Ab wann dürfen Babys sitzen?

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Bei der Entwicklung eines Babys gehört das Sitzen zu den Meilensteinen des ersten Lebensjahres. Viele Eltern fragen sich spätestens nach einem halben Jahr: Ab wann dürfen Babys sitzen? Auf diese Frage finden Sie hier Antworten und ausführliche Erklärungen rund um das Sitzen von Kindern. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Nachwuchs dabei unterstützen können und was Sie während der ersten Monate vermeiden sollten.

Ab wann dürfen Babys sitzen?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, denn jedes Kind entwickelt sich im eigenen Tempo. Während manche Kleinkinder schon nach einem halben Lebensjahr die ersten Sitzversuche unternehmen, lassen sich andere dafür Zeit bis zu ihrem ersten Geburtstag. Das durchschnittliche Alter, in dem die ersten Sitzversuche unternommen werden, liegt bei etwa acht Monaten. In dieser Entwicklungsphase sind die körperlichen Voraussetzungen für eine aufrechte Sitzposition gegeben und die Neugierde auf die Umwelt und immer neue Bewegungsmuster wächst.

Schnell lernen Kinder in dieser Phase ganz alleine, wie sie ihren kleinen Bewegungsradius  nach der Geburt immer weiter vergrößern. Sollte Ihr Nachwuchs in diesem Alter noch kein Interesse am Sitzen haben, ist das jedoch kein Grund zur Aufregung. Lassen Sie ihm die nötige Zeit, um sich selbst zu entwickeln. Die Neugierde auf die Umwelt wird irgendwann so groß sein, dass Ihr Baby von ganz alleine versucht, in die sitzende Position zu gelangen. In diesem Moment ist Ihre Unterstützung gefragt.

In dieser Entwicklungsphase sind die körperlichen Voraussetzungen für eine aufrechte Sitzposition gegeben und die Neugierde auf die Umwelt und immer neue Bewegungsmuster wächst.

In dieser Entwicklungsphase sind die körperlichen Voraussetzungen für eine aufrechte Sitzposition gegeben und die Neugierde auf die Umwelt und immer neue Bewegungsmuster wächst. (#01)

Voraussetzungen dafür, dass Babys sitzen können

Das eigenständige Sitzen ist bei einem Baby erst dann möglich, wenn die Muskulatur in Nacken, Rücken und Bauch ausreichend stark ausgebildet sind. Das geschieht ganz automatisch während Babys auf dem Bauch spielen, dabei ihren Kopf heben  oder erste Krabbelversuche unternehmen. Bei diesen ganz natürlichen Bewegungen werden die Muskeln im Nacken und Rücken, aber auch die Bauchmuskulatur gestärkt und trainiert.

Sie wachsen etwa ab dem dritten Lebensmonat besonders schnell und bilden die Voraussetzung für die späteren Sitzversuche. Schränken Sie in dieser Zeit den Bewegungsdrang nicht ein, sondern geben Sie Ihrem Sonnenschein die Möglichkeit, sich nach Lust und Laune zu bewegen.

Ein wachsames Auge von Mama oder Papa schadet dabei natürlich nicht und bietet übrigens ideale Gelegenheiten für Schnappschüsse. Die Erinnerungsfotos passen dann ins eigene Fotoalbum oder informieren die Verwandten oder engen Freunde über die Entwicklungsfortschritte.

Tragetuch erst ab dem dritten Lebensmonat

Mütter wissen die Vorteile eines Tragetuchs für Ihre Babys aufgrund der Flexibilität zu wissen. Einerseits wird das Gewicht des Kindes bequem auf Rücken, Nacken und Becken verteilt und andererseits haben Mütter die Hände frei, während sie ihren Nachwuchs in einem Tuch tragen. Auch enge Wege, Treppen und unwegsames Gelände stellen kein Problem dar, wenn Sie ein Tragetuch nutzen. Kommt ein Kinderwagen nicht in Frage, ist ein Tragetuch oder Tragegestell eine praktische Möglichkeit für den Transport.

Übrigens können Sie Ihren Nachwuchs damit sowohl vor dem Bauch als auch auf dem Rücken tragen. Solche Tragetücher fördern außerdem die Bindung zwischen Mutter und Kind, da sie eine direkte Körpernähe ermöglichen. Auch wenn solche Tragetücher im Gegensatz zum Kinderwagen einige Vorteile bieten, sollten Sie erst im dritten Monat dazu greifen. In diesem Entwicklungsstadium ist die Rückenmuskulatur bereits stark genug, damit Babys mit einer ausreichenden Unterstützung aufrecht sitzen können.

Gewöhnen Sie Ihren Nachwuchs langsam an diese Tragemöglichkeit und nutzen Sie das Tragetuch anfänglich nur für eine halbe Stunde. Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Nachwuchs darin wohl fühlt, können Sie die Nutzungsdauer erhöhen. Ein untrügliches Zeichen für Wohlbefinden ist es übrigens, wenn Babys im Tragetuch einschlafen. Dann fühlen sie sich wohl und sicher.

 Ein untrügliches Zeichen für Wohlbefinden ist es übrigens, wenn Babys im Tragetuch einschlafen. Dann fühlen sie sich wohl und sicher.

Ein untrügliches Zeichen für Wohlbefinden ist es übrigens, wenn Babys im Tragetuch einschlafen. Dann fühlen sie sich wohl und sicher. (#02)

Babytrage so wenig wie möglich nutzen

Eine Babytrage oder Babyliege, wie sie im Auto zum Einsatz kommt, ist besonders praktisch. Sie können die Babyliege durch den angebrachten Griff einfach tragen und unterwegs, im Auto oder zuhause nutzen. Babys nehmen in solchen Liegen jedoch keine natürliche Haltung ein. Der Rücken ist leicht gekrümmt und die Muskulatur wird dabei nicht gefördert. Setzen Sie die Babytrage daher nur dann ein, wenn sie wirklich gebraucht wird. Das gilt zum Beispiel bei Autofahrten und Ausflügen.

Je seltener sich Ihr Nachwuchs in einer solchen Babyliege befindet, desto geringer ist das Risiko für spätere Haltungsschäden und eine zeitliche Verzögerung der Entwicklung. Bei längeren Autofahrten ist es ratsam, mehrere Pausen einzulegen und in den Pausen für Bewegung zu sorgen. Nehmen Sie Ihr Baby aus der Liege und lassen Sie es sich bewegen. Mit etwas Glück wird Ihr Nachwuchs dabei müde und schläft anschließend während der Weiterfahrt.

Unterstützung bei den ersten Sitzversuchen von Babys

Selbstverständlich können Sie Babys beim Sitzen unterstützen und gerade am Anfang sollten Sie das auch. Bleiben Sie bei Ihrem Nachwuchs, wenn er die ersten Sitzversuche unternimmt und achten Sie darauf, dass er sich nicht verletzen kann. Ideal ist eine gut gepolsterte Umgebung, denn die ersten Sitzversuche enden meistens damit, dass das Baby umfällt.

Schließlich müssen Koordination und Balance erst geübt werden. Für Kinder ist das selbstständige Sitzen ein Meilenstein in der eigenen Entwicklungen, der eine große Herausforderung darstellt. Die helfende Hand von Mama und Papa, Zuspruch und lobende Worte sind Balsam für die kleine Kinderseele und die beste Motivation.

Legen Sie Ihren Nachwuchs in die Bauchlage

Eine ideale Vorbereitung auf das Sitzen schaffen Sie, indem Sie Ihren Nachwuchs immer wieder in die Bauchlage legen. Nach der Schwangerschaft und Geburt ist die Rückenlage zunächst ideal geeignet für Ihren Nachwuchs. Später beginnt er jedoch ganz alleine, sich auf den Bauch zu drehen. Diese Position fördert etwa ab dem dritten Lebensmonat, das Hochheben des Kopfes. Diese Bewegung ist besonders wichtig, damit sich die Nackenmuskulatur entwickeln kann und stark genug für das spätere Sitzen ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Position für Babys sehr anstrengend ist und schnell langweilig wird. Sie fördern daher den natürlichen Bewegungsdrang  das Umdrehen oder Rollen und die ersten Krabbelversuche. Auch bei diesen Bewegungen werden Muskelpartien trainiert, die später bei den Sitzversuchen unverzichtbar sind.

Eine leichte Unterstützung für die natürliche Entwicklung leisten Sie auch mit dem Hochzieh-Spiel. Dabei nehmen Sie die Hände Ihres Nachwuchses fest in die Hand und ziehen es dann langsam hoch.

Eine leichte Unterstützung für die natürliche Entwicklung leisten Sie auch mit dem Hochzieh-Spiel. Dabei nehmen Sie die Hände Ihres Nachwuchses fest in die Hand und ziehen es dann langsam hoch. (#03)

Das Hochzieh-Spiel

Eine leichte Unterstützung für die natürliche Entwicklung leisten Sie auch mit dem Hochzieh-Spiel. Dabei nehmen Sie die Hände Ihres Nachwuchses fest in die Hand und ziehen es dann langsam hoch. Achten Sie dabei darauf, dass sich Ihr Baby langsam aufrichtet und Wirbel für Wirbel in eine aufrechte Position bringt. Ebenso wichtig, wie das langsame Aufrichten, ist das langsame Ablegen. Auch hierbei sollten Sie Wirbel für Wirbel wieder in eine liegende Position bringen.

Sie werden bei diesem Spiel schnell beobachten, wie stolz Ihr Nachwuchs ist, sobald eine aufrechte Position erreicht ist. Die meistens Babys haben an diesem Spiel großen Spaß. Sollten Sie jedoch Unlust beobachten, dann warten Sie mit dem Hochzieh-Spiel einfach noch einige Wochen. Schließlich sollte die Entwicklung immer natürlich erfolgen und vor allem Spaß machen.

So fördern Eltern eine sichere Sitzposition

Bei den ersten Sitzversuchen bieten Sie Ihrem Nachwuchs eine Unterstützung, indem Sie die Umgebung gut polstern. Sollten die ersten Versuche des Aufsetzen nicht gelingen, ist das Umkippen gut gepolstert und hat keine Verletzungen zur Folge. Außerdem bieten Kissen eine Möglichkeit zum Festhalten und Ausbalancieren. Ebenfalls förderlich ist es, wenn Sie Anreize bieten.

Das kann ein beliebtes Spielzeug sein, nach dem Ihr Nachwuchs greifen möchte und im Sitzen spielen kann. Eltern sollten gerade in den ersten Monaten immer in der Nähe des Kindes sein, um ihm ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Zwar muss Ihr Nachwuchs ab dem achten Monat selbst die Sitzposition einnehmen, alleine Ihre Anwesenheit gibt ihm jedoch Sicherheit und ist eine Motivation für diese Herausforderung.

Mit der wachsenden Neugierde auf die Welt wächst auch der Bewegungsdrang und der führt zwangsläufig nach dem Krabbeln zu den ersten Sitzversuchen.

Mit der wachsenden Neugierde auf die Welt wächst auch der Bewegungsdrang und der führt zwangsläufig nach dem Krabbeln zu den ersten Sitzversuchen. (#04)

Vermeiden Sie Haltungsschäden bei Ihrem Kind

Der Grundstein für spätere Haltungsschäden kann schon in den ersten Monaten des Lebens gelegt werden. Neben Verspannungen, die nur temporär eine Last für Ihren Nachwuchs sind, ist vor allem das zu frühe Aufrichten bei Babys kritisch zu betrachten. Manche Eltern versuchen bereits vor dem sechsten Monat die Sitzposition zu erreichen.

Warten Sie stattdessen die natürliche Entwicklung ab und lassen Sie Ihrem Sonnenschein genau die Zeit, die er benötigt. Mit der wachsenden Neugierde auf die Welt wächst auch der Bewegungsdrang und der führt zwangsläufig nach dem Krabbeln zu den ersten Sitzversuchen. Ob diese im sechsten, achten oder zehnten Monat unternommen werden, spielt für die spätere Weiterentwicklung keine Rolle. Wer später die Sitzposition einnimmt, wird nicht automatisch auch die späteren Entwicklungsschritte mit Verzögerung durchlaufen.

Was mache ich, wenn mein Kind nicht sitzen möchte?

Auch wenn als Richtwert für die Frage „Ab wann dürfen Babys sitzen?“ der achte Lebensmonat gilt, ist das keine Zielmarke, die Sie und Ihr Nachwuchs erreichen müssen. Manche Kinder lassen sich bei der Entwicklung mehr Zeit und erlernen vor der Sitzposition andere Dinge, die sie spannender finden und ihre Altersgenossen zu diesem Zeitpunkt noch nicht beherrschen.

Manchmal liegt der Fokus beispielsweise auf der Ernährung oder dem Nachahmen von Lauten. Sie müssen sich daher keine Sorgen machen, wenn Ihr Nachwuchs im achten Lebensmonat noch keine Versuche zum Aufsetzen zeigt. Erzwingen Sie diese Position nicht, denn dann greifen Sie in einen natürlichen Entwicklungsprozess ein und verursachen möglicherweise Haltungsschäden.

Wenn Ihr Kind nach dem ersten Geburtstag noch immer nicht sitzt, kontaktieren Sie Ihren Kinderarzt. Er kann schnell herausfinden, ob die Entwicklungsverzögerung gesundheitliche Ursachen hat oder einfach etwas Geduld gefragt ist. Hilfreich kann es auch sein, wenn Sie sich mit Kindern im gleichen Alter treffen, denn Kleinkinder lernen von ihrer Umwelt und schauen sich Bewegungen gerne bei Altersgenossen ab. Das stellt einen Anreiz dar und weckt den Ehrgeiz.

 Dazu ziehen sich Kinder an Gegenständen hoch und halten sich zunächst daran fest.

Dazu ziehen sich Kinder an Gegenständen hoch und halten sich zunächst daran fest. (#05)

Was kommt nach dem Sitzen?

Stellen Sie sich nicht mehr die Frage „Ab wann dürfen Babys sitzen?“, weil Ihr Nachwuchs bereits aufrecht sitzt? Dann ist der nächste Schritt auf dem Weg in ein selbstständiges Leben das Aufstehen. Dazu ziehen sich Kinder an Gegenständen hoch und halten sich zunächst daran fest. Sobald sie beim Stehen eine gewissen Sicherheit erreicht haben, folgen die ersten Schritte. Machen Sie spätestens bei den ersten Aufstehversuchen Ihre Wohnung kindersicher.

Decken auf niedrigen Tischen, zerbrechliche Dekorationsgegenstände und instabile Gegenstände bergen beim Hochziehen eine Gefahrenquelle und sollten zumindest zeitweise aus der Wohnung geräumt werden. Außerdem sollten Sie spätestens jetzt einen ausreichenden Schutz an der Treppe anbringen.

Wie Sie sehen, wird es auch nach den ersten Sitzversuchen nicht langweilig und die Weiterentwicklung Ihres Kindes schreitet schnell voran. Genießen Sie die kleinen Fortschritte im Alltag, die sich nach Schwangerschaft und Geburt beinahe überschlagen, und halten Sie sie als Erinnerung auf Fotos fest!

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Ein Baby lernt das Sitzen etwa ab dem achten Monat. (#06)

Wissenswertes zur Frage: Ab wann dürfen Babys sitzen?

Nach den aufregenden Monaten der Schwangerschaft und dem emotionalen Moment der Geburt ist der Entwicklungsprozess des Nachwuchses für Eltern ein spannendes Erlebnis. Alleine lernen die Kleinen zunächst die Bauchlage, das Kopfheben, Krabbeln und schließlich das Aufsetzen. Alles Wissenswerte über diesen Entwicklungsschritt finden Sie als Eltern hier kurz zusammengefasst:

  • Ein Baby lernt das Sitzen etwa ab dem achten Monat.
  • Voraussetzung für die Sitzposition sind ausreichend starke Muskeln in Rücken, Nacken und Bauch, die sich die ersten Monate nach der Geburt entwickeln.
  • Gute Vorbereitungen für diesen Entwicklungsschritt sind ein Tragetuch, das Hochzieh-Spiel und die Bauchlage mit anschließendem Krabbeln.
  • Polstern Sie die ersten Sitzversuche mit weichen Kissen und einem bequemen Untergrund.
  • Vermeiden Sie den zu langen Einsatz einer Babytrage, um Rückenschäden oder Haltungsschäden zu verhindern.
  • Warten Sie ab, bis Ihr Nachwuchs sich von selbst in eine sitzende Position begibt und bieten Sie dann Unterstützung an.
  • Sobald Ihr Nachwuchs in einem Hochstuhl sitzt, können Sie sich der Ernährung widmen und die ersten eigenen Essversuche unterstützen.
  • Anders als oft vermutet, gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Bewegungsentwicklung.
  • Kinder sollten die Sitzposition alleine und aus eigener Neugierde lernen. Greifen Sie in diesen wichtigen Entwicklungsschritt nicht ein.
  • Informationen zum Thema „Ab wann dürfen Babys sitzen?“ erhalten Sie auch von Ihrem Kinderarzt.

Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild: highwaystarz-#01:Kena Siilike-#02: Firma V-#03:Svetlana Fedoseeva-#04:_Oksana Kuzmina-05: famveldman-:06: famveldman

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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