Umstellung Muttermilch auf Beikost

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Die Umstellung Muttermilch auf Beikost wird bei jedem baby irgendwann das Thema. In den ersten Lebensmonaten eines Babys ist die beste Nahrung die Muttermilch. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegt bei sechs Monaten Vollzeitstillen. Anschließend kann langsam mit der Umstellung auf Beikost begonnen werden. Neben der Beikost sollte das Baby weiterhin Muttermilch erhalten.

Muttermilch – die unterschätzte Nahrungsquelle

Immer mehr Eltern entdecken das Stillen wieder für sich. Was vor 100 Jahren noch selbstverständlich war, hat mit der zunehmenden Industrialisierung deutlich nachgelassen. Den Frauen und auch Männern wurde gezeigt, dass Babynahrung ebenso gut wie Muttermilch ist und die Beikost durchaus bereits mit 4 Monaten eingeführt werden kann. Dabei wurde jedoch vergessen, dass nicht jedes Baby zur gleichen Zeit die Beikostreife hat. Zudem ist Pulvermilch im Idealfall nur als Ersatz zu sehen, wenn das Stillen nicht möglich ist. Bei Muttermilch handelt es sich um Nahrung mit lebenden Organismen. Dies ist bei Pulvermilch nicht der Fall. Zudem passt sich Muttermilch von der Zusammensetzung und von der Temperatur hervorragend dem Baby an.

Beikost als zusätzliche Kost ansehen

Das Baby ist ein Säugling und im ersten Lebensjahr vor allem darauf ausgelegt, sich von Milch zu ernähren. Muttermilch ist also als Hauptnahrungsquelle anzusehen. Die Beikost ist eine langsame Einführung von der täglichen Nahrung und kann auf ganz unterschiedlicher Weise durchgeführt werden. Die klassische Variante ist es, mit einem Gemüsebrei zu beginnen und nach und nach, Woche für Woche, neue Nahrungsmittel einzuführen. So sollen die Mahlzeiten aus Muttermilch langsam ersetzt werden. Möchten Eltern klassische vorgehen, dann ist die Umstellung von Muttermilch auf Beikost wie folgt empfehlenswert:

    1. Ab dem 6. Monat zum Mittag mit wenigen Löffeln Gemüsebrei beginnen. Hier bieten sich Kürbis oder auch Pastinake an. Karotten können den Darm des Babys belasten. Zusätzlich zur Mahlzeit gibt es Muttermilch nach Bedarf.
    2. Jede Woche wird ein neues Nahrungsmittel eingeführt und das erst einmal Mittags. Das heißt, in der folgenden Woche kommen Kartoffeln dazu, dann vielleicht ein anderes Gemüse oder auch Fleisch. Muttermilch wird weiter nach Bedarf gegeben.
    3. Nach dem Mittagsbrei kann der Nachmittagsbrei oder auch der Abendbrei folgen. Hier entscheiden Eltern, was sie für besser erachten. Es bietet sich an, Schmelzflocken mit Wasser und Obst anzurühren und diese anzubieten. Auch die Obstsorten sollten nach und nach eingeführt werden. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, ob das Baby möglicherweise ein Nahrungsmittel nicht verträgt.
    4. Über mehrere Wochen hinweg werden so nach und nach die Mahlzeiten eingeführt und die Muttermilch langsam ersetzt.

Da das Baby gerade in der ersten Zeit nur sehr wenig Brei aufnimmt, ist es empfehlenswert, weiter Muttermilch anzubieten. Wenn mindestens zwei Mahlzeiten Muttermilch komplett ersetzt sind, sollte zu dem Brei Wasser gereicht werden.

Baby Led Weaning – Umstellung Muttermilch auf Beikost ganz entspannt

Eine zweite Variante für die Umstellung Muttermilch auf Beikost ist das Baby Led Weaning, kurz auch als BLW bezeichnet. Hier geht es um die Selbstbestimmung des Babys. Das Baby entscheidet selbst, wann es wie viel Muttermilch zu sich nehmen möchte. Gleiches gilt für die Beikost. Hier wird kein Brei sondern Fingerfood angeboten. Da einige Babys keinen Brei mögen, kann BLW durchaus eine interessante Alternative sein. Auch in diesem Fall wird mit Gemüse begonnen. Dies kann gedünstet werden, damit es weicher für das Baby ist. Zudem erhalten Babys, die nach BLW gefüttert werden, eine Auswahl der gängigen Nahrungsmittel vom Familientisch, allerdings ungewürzt. Viele Eltern empfinden diese Methode als deutlich aufwendiger, andere Eltern kommen sehr gut damit klar. Wichtig ist, dass auf die Zeichen des Kindes geachtet wird. Aber: Beim BLW ist die Muttermilch noch länger Hauptnahrungsquelle des Kindes. Ist dies für die Eltern in Ordnung, dann ist BLW eine interessante Alternative zum Brei.

Die Beikostreifezeichen beachten bei der Umstellung Muttermilch auf Beikost

Nicht jedes Baby, das nun auf den Tag genau vier Monate oder auch sechs Monate alt ist, ist reif für die Beikost. Es gibt einige Beikostreifezeichen, die möglichst alle zutreffen sollten, bevor mit der Umstellung Muttermilch auf Beikost begonnen wird:

      • Das Baby hält den Kopf selbst
      • Das Baby sitzt und braucht hier nur noch wenig Unterstützung
      • Der Zungenstreckreflex ist nicht mehr vorhanden
      • Das Baby führt bewusst die Hand von selbst zum Mund
      • Das Baby interessiert sich für das Essen der Eltern
      • Das Baby bewegt den Mund, als würde es kauen, wenn es Essen sieht

Diese Zeichen sind nur Empfehlungen für Eltern. Dennoch kann es eine gute Idee sein, darauf zu achten, ob der Nachwuchs generell Interesse am Essen hat. Zudem ist es empfehlenswert, entspannt an den Start mit der Beikost zu gehen. Hier lässt sich nur selten etwas erzwingen und schon in den Monaten der Beikosteinführung werden Grundlagen für das weitere Essverhalten eines Kindes gelegt.


Bildnachweis: © pixabay.com – beeki

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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