Wochenbett: Die ersten Wochen mit Baby nach der Geburt

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Das Wochenbett ist ein Mysterium, das werdende Eltern oft nur vom Hörensagen kennen. Fakt ist jedoch: Die ersten acht Wochen nach der Geburt werden als Wochenbett bezeichnet und sollten so auch genutzt werden, um gemeinsam mit dem Baby im neuen Leben anzukommen.

Schwangerschaft und Geburt sind eine große Herausforderung für Baby und Mutter. Wenn die frisch gebackenen Eltern ihr Kind jedoch im Arm halten, sind diese Anstrengungen meist schon wieder vergessen. Der Körper jedoch vergisst nicht. Schwächegefühl, Schwindel und Unwohlsein sind ein Anzeichen dafür, dass er Erholung braucht. Allein die Gebärmutter braucht im Schnitt nach der Geburt rund zehn Tage, um sich wieder zurückzubilden. Das sogenannte Frühwochenbett ist daher besonders wichtig. Wird der Körper zu schnell zu stark belastet, kann es zu einem Gebärmuttervorfall kommen, der starke Schmerzen bei der späteren Regelblutung nach sich ziehen kann.

Ankommen nach der Schwangerschaft

Das Leben mit einem Baby, egal ob es das erste, zweite oder dritte Kind ist, ist immer wieder eine Herausforderung. Eltern und Kind müssen sich erst einmal kennenlernen und genau dafür sind die ersten acht Wochen nach der Geburt ideal. Im Wochenbett kommt die Hebamme anfangs täglich zur Kontrolle, unterstützt beim Stillen, kontrolliert die Entwicklung des Babys und die Verfassung der Mutter. Viele Frauen beschreiben das Wochenbett als eine fast schon magische Zeit. Eingekuschelt und abgeschlossen von der Außenwelt sind es Tage, die im Leben nicht zurückkommen.

Hinweis: Auch wenn Familie und Freude den neuen Erdenbürger am liebsten direkt in die Arme schließen würden, so kann dies für Mutter und Kind eine starke Belastung sein. Besuche im Wochenbett sollten daher kurz gehalten werden. Viele Hebammen geben den Frauen den Tipp mit auf den Weg: „Das Wochenbett ist kein Wochenmarkt!“. Ständig neuer Besuch verhindert eine ausreichende Erholung nach der Geburt.

Wichtige Hinweise für das Wochenbett

Neben den gemeinsamen Momenten, die Mutter, Vater und Kind im Wochenbett erleben, gibt es auch einige wichtige Punkte, die nicht vergessen werden sollten:

1. Auf Hygiene achten

Der Wochenfluss ist ein Zeichen dafür, dass im Körper der Mutter durch die Geburt eine Wunde entstanden ist. Durchschnittlich sechs Wochen dauert der Wochenfluss an. In dieser Zeit ist es wichtig, die Einlagen in einem Rhythmus von wenigen Stunden zu wechseln und idealerweise nur zu duschen statt zu baden.

2. Beckenboden schützen

Eine Faustregel besagt, dass eine Frau in den ersten Monaten nach der Geburt nur so schwer heben soll, wie ihr Baby wiegt. Dies dient zum Schutz des Beckenbodens. Hebammen zeigen auf Wunsch leichte Übungen zur Unterstützung des Beckenbodens, die bereits im Wochenbett durchgeführt werden können. Das Anspannen des Beckenbodens ist eine besonders beliebte Empfehlung und kann auch zwischendurch einfach durchgeführt werden.

3. Schmerzen beim Stillen

Hat sich eine Frau für das Stillen entschieden, dann treten vor allem im Wochenbett oft erst einmal Probleme auf. Durch falsche Anlegetechniken oder einen starken Milcheinschuss kann es zu wunden Brustwarzen und Milchstau kommen. Ruhe ist hier ganz besonders wichtig. Die Brustwarten können mit Wollfett geschmeidig gehalten werden. Ein Milchstau lässt sich mit Quarkwickel, Massagen oder einem Wickel mit Retterspitz in den Griff bekommen.

4. Baby-Blues oder Wochenbettdepression?

Hormone haben einen großen Einfluss auf den Körper und können diesen auch stark belasten. Nach der Geburt ist der Hormonhaushalt der Frau erst einmal durcheinander gebracht. Ein kleiner Baby-Blues, der ein paar Tage anhält, ist keine Seltenheit. Mütter fühlen sich überfordert, haben Angst vor der Zukunft, Schmerzen und deutlichen Schlafentzug. Normalerweise pendelt sich dies jedoch nach ein paar Tagen ein. Hält das negative Gefühl länger an oder tritt es erst etwas später auf, kann dies ein Zeichen für Wochenbettdepressionen sein. In diesem Fall ist es notwendig, dass sich Mütter professionelle Hilfe suchen. Auch hier kann die Hebamme die erste Ansprechpartnerin sein.

Unterstützung durch die Familie

Viele Väter nutzen die Möglichkeit und bleiben nach der Geburt ihres Kindes ein paar Tage zu Hause. Für die Mütter ist dies eine deutliche Entlastung. Aber auch andere Familienmitglieder oder Freunde dürfen ruhig um Hilfe gebeten werden. So kann es oft schon helfen, wenn Oma oder Tante ein Essen für die frisch gebackene Mutter zubereiten oder dafür sorgen, dass der Haushalt nicht komplett liegen bleibt. Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann im Wochenbett viel Erleichterung mit sich bringen.


Bildnachweis: © Fotolia – GIBLEHO

Über den Autor

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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