Subileus: gerade in der Schwangerschaft ein hohes Risiko

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Schwangerschaften sind kein Spaziergang für den Körper einer Frau: die meisten werdenden Mütter empfinden dabei viele schöne Gefühle, sollten aber die physische Belastung nicht unterschätzen. Durch das heranwachsende Baby verschieben sich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel die inneren Organe, allen voran Dick- und Dünndarm, um dem Baby Platz zu machen. Dadurch steigt auch das Risiko eines teilweisen oder vollständigen Darmverschlusses, der Mediziner bezeichnet dies als Subileus oder Ileus. Während ein teilweiser Darmverschluss noch gut behandelt werden kann, ist der vollständige Ileus ein lebensbedrohlicher Krankheitszustand und muss sofort operativ behandelt werden.

Subileus? Ileus?

Ist die Nahrung in Dick- und Dünndarm angekommen, handelt es sich nur noch um teilverdauten Nahrungsbrei. Normalerweise rutscht er durch den Darm und wird danach ausgeschieden, da er nur noch sehr wenige verwertbare Nährstoffe enthält. Ein Darmverschluss passiert, wenn die Nahrung nicht mehr den Darm passieren kann, da sie beispielsweise durch einen Fremdkörper oder eine Engstelle blockiert wird. Gelangt noch ein Teil des Nahrungsbreis weiter voran, spricht man vom Subileus, dem teilweisen Darmverschluss. Dann kann es sein, dass er sich unter ärztlicher Beobachtung und sanftem Eingreifen noch löst und der Patient nach Hause gehen darf. Ein Ileus dagegen ist ein kompletter Darmverschluss: es kann nichts mehr durch den Darm passieren. Dies kann unbehandelt zum Riss der Darmwand und zum Tod des Patienten führen, sei es durch innere Blutung oder Sepsis. Bevor das jedoch geschieht, verspürt der Patient so starke Schmerzen, dass er sich von allein in ärztliche Behandlung begibt. Besonders der Subileus ist in der Schwangerschaft nicht selten, da das Baby je nach Größe, Lage und Position der inneren Organe der Frau durchaus ungünstig auf den Darm drücken kann. Nicht zuletzt kann sich auch die Verdauung selbst ändern und somit zum Subileus führen.

Symptome eines Subileus in der Schwangerschaft

Leider überschneiden sich die Symptome eines Subileus mit ganz normalen körperlichen Veränderungen einer Schwangerschaft. Deswegen ist er nicht immer leicht zu erkennen, obwohl die Symptome eines gefährlichen Darmverschlusses viel stärker und schwerer auszuhalten sind. Befindet sich der Subileus in den oberen Bereichen des Verdauungstraktes, ist die Frau von starkem Erbrechen, Oberbauchschmerzen und permanenter Übelkeit betroffen. Diese Symptome bessern sich nicht mehr, vielmehr werden sie immer schlimmer. Beim Subileus in den unteren Teilen des Darms kommen zu diesen Symptomen Bauchkrämpfe und starke Blähungen hinzu. Sitzt der Verschluss dagegen im Dickdarm, beginnen die Symptome meist mit ausbleibendem Stuhlgang, die Bauchschmerzen kommen danach. Im gefährlichen Stadium kommt es schlimmstenfalls zum Stuhlerbrechen. Wird ein Subileus nicht rechtzeitig bemerkt, können Darmbakterien ins Blut übergehen und zu Schocksymptomen wie einer Tachykardie und niedrigem Blutdruck führen. Bei einer Schwangeren ist Ohnmacht dann nicht selten. Diese Schocksymptome können im weiteren Verlauf zu Multiorganversagen und somit zum Tod des Patienten führen – in der Schwangerschaft auch unmittelbar zum Tod des ungeborenen Kindes.

Subileus oder Schwangerschafts-Erscheinungen?

So bedrohlich ein Subileus auch klingt, keine Schwangere muss deswegen beim geringsten Bauchschmerz zum Arzt hetzen. Charakteristisch für einen Darmverschluss während der Schwangerschaft ist das Ausbleiben des Stuhls oder zumindest eine starke Verringerung der normalen Funktion. Die Übelkeit und das Erbrechen lassen sich durch nichts stillen und gehen häufig mit Bauchkrämpfen einher, was Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Wochen meist nicht tut. Wer bereits eine Magen-Darm-Grippe erlebt hat, wird sich bei Subileus-Symptomen an diese erinnern. Blähungen treten bei manchen Schwangerschaften zwar häufiger auf, doch wenn sie nicht mit Bauchschmerzen und Verstopfung einhergehen oder weitere Symptome eines möglichen Subileus mitbringen, dann sind auch sie wahrscheinlich ungefährlich.

Was tut der Arzt bei Subileus-Verdacht?

Einer Schwangeren mit Verdacht auf Darmverschluss kann grundsätzlich jeder Arzt helfen. Er wird zunächst eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraums veranlassen, denn dadurch kann er meistens schon sehen, um was es sich handelt. Ein Darmverschluss, ob teilweise oder vollständig, ist mittels Ultraschall gut zu erkennen. Ist eine Verstopfung zu sehen, geht es um die Bestimmung, ob Nahrungsbrei noch teilweise durch den Darm gelangt oder ob der Verschluss vollständig ist. Bei einem teilweisen Darmverschluss, dem für die Schwangerschaft typischen Subileus, kann in der Regel medikamentös behandelt werden. Die Frau wird dennoch stationär aufgenommen, um ihren Zustand zu überwachen. Währenddessen bekommt sie abführende Medikamente und notfalls intravenös zugeführte Nahrung, um den Kreislauf zu stabilisieren. Löst sich der Subileus, darf sie danach wieder nach Hause. Handelt es sich dagegen um einen Ileus, einen vollständigen Darmverschluss, kommt keine schonende Behandlung mehr in Frage – eine Operation ist notwendig. Diese wird allerdings so durchgeführt, dass das Baby sie ebenfalls gut übersteht. Anschließend wird die Schwangere noch einige Tage im Krankenhaus überwacht, um sicherzustellen, dass sich der Darmverschluss wirklich vollständig gelöst hat.

Wie lässt sich ein Subileus während der Schwangerschaft verhindern?

Ein Subileus während der Schwangerschaft ist unter anderem deswegen nicht selten, da das Baby auf den Darm drücken und allein dadurch einen teilweisen Verschluss auslösen kann. Die Frau kann jedoch mit der richtigen Ernährung vorbeugen. Wichtig ist ballaststoffreiche Nahrung, da diese den Darm von innen reinigt und anders als sehr fetthaltige Nahrung kaum größere Klumpen bildet. Sehr fetthaltige Nahrung dagegen würde sogar bei nicht schwangeren Frauen ein gewisses Risiko des Darmverschlusses bergen. Viel frisches Gemüse und Obst sowie etwas Getreide, am besten Vollkornprodukte, sind während der Schwangerschaft anzuraten. Weiterhin ist es wichtig, viel zu trinken und während der Schwangerschaft ganz besonders auf die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit zu achten, da diese dem Nahrungsbrei hilft, den Darm ohne Verstopfung zu passieren. Auf diese Weise lässt sich ein Subileus während der Schwangerschaft bei den meisten Frauen gut verhindern.

Schwangerschafts-Verstopfung – ein Risikofaktor?

Manche Frauen leiden in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft unter Verstopfungen. Dies ist normal und in den meisten Fällen nur unangenehm, aber nicht gleich gefährlich. Trotzdem neigen Frauen, die häufiger unter Verstopfung während ihrer Schwangerschaft leiden, auch stärker zum Subileus. Am besten reagieren sie mit einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, denn dann können sie beobachten, ob die Verstopfungen zurückgehen. Außerdem ist es nie verkehrt, dies beim Gynäkologen anzusprechen, der untersuchen kann, ob die Schwangere etwas an ihrem Lebensstil verändern muss. Falls ja, kann er sie entweder selbst beraten oder sie zu einer guten Ernährungsberatung schicken. Falls es ein erhöhtes Subileus-Risiko gibt, was unter anderem durch vergangene Blinddarm-OPs gegeben sein kann – schwanger oder nicht -, sollte die Frau auf jeden Fall versuchen, einer nötigen OP aus dem Weg zu gehen. Diese wäre im Ernstfall zwar lebensrettend, jedoch ist ein operativer Eingriff für ein ungeborenes Baby eine immense Belastung. Gesunde Ernährung, die einen Subileus verhindern kann, tut dem Baby dagegen für seine Entwicklung nur gut – und der schwangeren Frau ebenfalls.


Bildnachweis: © freeimages.com – Penny Mathews

Über Iris Martin

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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