Alkohol in der Frühschwangerschaft und seine Folgen

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Noch ahnt sie nicht, dass sie ein Baby erwartet. Sie gießt sich einen Sekt ein, das dritte Glas an diesem Abend, stößt mit den Freunden an und genießt das sprudelnde Getränk. Schon drei Tage später macht sich das schlechte Gewissen bemerkbar, denn der Test ist positiv. Doch was bewirkt Alkohol in der Frühschwangerschaft wirklich? Wie wirkt er sich auf das Ungeborene aus und kann er eine Fehlgeburt hervorrufen?

Warum Alkohol in der Schwangerschaft ein Tabu ist

Es gibt sie noch, die Ärzte und Hebammen, die immer mal wieder sagen, dass ein Gläschen Alkohol schon nicht schaden wird. Egal ob Alkohol in der Frühschwangerschaft oder auch in späteren Phasen – er kann immer einen Einfluss auf das Ungeborene haben und auch nachhaltige Schäden hinterlassen. Alkohol kann die Organe sowie die Nerven von Fötus oder Embryo in der Entwicklung schwer schädigen. Besonders häufig betroffen sind Bereiche, wie das Gehirn. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert haben, weisen nicht selten später deutliche Schäden am Gehirn auf. Das Gehirn reift während der gesamten Schwangerschaft, der Prozess der Reifung wird nicht abgeschlossen, denn er geht noch weiter bis ins Erwachsenenalter. Das heißt aber auch, dass sich Alkohol immer auf das Gehirn auswirken kann, wenn sich das Baby noch im Mutterleib befindet. Er verhindert eine korrekte Vernetzung der Nervenzellen und kann das Wachstum des Gehirns verzögern.

Das Fetale Alkoholsyndrom, kurz FAS genannt, beschreibt eine Erkrankung eines Kindes, das im Mutterleib durch den Alkoholkonsum der Mutter mit Alkohol in Berührung gekommen ist. Betroffene Kinder weisen Verhaltensstörungen, körperliche Fehlbildungen sowie Konzentrationsschwierigkeiten auf. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Hierbei ist jedoch zu sagen, dass FAS vor allem bei einem starken Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auftritt.

Wichtig: Bereits mehr als ein Glas Alkohol pro Woche kann die Schädigung auslösen!

Wie sieht es bei Alkohol in der Frühschwangerschaft aus?

Bei dem oben genannten Beispiel handelt es sich jedoch nicht um einen bewussten Konsum. Zudem fand dieser in der Frühschwangerschaft statt. Wie sieht es also in diesem Fall mit einer Schädigung für das Ungeborene aus?

Wenn von Alkohol in der Frühschwangerschaft gesprochen wird, dann handelt es sich um den ersten Abschnitt der Schwangerschaft. In einem klassischen Zyklus von 28 Tagen findet der Eisprung um den 14. Zyklustag statt und damit auch die Befruchtung. Die befruchtete Eizelle macht sich auf den Weg um sich einzunisten. Wenn die Mutter in dieser Zeit Alkohol trinkt, dann kann dies sich durchaus schädigend auf die Eizelle auswirken. Wird diese jedoch geschädigt, dann nistet sie sich nicht ein sondern geht mit der nächsten Menstruation ab. Kommt es zu einer Einnistung, so findet diese rund zehn bis 14 Tage statt, nachdem die Befruchtung durchgeführt wurde. Mit der Einnistung erfolgt auch der Anschluss des Embryos an den Blutkreislauf. Die Nährstoffe werden ab diesem Zeitpunkt durch die Mutter übertragen. Damit kann das Kind auch mit dem Alkohol in Berührung kommen – körperliche und geistige Fehl- und Entwicklungsstörungen sind möglich.

Auch Alkohol in der Frühschwangerschaft ist also bereits schädlich. Allerdings kann hier davon ausgegangen werden, dass die Natur bei einer möglichen Schädigung eine Weiterentwicklung des Embryos unterbindet.

Was vor dem Test an Alkohol getrunken wurde, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wichtig ist es jedoch, mit dem positiven Test sofort ausschließlich alkoholfreie Getränke zu sich zu nehmen. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, wird empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten.

Alles halb so schlimm?

Es gibt eine Langzeitstudie aus Großbritannien, die vom British Medical Journal Open veröffentlich wurde. Hier sollte bewiesen werden, dass Alkohol nicht immer Auswirkungen machen muss. So wurden Kinder beobachtet, deren Mütter in der Schwangerschaft über die gesamte Schwangerschaft verteilt höchstens sieben Gläser Wein oder Bier getrunken haben. Die Menge war begrenzt auf 700 ml Wein oder 1,4 Liter Bier. In der Studie konnte ein negativer Effekt durch den Alkohol nicht nachgewiesen werden.

Dennoch zeigt diese Studie nicht, ab welcher Menge dieser Effekt eintritt. Zudem sind sich viele Erwachsene nicht darüber bewusst, dass ein ungeborenes Kind den Alkohol deutlich langsamer abbaut, als die Mutter. Wenn der Alkohol im Blut der Mutter bereits nachweislich nicht mehr zu finden ist, so muss der Fötus oder Embryo noch immer mit den Auswirkungen umgehen, da der Abbau hier noch nicht abgeschlossen ist.

Bei Alkohol in der Frühschwangerschaft wirkt das Alles-oder-nichts-Prinzip. Jedes spätere Glas kann starke Auswirkungen auf das Baby haben.


Bildnachweis: © unsplash.com – Dogancan Ozturan

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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