Rauchen in der Schwangerschaft: Auswirkungen auf Mutter und Kind

2

Schwangere Frauen, die Zigaretten rauchen gefährden nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihres ungeborenen Kindes. Das in Zigaretten enthaltene Nikotin verbreitet sich in der Blutbahn der werdenden Mutter und leitet es über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Fötus. Doch auch während der Schwangerschaft selbst kann es zu Komplikationen kommen.

Gefahren für die Mutter?

Allein für Sie als Mutter selbst stellt das Rauchen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Das Nervengift Nikotin ist der wesentliche Suchtstoff in den Zigaretten und?sorgt bei regelmäßigem Konsum bereits nach 6 Wochen für eine Abhängigkeit.

Werdende Mütter erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt, Blutungen sowie einem vorzeitigen Sprung der Blase. Ebenfalls besteht ein erhöhtes Risiko an einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft zu leiden. Zusätzlich kann es zu Störungen der Plazenta kommen:

  • Vorzeitige Plazenta-Ablösung
  • Plazenta-Insuffizienz
  • Vorderwand-Plazenta

Beeinträchtige Entwicklung im Mutterleib

Neben den bekannten Gefahren für die eigene Gesundheit ist vor allem der Fötus im Mutterleib den Auswirkungen des Niktonkonsums schutzlos ausgesetzt – dies gilt für Aktiv- wie Passivrauchen der Mutter. Sämtliche Giftstoffe, die von der Schwangeren während des Rauchens einer Zigarette aufgenommen werden, haben einen unmittelbaren Einfluss auf den Mutterkuchen (Plazenta).

Infolge entsteht eine Minderversorgung für das Ungeborene – es leidet unter Nährstoff- und Sauerstoffmangel. Aus diesem Grund sind Babys von rauchenden Müttern bei der Geburt oftmals kleiner und untergewichtig. Zudem kommen sie häufig zu früh zur Welt.

Mit?jeder gerauchten Zigarette oder Kontakt zu Passivrauch vermindert sich das Gewicht Ihres Babys und die Gesundheitsrisiken steigen. Folgende Gefahren sollten Sie keinesfalls unterschätzen:

  • 60% höhere Wahrscheinlichkeit eines Herzfehlers
  • niedriges Gewicht bei der Geburt
  • verschlechterte Herzfrequenzen
  • schlechte Werte des APGAR-Tests

Durch den direkten Einfluss von Nikotin auf die Plazenta kommt es zu frühzeitigen Verkalkungen und der Gefahr, dass diese sich vorzeitig ablöst. Das wiederum bringt das Ungeborene in eine lebensgefährliche Situation, bevor es das Licht der Welt erblickt hat.

Viele rauchende Schwangere lassen sich gerne ihr Gewissen beruhigen mit der Aussage, dass ein sofortiger Stopp mit den Zigaretten einen schlimmen Entzug für das Ungeborene bedeuten würde. Allerdings ist diese These nicht haltbar, denn jeder Rauchstopp ist eine Wohltat für Sie und Ihr Kind. Wenn Sie noch vor?Beginn der 15. Schwangerschaftswoche den Nikotinkonsum beenden, sorgen Sie so für einen radikalen Rückgang des Risikos einer Frühgeburt und weiteren verheerenden Komplikationen.

Gefahren nach der Geburt?

Frauen, die es während der Schwangerschaft nicht schaffen mit dem Rauchen aufzuhören, riskieren folgende Gesundheitsgefahren für ihr Kind:

  • leistungsschwaches Immunsystem
  • Herzfehler
  • doppeltes Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • der plötzliche Kindstod (SIDS)
  • versterben des Babys wenige Tage nach der Entbindung
  • Störungen in der Entwicklung und des Wachstums
  • verschlechterte Konzentrationsfähigkeit
  • Allergien
  • Erkrankungen der Atemwege wie beispielsweise Asthma

Auch wenn das Baby einer rauchenden Mutter gesund zur Welt gekommen ist, bedeutet dies nicht, dass jede Gefahr vorbei ist. Denn wenn Sie als stillende Mutter weiter rauchen, versorgen Sie Ihr Neugeborenes weiterhin mit den giftigen Stoffen durch die Muttermilch. Die Milch der Mutter erfüllt wichtige Funktionen und versorgt das Kind mit Nährstoffen, die lebenswichtig sind. Dazu gehören?z.B. Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Fett, Vitamine, Spurenelemente und Eiweiß. Außerdem erhält das Neugeborene wichtige Abwehrstoffe, dass es vor Infektionen und späteren Allergien schützt.

Nikotinkonsum während der Stillzeit kann sowohl die Zusammensetzung?der Muttermilch und als auch die produzierte Menge beeinträchtigen. Der Säugling nimmt durch die Muttermilch sämtliche Schadstoffe ungefiltert auf.

Familienplanung ebenfalls beeinträchtigt

Oftmals machen sich Paare vor der Schwangerschaft keine Gedanken über ihren Zigarettenkonsum und die daraus entstehenden Folgen für die Fruchtbarkeit. Dabei wirkt sich ein Konsum von 5 Zigaretten pro Tag bereits negativ auf die Fruchtbarkeit von Mann und Frau aus. Bei Frauen kommt es z.B. zu einer verminderten Konzentration weiblicher Hormone, die maßgeblich für eine erfolgreiche Befruchtung verantwortlich sind. Bei Männern trägt das Rauchen entscheidend dazu bei, dass sich das Spermiogramm verändert. Die Giftstoffe, die vom Mann während des Rauchens aufgenommen werden, können das Erbgut der Spermien schädigen und so für Anomalien sorgen. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bereits zu Beginn der Familienplanung mit den möglichen Folgen des Nikotinkonsum auseinandersetzen und einen Rauchstopp anstreben.


Bildnachweis: © Fotolia – highwaystarz

Über den Autor

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo, ich werde im Juni Mama und habe mich natürlich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. Ein sehr interessanter Artikel der viele (werdende) Mütter zum Nachdenken anregen sollte.
    LG Caro

Lassen Sie eine Antwort hier