Mutterpass: Das wichtigste Dokument für werdende Muttis

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Der Mutterpass gehört in die Handtasche und sollte nach seiner Ausgabe immer bei der Schwangeren sein, denn hier finden sich alle wichtigen Informationen rund um Frau und Schwangerschaftsverlauf.

Der Mutterpass: Alles wird vermerkt

Der Mutterpass stellt auch später noch ein Dokument dar, mit dem sich die gesamte Schwangerschaft bzw. deren Verlauf nachvollziehen lässt. Ob es Komplikationen gab, ob bereits ein Schwangerschaftsabbruch vorlag und wie die Geburt verlief: Alles ist im Mutterpass zu finden. Der Pass wird im Zuge der ersten Vorsorgeuntersuchung ausgeteilt, viele Frauenärzte geben ihn aber auch schon mit der offiziellen Feststellung der Schwangerschaft aus.

Das heißt, wenn eine Frau vermutet, schwanger zu sein und sie dies beim Arzt durch einen Bluttest oder Ultraschall nachweisen lässt, bekommt sie den Mutterpass ausgehändigt. In einigen Fällen bestätigt der Arzt der Frau zwar, dass sie schwanger ist, gibt den Pass aber erst zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche aus, wenn der erste große Termin zur Vorsorge ansteht.

Fortan wird hier alles vermerkt, was für die Schwangere und das ungeborene Kind wichtig sein könnte:

  • Gewicht und Größe des Kindes,
  • Gewichtszunahme der Frau,
  • Anamnesebogen,
  • Auswertungen der Bluttests.

Diese und viele weitere Informationen sind im Mutterpass zu finden und sind spätestens zur Geburt wichtig. Auch im Notfall, wenn ein Rettungsdienst zur Hilfe kommt und wissen muss, was es hinsichtlich des Schwangerschaftsverlaufs zu berücksichtigen gilt, ist der Mutterpass ein unverzichtbares Dokument.

Unter anderem sind dort Informationen zur Blutgruppe der Mutter und zum Rhesusfaktor zu finden, welche wichtig sind, um eine Unverträglichkeit des Blutes von Mutter und Kind festzustellen.

Der Mutterpass stellt auch später noch ein Dokument dar, mit dem sich die gesamte Schwangerschaft bzw. deren Verlauf nachvollziehen lässt.

Der Mutterpass stellt auch später noch ein Dokument dar, mit dem sich die gesamte Schwangerschaft bzw. deren Verlauf nachvollziehen lässt.(#01)

Der Mutterpass: Was wird hier dokumentiert?

Im Laufe der Vorsorgeuntersuchungen werden nicht nur Bilder per Ultraschall gemacht, anhand derer sich das Kind vermessen lässt und mit denen die hoffentlich gesunde Entwicklung dokumentiert werden kann. Der Pass enthält auch Informationen zu bestimmten Krankheitserregern bzw. zu deren Nachweis per Blutuntersuchung.

Diese Untersuchungen werden zu verschiedenen Zeitpunkten vorgenommen, die Ergebnisse finden sich im Mutterpass wieder. Beispiele dafür sind der LSR-Test (Lues-Such-Reaktion, auch als Syphilis bekannt) und der Test auf vorhandene HI-Viren. Außerdem sind Informationen zum Impfschutz der Mutter zu finden, unter anderem wird eine Immunität auf Rötel- und Toxoplasmoseerreger festgehalten.

Nicht alle Eintragungen sind selbsterklärend, daher sollte eine Schwangere ihren Arzt oder die Hebamme immer fragen, was eingetragen worden ist. Gängige Abkürzungen, mit denen die Schwangere konfrontiert wird, sind zum Beispiel „SSL“ für „Scheitel-Steiß-Länge“ des Kindes, „BPD“ für den „Biparietalen Durchmesser“ (Durchmesser des Kopfes von einer Schläfe aus gemessen) und „ATD“ für den „Abdominaltransversaldurchmesser“ (Querdurchmesser des Kindsbauches).

Die meisten Ärzte und Hebammen geben gern Auskunft zu den Abkürzungen, dennoch ist es für eine werdende Mutter hilfreich, selbst ebenfalls einiges darüber zu wissen. Viele Mütter beschäftigen sich mit diesen Angaben allerdings schon aus rein natürlicher Neugier im Rahmen der Familienplanung, wenn die ersten Informationen rund um Vorsorgeuntersuchungen, Kindesentwicklung und Geburt gesucht werden.

Der erste Teil des Passes beschäftigt sich mit den Daten zur Mutter, hier werden alle Informationen rund Untersuchungen und eventuelle Krankheitsverläufe eingetragen.

Der erste Teil des Passes beschäftigt sich mit den Daten zur Mutter, hier werden alle Informationen rund Untersuchungen und eventuelle Krankheitsverläufe eingetragen.(#02)

Der Mutterpass mit seinen verschiedenen Teilen

Der Mutterpass ist in verschiedene Teile separiert, sodass die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt. Wichtig: Der Platz ist für zwei Schwangerschaften ausreichend, ist die Frau häufiger schwanger, bekommt sie einen neuen Pass ausgestellt. Die Anamnesedaten müssen dann allerdings neu ausgefüllt werden, ein einfacher Verweis auf den vorangegangenen Pass ist nicht ausreichend.

Der erste Teil des Passes beschäftigt sich mit den Daten zur Mutter, hier werden alle Informationen rund Untersuchungen und eventuelle Krankheitsverläufe eingetragen. Auch der errechnete Geburtstermin ist dort zu finden.

Die folgende Übersicht zeigt, was auf den ersten Seiten des Mutterpasses steht (Seiten 2 bis 6):

  • Seite 2 und 3: Blutgruppe und Rhesusfaktor, Antikörper-Suchtest und Nachweis über Infektionen
  • Seite 4: Angaben zu früheren Schwangerschaften und zu einem eventuellen Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt
  • Seite 5: Angaben zur Mutter (Alter, Gewicht, Größe), Anamnese, Einstufung des Schwangerschaftsrisikos
  • Seite 6: Besondere Befunde und Risiken

Danach folgt das Gravidogramm, das praktisch das Herzstück des Passes darstellt. Dort finden sich alle Informationen, die zum Schwangerschaftsverlauf und zur Entwicklung des Kindes wichtig sind.

Auch die Untersuchungen zur Herzaktivität des Kindes sowie zu seinen Bewegungen sind dort vermerkt (Seite 7 bis 9):

  • Seite 7 und 8: Schwangerschaftswoche, Fundusstand, Kindslage, Herztöne, Kindsbewegungen, Ödeme, Varizen, Blutdruck, Hb-Wert, Urinuntersuchung, vaginale Untersuchung, Risiken
  • Seite 9: Besonderheiten, Auskunft zu stationären Behandlungen
Wer als Schwangere mit den Abkürzungen zu den Bezeichnungen im Mutterpass nichts anfangen kann, sollte sich dahin gehend beraten lassen.

Wer als Schwangere mit den Abkürzungen zu den Bezeichnungen im Mutterpass nichts anfangen kann, sollte sich dahin gehend beraten lassen.(#03)

Nun folgen die Ultraschalluntersuchungen, die wohl die spannendsten Untersuchungen für alle werdenden Eltern darstellen. Das berühmte „Babyfernsehen“ wird allerdings nur in 2D und zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen durch die Krankenkassen bezahlt, wer häufiger einen Ultraschall wünscht, ohne dass es eine medizinische Indikation dafür gibt oder wer sein Baby in 3D sehen möchte, muss dies meist aus eigener Tasche bezahlen. Privat Versicherte genießen hier einen Sonderstatus, bei ihnen sind viele Untersuchungen in der Versicherung enthalten.

Die Ergebnisse werden auf den Seiten 10 bis 14 des Mutterpasses festgehalten:

  • Seite 10 und 11: Lage des Kindes im Mutterleib, Größe und Gewicht, Einling oder Mehrlinge, Aussagen zur Plazenta und deren Zustand
  • Seite 12: Ultraschallkontrolluntersuchungen bei Verdacht auf medizinische Probleme
  • Seite 13: Normkurven für Babys Wachstum
  • Seite 14: Weiterführende Untersuchungen bei gewissen Risiken oder Krankheitsbildern

Der Mutterpass bietet nicht nur Informationen rund um Schwangerschaftsverlauf und Entwicklung des Kindes, sondern auch zur Geburt. Die Hebamme nimmt hier Eintragungen vor, die für die Nachuntersuchung sechs Wochen nach der Geburt wichtig sind. Diese Informationen sind zudem wichtig, wenn es zu einer weiteren Empfängnis kommt und der behandelnde Arzt oder die Hebamme Hinweise zum vorigen Geburtsverlauf benötigt. Lag bereits bei ersten Mal eine Risikoschwangerschaft vor, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch weitere Schwangerschaften mit einem erhöhten Risiko behaftet sind.

Auf den letzten Seiten gibt der Mutterpass folgende Informationen preis:

  • Seite 15: Geburtsbericht der Hebamme mit Hinweisen zum Geburtsvorgang und zum tatsächlichen Geburtstermin, zu den Untersuchungsergebnissen des Kindes bei der U1 (erste Vorsorgeuntersuchung direkt nach der Entbindung), Bericht über den Verlauf des Wochenbetts
  • Seite 16: Abschlussuntersuchung des Gynäkologen (6 bis 8 Wochen nach der Geburt)
Das berühmte „Babyfernsehen“ wird allerdings nur in 2D und zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen durch die Krankenkassen bezahlt

Das berühmte „Babyfernsehen“ wird allerdings nur in 2D und zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen durch die Krankenkassen bezahlt.(#04)

Wer als Schwangere mit den Abkürzungen zu den Bezeichnungen im Mutterpass nichts anfangen kann, sollte sich dahin gehend beraten lassen. Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass der Mutterpass stets mitgenommen wird. Vor allem dann, wenn eine werdende Mutter das Haus verlässt, gehört der Pass in die Handtasche und sollte dort schnell greifbar bzw. leicht auffindbar sein. In einer Notsituation möchte niemand lange nach dem Pass suchen müssen!

Im Zuge der Familienplanung bietet es sich an, im Hinblick auf die spätere Anamnese die eigene Verwandtschaft unter die Lupe zu nehmen. Gibt es Krankheiten, die das werdende Leben beeinflussen können? Gefragt wird vor allem nach Erbkrankheiten und Krebserkrankungen, auch ein Diabetes wird erfragt. Liegt ein solcher vor, erhöht sich das Risiko für die werdende Mutter, an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Weiß der behandelnde Arzt allerdings schon vorher Bescheid, kann er entsprechende Vorsorgemaßnahmen empfehlen oder eingehendere Untersuchungen vornehmen.

Festgehalten werden auch die Ergebnisse von Untersuchungen, die im Rahmen der individuellen Leistungen durch den Arzt erbracht werden. Die ToxoplasmoseUntersuchung ist ein Beispiel dafür. Die meisten Frauen sind im Laufe ihres Lebens bereits mit Toxoplasmen in Kontakt gekommen und besitzen entsprechende Antikörper dagegen. Die Erreger können eine Behinderung beim ungeborenen Kind verursachen! Wer keine Immunität besitzt, muss sich unbedingt von den Erregern fernhalten, die vor allem durch den Kontakt mit Katzen und rohem Schweinefleisch übertragen werden.

Die Kassen übernehmen die Vorsorgeuntersuchung dafür allerdings nicht. Auch der Triple-Test, bei dem das Kind auf mögliche Trisomien untersucht wird, ist eine individuelle Gesundheitsleistung, die nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen getragen wird. Die Entscheidung, ob eine solche Untersuchung mit allen Konsequenzen bei einem positiven Ergebnis durchgeführt wird, muss jede Frau selbst treffen.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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