicht noch einmal etwas zu befürchten haben.

Hinweis: Wer merkt, dass er mit Situationen überfordert ist, der kann sich auch Hilfe holen, bevor es zu einem „Klaps bei Kindern“ kommt. Das Jugendamt ist hier die richtige Anlaufstelle.


Bildnachweis: © pixabay.com – geralt

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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