Abendmode für Schwangere: für den Tango (zu dritt)

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Früher ging sie noch gerne aus, schmiss sich in Schale und trug gewagteres Make-Up auf. Heute schaut sie auf den immer runder werdenden Babybauch herab und ihr graut es nur so davor, jetzt noch ein Abendkleid anziehen zu müssen. Wie soll das denn gehen, glänzender Satinstoff und darunter eine immer praller werdende Kugel? Dabei sind die Zeiten der niemals schönen Umstandsmode doch längst vorbei – und die Designer und Hersteller von Schwangerschaftsmode wissen längst, dass eine Schwangere ein Leben führt wie jede andere Frau. Selbst während der Schwangerschaft kann es vorkommen, dass man zu einem wichtigen Ereignis eingeladen wird, zu dem Latzhose und weite Tunika einfach nicht passen. Mit den richtigen Trage-Tipps sehen Frauen in jedem Monat der Schwangerschaft in Abendmode toll aus und können den Babybauch sogar noch anziehender erscheinen lassen als die flachen Bäuche der nicht schwangeren Frauen.

Gibt es überhaupt Abendmode für Schwangere?

Mittlerweile sieht Umstandsmode für jeden Tag aus wie ganz normale Kleidung. Nur, dass sie viel bequemer ist. Darüber hinaus ändert sich der Modestil einer Frau heutzutage aber nicht mehr automatisch durch die Schwangerschaft, für jeden Stil ist etwas dabei. So auch Abendmode für Schwangere. Schließlich arbeitet die eine oder andere Frau bis kurz vor der Geburt, das trifft vor allem auf Karrieristinnen und Frauen zu, denen ihr Beruf einfach wichtig ist. Selbst, wenn es nur der Kindsvater ist, der zu einem abendlichen Event eingeladen ist – er will sich doch gerne stolz mit seiner schwangeren Partnerin zeigen und sieht keinen Grund, sie zu verstecken. Abendkleider für Schwangere sind so geschnitten, dass sie den Babybauch gekonnt betonen, ohne aber die volle Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Sie können kurz, knie- oder bodenlang sein und werden aus den gleichen Stoffen gefertigt wie die Abendkleider, die die Frau auch außerhalb ihrer Schwangerschaft zum Anlass tragen würde.

Die richtige Länge des Abendkleids in der Schwangerschaft

Wer sich in einem Braut- und Abendmoden-Geschäft zum richtigen Umstandskleid für einen gehobenen Anlass beraten lässt, wird häufig hören, dass die Länge des Abendkleids entscheidend für seine Wirkung ist. Kurze Röcke sind normalerweise kein Problem. Wer schlanke Beine hat, die trotz Schwangerschaft noch schön aussehen, muss diese natürlich nicht ganz verstecken. Allerdings sollten die ganz kurzen Kleider lieber während der Schwangerschaft nicht getragen werden, vor allem nicht während der letzten Monate. Der Rock ist zu kurz, um die pralle Wirkung des Babybauchs zu überspielen – dafür ist etwas mehr Stoff notwendig. Ein zu kurzes Abendkleid ergibt zu harte Übergänge von den Rundungen des Bauchs zum Rocksaum und dann zu den Beinen. Schwangere sollten daher lieber auf knielange, dafür aber weit ausgestellte Abendkleider setzen. Bereits Kate Middleton überzeugte in ihrer Schwangerschaft mit diesen Looks und sah dabei sehr stilvoll aus. Lange Abendkleider gelten als besonders elegant, weshalb sie das Risiko bergen, ihre Trägerin schnell overdressed zu erscheinen. Nicht aber in der Schwangerschaft: nun sind sie optimal, um geschwollene Beine und flache Schuhe zu verstecken.

Das richtige Dekolleté fürs Umstands-Abendkleid

Ein Abendkleid kann vom hochgeschlossenen zum weit ausgeschnittenen Dekolleté nahezu alles bieten. In der Schwangerschaft profitieren gerade Frauen mit kleiner Oberweite von einem deutlich sichtbaren Wachstum: wäre da nicht der Babybauch, würden sie plötzlich sogar im Dirndl gut aussehen. Deswegen spricht gerade jetzt nichts gegen einen leichten Ausschnitt, allerdings sollte er ganz unabhängig von der normalen Oberweite auch nie zu weit sein. Die Brüste wirken in der Schwangerschaft doch sehr prall, vor allem dann, wenn sie schon so weit ist, dass kein normales Abendkleid mehr getragen werden kann. Schön sehen jetzt aber auch geschlossene Dekolletés aus, denn je mehr Stoff, desto mehr Farbe kommt ins Spiel. Und die glättet den runden Babybauch optisch gut aus.

Infografik: Umstandkleidung + Konfektionsgrößen (Umrechnungstabelle)

Infografik: Umstandkleidung + Konfektionsgrößen (Umrechnungstabelle)

Infografik: Umstandkleidung + Konfektionsgrößen (Umrechnungstabelle)

Welche Schuhe zum Umstands-Abendlook?

Während der Schwangerschaft verändert sich immer wieder der Gleichgewichtssinn. Besonders schwierig ist das, wenn das Baby gerade einen Wachstumsschub durchlebt und damit auch das Gewicht des Babybauchs anders ist als noch vor einigen Tagen. Manche Frauen fühlen sich auf High Heels noch sicher, allerdings gewöhnt man sich nie ganz an den neuen Körperschwerpunkt und stolpert in der Schwangerschaft schneller. Deswegen sollten zur eigenen Sicherheit nur flache Schuhe oder – wenn es unbedingt sein muss – keine Absätze getragen werden, die höher als 5 cm sind. Je niedriger, desto besser – und wenn die Frau keine jahrelange Übung in Pumps und Sandaletten hat, dann ist jetzt auch nicht die Zeit, um damit zu beginnen. Ein bodenlanges Abendkleid sorgt dafür, dass der erste Blick sowieso nicht auf die Schuhe fällt und somit auch flache Schuhe zum Anlass getragen werden können. Selbst, wenn sich die Schwangere einen Tango zu dritt vorstellen kann, sind flache Schuhe während der Schwangerschaft erst recht angemessen.

Welcher Schnitt fürs Abendkleid?

Schwangerschaftskleider für Tanz- oder Abend-Events sollten am besten ausgestellt sein. Zum einen hat das den Vorteil, dass sie dann am Bauch nirgends einengen. Besonders schön sieht ein ausgestalltes Schwangerschaftskleid aus, wenn es unter den Brüsten noch etwas enger geschnitten oder vielleicht mit einem Gürtel aus dem gleichen Stoff geschmückt ist, um dann nach unten hin immer weiter zu werden. Dadurch kann der Stoff des Abendkleids schön fließen und die Bewegung lenkt ab vom Babybauch. Wirklich gut geschnittene Abendmode für Schwangere schafft es, den Babybauch attraktiv wirken zu lassen. Stoffe wie Satin unterstützen das durch ihren Glanz, der durch dreidimensionale Formen erst richtig zur Geltung kommt: solche Lichtreflexe haben die nicht schwangeren Frauen auf ihren flachen Bäuchen garantiert nicht. Möglichst vermieden werden sollten dagegen Meerjungfrauen-Röcke, die sich nach unten hin verengen. Das passt nur zu flachen Bäuchen, lässt eine Schwangere aber eher wie ein eingepacktes Bonbon wirken. Rüschen wirken am Rocksaum auch nur dann vorteilhaft, wenn es sich um ein mittel- oder bodenlanges Kleid handelt, da sie ansonsten schnell wie eine Unterstreichung des Babybauchs wirken können. A-Linien dagegen sind gerade noch empfehlenswert, wenn die Taille durch die Schwangerschaft nicht zu stark in die Breite gegangen ist. Dann können sie dem Körper der Trägerin eine schöne, klar definierte Struktur geben und wirken nicht nur abendtauglich, sondern auch formell.

Dürfen Schwangere auch Hosenanzüge und Jumpsuits tragen?

Ob weit geschnitten, ohne tiefen Ausschnitt und bodenlang, um alle kleinen Schönheitsfehler zu verstecken: manche Schwangere wollen sich einfach nicht im Abendkleid zeigen. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn es gibt Alternativen, die zwar ungewöhnlich für abendliche Anlässe sind, aber auch nicht verkehrt. Bei einem Event ohne Tanzeinlage empfiehlt sich beispielsweise ein Hosenanzug. Dieser sieht schick aus und es gibt auch ihn in der Variante „Umstandsmode“. Viele Frauen, die ohnehin noch arbeiten, haben einen schicken Hosenanzug bereits im Kleiderschrank. Mit einem farbigen Halstuch und glitzerndem Schmuck lässt er sich partytauglich machen. Denkbar wäre auch ein schickes Oberteil kombiniert mit einem Umstandsrock, den es in Stoffen zu kaufen gibt, die dem Anlass gerecht werden. Eine schöne Alternative zur Abendmode sind auch Jumpsuits aus wallenden Stoffen wie Chiffon. Diese passen jeder Körperform und sind in schickerem Stoff nichts, was man jeden Tag trägt. Und wer weiß: vielleicht passen Jumpsuits auch nach der Schwangerschaft noch und werden auch dann gerne zum Anlass getragen?


Bildnachweis: © freeimages.com – Watje11

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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