Welche Auswirkungen hat Schwangerschaftsdiabetes auf Sie und Ihr Baby?

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Obwohl Sie nie übermäßig viele Süßigkeiten gegessen und niemals Probleme mit erhöhtem Blutzuckerspiegel gehabt haben, wird in der Schwangerschaft bei Ihnen Diabetes festgestellt? Schwangerschaftsdiabetes ist kein Grund zur Panik. Nach der Geburt Ihres Kindes verschwindet diese meistens wieder. Informieren Sie sich aber, weshalb die Erkrankung auftritt und was Sie dagegen tun können. Wenn Sie Gewissheit haben, werden Sie sich gleich wohler fühlen und das kommt auch Ihrem Nachwuchs zugute.

Die Hintergründe des Schwangerschaftsdiabetes

Der sogenannte Gestationsdiabetes tritt erstmals in der Schwangerschaft, meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf. Oft wird er gar nicht diagnostiziert. Deshalb schwanken die Zahlen im Hinblick auf die Anzahl der Betroffenen. Es ist von 2 bis 14 Prozent der Schwangeren die Rede.

Auch bei dieser Zuckerkrankheit ist der Blutzuckerspiegel der Betroffenen erhöht. Vermutlich auf Grund der Hormonveränderungen Ihres schwangeren Körpers wird weniger Insulin in der Bauchspeicheldrüse hergestellt, als zum Abbau des Zuckers gebraucht wird.

Durch den entstehenden erhöhten Blutzuckerspiegel kann es zu Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt kommen. Außerdem sind Spätfolgen, wie eine spätere Erkrankung an Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, für die Mutter und Ihr Kind nicht auszuschließen. Im Normalfall pendelt sich der Insulinhaushalt der Mutter nach der Geburt aber wieder ein, sodass ein Gestationsdiabetes nur vorübergehend ist. Zu den Symptomen dieser Form des Diabetes gehören:

  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • überdurchschnittlicher Durst
  • häufiger Harndrang

Auch Ihr Baby wird unter den Folgen Ihrer Erkrankung leiden, wenn Sie nichts unternehmen. Durch den Eintritt des Zuckers in den Kreislauf des Ungeborenen kann dieses überdurchschnittlich groß werden und muss dann sehr wahrscheinlich per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Auch die Wahrscheinlichkeit für Neugeborenengelbsucht oder eine Stoffwechselstörung beim Kind steigt.

Zu den Risikogruppen gehören Frauen mit:

  • einem BMI größer als 27
  • Fällen von Diabetes mellitus in der Verwandtschaft
  • zunehmendem Alter
  • Bluthochdruck oder Fettstoffwechselerkrankungen
  • Gestationsdiabetes in früheren Schwangerschaften

So erkennen Sie die Krankheit

Sie sollten unabhängig von den Leistungen Ihrer Krankenkasse und Ihrer Zugehörigkeit zur Risikogruppe zwischen der 23. und 27. Woche Ihrer Schwangerschaft einen Zuckerbelastungstest beim Arzt durchführen lassen. Dieser orale Glukosetoleranztest wird mit Hilfe der Aufnahme von Traubenzucker durchgeführt. Sind die Zuckerwerte nach einer Stunde immer noch signifikant erhöht, kann Gestationsdiabetes festgehalten werden. Nur bei Ergebnissen, die zwischen normalen und übermäßigen Werten liegen, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Auf nüchternen Magen muss die Schwangere dann eine größere Menge Glucose als zuvor zu sich nehmen. Der Blutzuckerspiegel wird diesmal vor der Einnahme und eine sowie zwei Stunden danach bestimmt und verglichen. Bei Abweichungen von der Norm kann man nun von Schwangerschaftsdiabetes ausgehen. Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen oder Kortison sowie das Rauchen oder körperliche Anstrengungen vor dem Test können die Ergebnisse aber verfälschen.

Wie können Sie auf Schwangerschaftsdiabetes reagieren?

Wurde bei Ihnen Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, sollten Sie reagieren und nicht darauf warten, dass er nach der Entbindung wieder vergeht. Um Negativfolgen auszuschließen, sollten Sie den Zuckerspiegel in Ihrem Blut auf einem Normallevel halten. Das schaffen sie für gewöhnlich mit der passenden Diät. Vermeiden Sie zuckerhaltige Speisen und essen Sie Vollkornprodukte. Auch Sport senkt den Blutzuckerspiegel. Zur Not müssen Sie Insulin spritzen. Orale Antidiabetika dürfen von Schwangeren jedoch nicht eingenommen werden. In jedem Fall werden Sie häufiger zur Vorsorgeuntersuchung gehen müssen.

Zwar verschwindet die Zuckererkrankung in den meisten Fällen nach der Geburt des Kindes wieder. Dennoch besitzen Frauen mit einem Gestationsdiabetes eine höhere Wahrscheinlichkeit in Zukunft an Diabetes Typ II zu erkranken. Betroffen ist innerhalb der 10 auf die Schwangerschaft folgenden Jahre jede zweite Frau, die mit Gestationsdiabetes zu kämpfen hatte. Lassen Sie sich deshalb regelmäßig vom Arzt untersuchen und vermeiden Sie Risikofaktoren wie Adipositas oder erhöhten Blutdruck.


Bildnachweis: © Fotolia – Foton

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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