Kosovo: Tradition & Heirat – Sohn & Tochter

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Nach wie vor handelt es sich beim Kosovo um eines der ärmsten Länder der Welt. Dennoch gibt es einen Bereich, in dem die Kosten kaum eine Rolle spielen. Hierbei geht es um die Hochzeit. Sowohl die Kosovo-Tradition der Heirat beim Sohn als auch bei der Tochter ist mit einem rauschenden Fest verbunden. Die Zeit, wo die meisten Ehen noch arrangiert wurden, ist vorbei.

Die Vergangenheit bei der Hochzeitsplanung

Viele Jahrzehnte lang war das Heiraten im Kosovo kein Akt der Liebe sondern lediglich eine Verbindung von zwei Menschen, die Vorteile mit sich bringen sollen. So war es früher normal, dass im Kosovo die Tradition bei Heirat von Sohn oder Tochter besagte, dass der Partner von den Eltern ausgewählt wurde. Hierbei wurde kaum Rücksicht auf das Alter oder die Wünsche der Kinder genommen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wurden die Partner auf Basis des Reichtums, des Wohlstandes und des Namens ausgesucht. Diese Zeiten sind lange vorbei. Es gibt zwar noch einige ländliche Gegenden im Kosovo, wo nach wie vor arrangierte Ehen zu finden sind. Hier ist es aber eher so, dass durch die Eltern Vorschläge für einen Partner gemacht werden. Diese Vorschläge können durchaus auch abgelehnt werden.

In den Großstädten suchen sich die Menschen inzwischen ihren Partner selbst aus. In den meisten Familien wird die Wahl auch einfach so akzeptiert. Es gibt zwar noch die Möglichkeit, dass die Eltern ein Veto einlegen. Dies wird aber nur dann genutzt, wenn die Wahl des Partners tatsächlich in den Augen der Eltern nicht gut getroffen zu sein scheint. In ganz traditionellen Familien wird an dieser Tradition noch ein wenig mehr festgehalten als in modernen Familien.

Kosovo Tradition Heirat Sohn oder Tochter – die Kosten

Die Heirat im Kosovo war lange Zeit fernab jeglicher Romantik angesiedelt. Zwei Menschen werden verbuinden. Nicht einmal die Auswahl des Partners bleibt den beiden überlassen. Die Eltern entscheiden. Hinzu kommt das Gesetz des Kanun, das über Jahrhunderte eine brutale Form des Patriarchats etabliert hat. Sohn und Tochter tun sich schwer, die Ketten der Vergangenheit abzuwerfen. Zu lange klebt die Tradition an Sohn & Tochter. Doch die Zukunft kann einen Lichtblick in Heirat & Beziehung bringen. (#1)

Die Heirat im Kosovo war lange Zeit fernab jeglicher Romantik angesiedelt. Zwei Menschen werden verbuinden. Nicht einmal die Auswahl des Partners bleibt den beiden überlassen. Die Eltern entscheiden. Hinzu kommt das Gesetz des Kanun, das über Jahrhunderte eine brutale Form des Patriarchats etabliert hat. Sohn und Tochter tun sich schwer, die Ketten der Vergangenheit abzuwerfen. Zu lange klebt die Tradition an Sohn & Tochter. Doch die Zukunft kann einen Lichtblick in Heirat & Beziehung bringen. (#1)

Eine traditionelle Hochzeit im Kosovo kann durchaus über sieben Tage gehen. Das ist zwar nicht immer der Fall. Fakt ist aber, dass es sich um ein rauschendes Fest handelt, bei dem die Kosten durchaus auch stark in die Höhe gehen können. Bei den Brautgeschenken handelt es sich um einen erheblichen Betrag, der einen großen Teil der Kosten abdecken soll. Der Rest wird vom Bräutigam gezahlt, die Familie der Braut muss hier kaum etwas an Kosten tragen. Zudem hat die Braut für den Hochzeitstag mehrere Kleider und zieht sich mehrfach um. Sie trägt ein Hochzeitskleid und für den Abend gibt es mehrere Kleider für einen Wechsel.

Kosovo Tradition Heirat Sohn oder Tochter – so läuft die Feier ab

Wenn eine traditionelle Hochzeit im Kosovo gefeiert wird, dann geht diese über sieben Tage. Meist beginnt sie am Freitag und geht bis zum Freitag die Woche darauf. Teilweise gibt es auch Feierlichkeiten, die am Montag beginnen und dann bis Mittwoch reichen. Der erste Tag der Feierlichkeiten wird gemeinsam mit den Familienmitgliedern begangen. Die Frauen singen traditionelle Lieder, es wird gemeinsam gegessen und getrunken. Zudem werden die gekauften Kleider sowie der Schmuck angesehen, der auf der Hochzeit getragen wird. Die Hochzeit selbst beginnt erst am Abend. Auch im Kosovo wird die Torte um Mitternacht angeschnitten. In den nachfolgenden Tagen kommen dann die Verwandten der Braut, sehen sich gemeinsam die Geschenke an und es wird weiter zusammen gegessen und getanzt. Wie viele Tage eine traditionelle Hochzeit wirklich geht, ist durchaus auch abhängig von den finanziellen Mitteln, die ein Paar aufbringen kann.

Ein Ja-Wort gibt es nicht

Traditionell werden die ersten Feierlichkeiten nur mit der Familie der Braut begangen, es gibt keinen ersten gemeinsamen Tag mit dem Bräutigam. Er und die Braut kommen erst dann zusammen, wenn seine Familie sie von ihrer Familie abgeholt hat. Das klassische Ja-Wort zwischen Mann und Frau gibt es nicht im Kosovo. Die Väter von Braut und Bräutigam erledigen dies für das Paar. Wenn die Braut dann zu Hause abgeholt wird durch die Familie des Mannes, dann besiegeln, die Familien zusammen die Übergabe und die Hochzeit ist vollzogen.

Hochzeiten haben im Kosovo eine ganz besondere Bedeutung und so ist es kaum verwunderlich, dass es überall Geschäfte gibt, die sich auf Hochzeiten, Brautmoden und Dekoration spezialisiert haben. Inzwischen ist es so, dass jedes fünfte Geschäft im Kosovo mit Hochzeiten zu tun hat. Daran wird deutlich, wie hoch der Stellenwert tatsächlich ist und wie viel Geld hier auch in die Hochzeits-Industrie fließt, wenn gemeinsam gefeiert wird.


Bildnachweis: © pixabay.com – Titelfoto Bessi, #1 vhsrt-just

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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