Schwangerschaftsanzeichen: Typische Veränderungen künden die Schwangerschaft an

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Bleibt die Periode aus, stellen sich die meisten Frauen die Frage: Ist das ein Schwangerschaftsanzeichen? Auch weitere Veränderungen zeigen sich recht bald. Um Klarheit zu haben, hilft am Ende aber nur ein Schwangerschaftstest.

Erste Schwangerschaftsanzeichen: Schon nach fünf Tagen spürbar

Auch wenn das Ausbleiben der Periode zu den ersten Schwangerschaftsanzeichen gehört, sind doch viele Frauen, die sehr sensibel auf ihren Körper hören, schon lange vorher sicher: Ich bin schwanger!

Ein Ziehen hier, eine hohe Sensibilität gegenüber Umwelteinflüssen da und schon bald weitere Anzeichen sind sehr deutlich. Um wirklich sicherzugehen, sollte ein Schwangerschaftstest gemacht werden, der als Frühtest sogar schon vor dem Fälligkeitstag der Periode möglich ist.

Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit quält die meisten Frauen ( Foto: Shutterstock- goffkein.pro)

Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit quält die meisten Frauen ( Foto: Shutterstock- goffkein.pro)

Erste Anzeichen recht deutlich

Die ersten Schwangerschaftsanzeichen sind auch ohne Schwangerschaftstest recht deutlich zu spüren. Das gilt aber nur für die Frauen, die ihren Körper genau kennen und wissen, wann er wie reagiert. Wer regelmäßig die Körpertemperatur misst, wird zum Fälligkeitstag der Periode kein übliches Absinken feststellen. Vielmehr bleibt die Temperatur wie gewohnt hoch. Viele Frauen merken schon rund fünf bis sechs Tage nach der Empfängnis erste Veränderungen. Das befruchtete Ei hat sich zu diesem Zeitpunkt in der Gebärmutter eingenistet.

Manchen Frauen wird zum Beispiel plötzlich in der Sonne schwindelig, was mit den Veränderungen im Hormonhaushalt zu tun hat. Viele verspüren eine große Müdigkeit, andere können bisher heiß geliebte Speisen oder Getränke plötzlich nicht mehr sehen, sondern haben Heißhunger auf etwas Anderes. Nicht selten zeigt der Körper hier schon, dass er etwas braucht. So gibt es Berichte von Schwangeren, die plötzlich Heißhunger auf Rindfleisch hatten.

Bei einer Blutkontrolle zeigte sich, dass tatsächlich ein Eisenmangel vorhanden war. Frauenärzte gehen durch solche Berichte davon aus, dass der Körper der Schwangeren schon früh entsprechende Signale über mögliche Mängel aussendet. Zu den weiteren, recht früh auftretenden Signalen des Körpers gehören auch die Spannungsgefühle in der Brust, ein ständiges Völlegefühl, Übelkeit oder auch Blähungen.

Nicht immer kann die Periode als tatsächlich richtiges Schwangerschaftsanzeichen herangezogen werden, denn bei manchen Frauen tritt sie direkt nach der Empfängnis noch einmal auf. ( Foto: Shutterstock-_Jelena Zelen )

Nicht immer kann die Periode als tatsächlich richtiges Schwangerschaftsanzeichen herangezogen werden, denn bei manchen Frauen tritt sie direkt nach der Empfängnis noch einmal auf. ( Foto: Shutterstock-_Jelena Zelen )

Typische Schwangerschaftsanzeichen in der Übersicht

Nicht immer kann die Periode als tatsächlich richtiges Schwangerschaftsanzeichen herangezogen werden, denn bei manchen Frauen tritt sie direkt nach der Empfängnis noch einmal auf. Sie ist dann als Einnistungsblutung zu verstehen und fällt entsprechend schwächer aus, was häufig aber nicht richtig interpretiert wird. Erst dann, wenn weitere Anzeichen einer Schwangerschaft hinzukommen, werden die betreffenden Frauen hellhörig und möchten abklären, ob sie schwanger sind oder nicht.

Müdigkeit als wichtigstes Schwangerschaftsanzeichen?

Viele Frauen fühlen sich schon zu Beginn der Schwangerschaft sehr müde. Der Grund liegt darin, dass nach der Einnistung des Eis in der Gebärmutter vermehrt Progesteron ausgeschüttet wird. Es sorgt dafür, dass die Schwangerschaft erhalten wird und dass das kleine Wesen auch weiterhin sicher in der Gebärmutter verbleibt. Gleichzeitig wirkt Progesteron aber auch leicht sedierend. Der Körper bildet das Hormon auch, weil die Schwangere sich schonen und nicht zu körperlichen Höchstleistungen auflaufen soll. Die Müdigkeit ist somit ein Schutzmechanismus.

Auch die folgenden Schwangerschaftsanzeichen sind typisch und kommen bei den meisten Frauen vor:

  • Übelkeit

    Viele Frauen berichten schon deutlich vor der sechsten Woche darüber, dass ihr Kreislauf verrückt spielt und dass ihnen häufiger übel ist. Ab der sechsten Woche ist recht sicher mit Übelkeit zu rechnen, die meist bis zur 12. Woche, teilweise sogar noch länger anhält. Einigen Frauen ist nur morgens nach dem Aufstehen übel, sie sollten sich am besten im Bett aufsetzen und erst einmal einen Zwieback oder einen Keks knabbern sowie ein wenig Wasser trinken.

    So gestärkt rebelliert der Magen nicht ganz so stark. Ein guter Rat: Auch wenn die Übelkeit wirklich unangenehm und anstrengend ist, so kann sie doch als gutes Zeichen gewertet werden. Mit ihr verbunden ist der rasche Anstieg an HCG, einem weiteren Schwangerschaftshormon. Frauen sollten in der Zeit der größten Übelkeitsattacken nur das essen, worauf sie wirklich Appetit haben und lieber auf fette, saure oder stark gewürzte Speisen verzichten. Extreme Übelkeit sollte dem Gynäkologen vorgestellt werden, sie kann zu Gewichtsverlust und Gedeihstörungen beim Kind führen.

  • Niedriger Blutdruck

    Ein niedriger Blutdruck geht meist mit Schwindelgefühlen einher. Der Körper muss erst lernen, mit dem höheren Blutvolumen klarzukommen: Schwangere haben bis zum Ende der Schwangerschaft rund zwei Liter mehr Blut in ihrem Körper! Kreislaufprobleme schaden dem Kind nicht, sie sind aber sehr lästig. Viel Bewegung, gesunde Ernährung und Wechselduschen regen den Kreislauf an.

  • Gesteigerter Appetit

    Viele Frauen haben jetzt einen wahren Heißhunger auf bestimmte Speisen. Die berühmten sauren Gurken werden aber tatsächlich von den wenigsten Frauen wirklich begehrt. Berichte über leicht abenteuerliche Zusammenstellungen unterschiedlicher Speisen sind jedoch nicht selten. Nicht bei allen Frauen ist dies aber ein sicheres Schwangerschaftsanzeichen, viele erleben Heißhungerattacken auch kurz vor der Periode.

    Ein niedriger Blutdruck geht meist mit Schwindelgefühlen einher. ( Foto: Shutterstock-Elnur)

    Ein niedriger Blutdruck geht meist mit Schwindelgefühlen einher. ( Foto: Shutterstock-Elnur)

  • Ausfluss

    Durch die hormonellen Veränderungen kommt es zu einer Veränderung des Scheidenmilieus. Dies ist ungefährlich. Schwangere sollten aber den Arzt aufsuchen, wenn ein unangenehmer Geruch, ein Brennen oder Juckreiz hinzukommen. Es könnte sich um eine Infektion handeln, die, wenn sie aufsteigt, auch dem Ungeborenen schaden kann.

  • Flecken auf der Haut

    Hormonveränderungen können eine verstärkte Bildung von Pigmenten in der Haut nach sich ziehen. Die Brustwarzen werden dunkler, außerdem bildet sich eine senkrechte Linie unterhalb des Bauchnabels. Flecken können ähnlich wie Altersflecken überall am Körper auftreten und verschwinden einige Wochen bis Monate nach der Geburt wieder.

  • Veränderungen im Mundraum

    Schwangeren wird geraten, mindestens zweimal während der Schwangerschaft zum Zahnarzt zu gehen. Auch hier sind die hormonellen Veränderungen schuld daran, dass sich zum Beispiel leichter Zahnfleischtaschen bilden, in die sich Keime einlagern und die sogar zu lockeren Zähnen führen können. Hebammen berichten immer noch gern von dem alten Spruch, der besagt, dass jedes Kind einen Zahn kostet. Dank moderner Zahnmedizin ist dies heute nicht mehr der Fall, eine regelmäßige Kontrolle ist jedoch wichtig.

  • Allgemeine Empfindlichkeit

    Geht es um die Empfindlichkeit einer Schwangeren, gibt es viele Ansatzpunkte. Viele empfinden bisher geliebte Speisen plötzlich als absolut widerlich, andere können bestimmte Gerüche nicht mehr ertragen. Das kann sich bis zum Erbrechen steigern! Schwangere sind zudem dünnhäutiger und finden sich nicht selten in einem Wechselbad der Gefühle wieder.

    Gerade noch hoch erfreut, fangen sie fünf Minuten später an zu weinen, weil sie etwas Rührendes gesehen haben. Ob dies tatsächlich rührend war oder nur überbewertet wurde, sei in vielen Fällen dahingestellt. Fakt ist, dass Schwangere reizbarer sind, was sich bis zum Ende der Schwangerschaft auch aufgrund des stetigen Schlafmangels durch eine unbequeme Lage und Schmerzen noch steigern kann.

    Schwangere sind zudem dünnhäutiger und finden sich nicht selten in einem Wechselbad der Gefühle wieder. ( Foto: Shutterstock-_Afrika Studio )

    Schwangere sind zudem dünnhäutiger und finden sich nicht selten in einem Wechselbad der Gefühle wieder. ( Foto: Shutterstock-_Afrika Studio )

  • Harndrang

    Je größer das Kind in der Gebärmutter wird, desto stärker drückt es die inneren Organe zur Seite. Das hat zur Folge, dass nicht nur der Magen und Darm bedrängt werden, sondern auch die Blase. Ein ständiger Harndrang ist die Folge und das auch, wenn die Schwangere nur wenig trinkt. Ein Grund dafür ist aber nicht nur das wachsende Gewicht des Kindes, sondern auch das Progesteron, welches das gesamte Gewebe weicher macht und dafür sorgt, dass auch die Muskulatur des Beckenbodens nachgiebiger wird.

Schwangerschaftsanzeichen sicher abklären: Schwangerschaftstest als Kontrolle für zu Hause

Der Schwangerschaftstest soll die übrigen sicheren Schwangerschaftsanzeichen endgültig bestätigen. Er misst den HCG-Spiegel im Urin. Damit dieser hoch genug konzentriert ist, wird der Test am besten morgens direkt nach dem Aufstehen vorgenommen.

Einige Anbieter offerieren mittlerweile Schwangerschaftstests, die schon einige Tage vor dem Fälligwerden der Periode angewendet werden können. Diese Tests sind aber weniger sicher und können sich im Nachhinein als falsch herausstellen. Allerdings gilt dies meist nur in eine Richtung: Hat der Test ein negatives Ergebnis angezeigt, kann dennoch eine Schwangerschaft vorliegen.

Möglicherweise war der HCG-Spiegel einfach noch nicht hoch genug, damit der Schwangerschaftstest diesen sicher messen konnte. Es ist daher empfehlenswert, so lange wie möglich zu warten und lediglich ein bis zwei Tage vor der Periode oder an deren Fälligkeitstag zu testen. Liegt ein positives Ergebnis vor: Herzlichen Glückwunsch! Jetzt sollte ein Termin beim Gynäkologen zur Bestätigung vereinbart werden.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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