Informationen: Fettsucht in der Schwangerschaft

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Dass das Gewicht in der Schwangerschaft steigt, ist völlig normal. Nicht normal ist aber, wenn es förmlich explodiert. Die Diagnose Fettsucht – medizinisch Adipositas genannt – ist erst einmal erschreckend. Schon das Wort an sich hat einen negativen Beigeschmack! Und was sind mögliche Folgen der Fettsucht? Finden Sie im Folgenden Informationen zur Fettsucht, zu Risiken und zur Prävention.

Informationen zur Fettsucht: Essen für zwei?

Dass eine Schwangere für zwei essen muss, ist ein altbekannter Spruch. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass diese Aussage schlichtweg falsch ist und auf irrtümlichen Informationen beruht. Im Grunde reicht ein Butterbrot am Tag aus, um den zusätzlichen Bedarf zu decken, selbst bei stillenden Müttern liegt er nur bei etwa 500 kcal am Tage mehr.

In den letzten dreißig Jahren konnte bei entsprechenden Studien deutlich festgestellt werden, dass die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft steigt. Durchschnittlich nehmen Schwangere rund drei Kilogramm mehr zu als noch im Jahr 1980. Dabei gibt es noch einen Unterschied zwischen Frauen, die normalgewichtig in die Schwangerschaft gestartet sind und solchen, die ohnehin schon Übergewicht mitbrachten. Erstere nehmen im Durchschnitt etwa 40 Prozent mehr zu, als durch das Institute of Medicine empfohlen wird. Mehr als 60 Prozent der Schwangeren, die unter Adipositas leiden, liegen mit der Gewichtszunahme über den empfohlenen Werten. Ist die Schwangere erst adipös, ist guter Rat teuer.

Infografik: Informationen zur Fettsucht. Zunahme des Bodymass-Index (BMI) zwischen 1980 und 2008 - Frauen.

Infografik: Informationen zur Fettsucht. Zunahme des Bodymass-Index (BMI) zwischen 1980 und 2008 – Frauen.

Gründe für den steigenden Anteil von Übergewicht und Adipositas

Wer Informationen zur Fettsucht sucht, wird auch nach den Gründen suchen, die dem Übergewicht oder der Adipositas zugrunde liegen. Unter anderem liegt hier ein Bildungsproblem vor, denn immer noch wissen viele Frauen gar nicht, dass sie nicht viel mehr essen müssen als vor der Schwangerschaft. In erster Linie meinen es die werdenden Mütter gut mit sich und dem Kind, wollen sie doch alle Nährstoffe in ausreichender Menge bereitstellen. Dass das nicht mit einem Plus an Kalorien einhergehen muss, ist nicht bekannt. Die bewusstere Ernährung und Informationen zu dieser sind immer noch Mangelware. Apropos Informationen: Viele Frauen denken, durch ein Zuviel an Bewegung ihr Kind zu gefährden. Das ist aber ein Irrtum, denn Bewegung tut Mutter und Kind gut und verhindert das Ansetzen unnötiger Pfunde. Der behandelnde Frauenarzt kann entsprechende Informationen rund um ideale Bewegungsmöglichkeiten geben.

Informationen zur Fettsucht: Was ist im Körper los?

Der Körper rüstet sich für schlechte Zeiten: Wenn mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird, wird diese erst einmal „gesichert“. Das geschieht in Form von Fettzellen, die bei Bedarf wieder abgebaut werden. Vergrößert sich aber das Fettgewebe, können dort Immunzellen einwandern, welche wiederum gemeinsam mit den Fettzellen Entzündungsfaktoren bilden. Eigentlich soll damit ein weiteres Fettwachstum verhindert werden. Ähnliche Reaktionen zeigt auch die Plazenta einer schwangeren Frau. Die Folge: Die Stoffwechselvorgänge verändern sich, was aber auch Auswirkungen auf das Kind hat.

Infografik: Informationen zur Fettsucht. Zunahme des Bodymass-Index (BMI) zwischen 1980 und 2008 - Männer.

Infografik: Informationen zur Fettsucht. Zunahme des Bodymass-Index (BMI) zwischen 1980 und 2008 – Männer.

Informationen zur Gewichtszunahme und Fettsucht: Was ist noch normal?

Durch die Schwangerschaft gerät vieles aus dem Gleichgewicht und es ändern sich alltägliche Gewohnheiten und übliche Abläufe. Sport? Ach nein, heute lieber nicht. Aber eine kleine Nascherei vor dem Schlafengehen, damit der Hunger am nächsten Morgen nicht so groß ist – gerne doch! Diese Situationen kennen viele Schwangere und es bedarf kaum weiterer Informationen, um zu wissen, dass dies die besten Voraussetzungen für Übergewicht sind.
Normalerweise steigt das Gewicht vor allem in den letzten Schwangerschaftsmonaten rasant an, wobei es nicht alles Fett ist, was eingelagert wird. In erster Linie handelt es sich um Wassereinlagerungen, die für die Versorgung des Babys und der Plazenta, außerdem für die regelmäßige Erneuerung des Fruchtwassers benötigt werden.

Es gibt heute keine festen Vorgaben mehr, wie viel eine Frau höchstens zunehmen sollte, die Empfehlungen richten sich außerdem nach dem Gewicht vor der Schwangerschaft. Ein wichtiger Maßstab ist dabei der BMI. Der Body-Mass-Index wird dabei wie folgt eingeteilt:

  • unter 18,5: Untergewicht
  • zwischen 18,5 und 25: Normalgewicht
  • zwischen 25 und 30: Übergewicht
  • ab 30: Adipositas (Fettsucht)

Ein erhöhtes gesundheitliches Risiko lässt sich daraus aber noch nicht ableiten, denn viele Menschen leben ohne Probleme mit einem leichten Übergewicht. Schwieriger wird es, wenn zum Beispiel eine Diabetes hinzukommt. Auch eine tatsächliche Fettsucht ist nicht unproblematisch.
Nun gibt es nach den oben genannten Werten für den BMI Empfehlungen für Schwangere, die laut dem Institute of Medicine wie folgt geregelt sind:

  • vor der Schwangerschaft untergewichtig: Zunahme zwischen 12,5 und 18 kg während der Schwangerschaft
  • vor der Schwangerschaft normalgewichtig: Zunahme zwischen 11,5 und 16 kg während der Schwangerschaft
  • Übergewicht vor der Schwangerschaft: Zunahme zwischen 7 und 11,5 kg während der Schwangerschaft
  • Fettsucht vor der Schwangerschaft: Zunahme zwischen 5 und 9 kg während der Schwangerschaft

Wer sich den BMI vor der Schwangerschaft ausrechnen lassen möchte und dazu eine Übersicht über die aktuelle Gewichtszunahme wünscht, sollte einmal die Seite von HIPP besuchen. Dort können die eigenen Daten eingegeben werden und es erfolgt sofort eine Auswertung. Diese Informationen können für die weitere Ernährung wichtig sein und auch für das Erkennen einer bereits vorhandenen Fettsucht.

Informationen zur Fettsucht: Übergewicht als Krankheitssymptom

Teilweise werden ärztliche Untersuchungen angeordnet, wenn das Gewicht durchschnittlich um mehr als ein halbes Kilogramm pro Woche ansteigt. Hier kann eine Präeklampsie vorliegen, eine Erkrankung, die durch die Schwangerschaft hervorgerufen wird und bei der Übelkeit, ein hoher Blutdruck, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten können. Diese Erkrankung ist lebensbedrohlich – sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Auch eine Schwangerschaftsdiabetes – ohne vorhandene Fettsucht – kann sich durch eine rasche Gewichtszunahme bemerkbar machen. Der Blutzuckerspiegel der Schwangeren erhöht sich rasch, die Folge kann eine Präeklampsie sein. Die ungeborenen Kinder wachsen meist sehr rasch und legen stark an Gewicht zu, was zu einer Erschwerung der natürlichen Geburt führen kann. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Informationen zu den Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft unter Übergewicht litten. Sie bringen deutlich mehr Fettmasse mit und laufen Gefahr, selbst an Fettsucht oder zumindest an Übergewicht zu erkranken.

Ernährungsgewohnheiten ändern: Informationen sind das A und O

Es ist anzunehmen, dass sich der Stoffwechsel des ungeborenen Kindes an die Gegebenheiten anpasst, die seitens der Mutter vorgegeben werden. Daher ist es für Frauen, die unter Übergewicht leiden, wichtig, möglichst rasch die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Dafür ist ein Ernährungstagebuch wichtig, denn hier können sämtliche Informationen zur Ernährung zum Beispiel für eine Woche festgehalten werden. Checklisten helfen dabei, die nötigen Informationen zusammenzutragen:

  • Welche Nahrungsmittel können ausgetauscht werden?
  • Welche Speisen sind besonders fettreich?
  • Was steht auf dem Speiseplan, das besonders gesund ist?
  • Sind Obst- und Gemüsemahlzeiten vorhanden?
  • Stehen Vollkornprodukte auf dem Plan?
  • Gibt es das allabendliche Betthupferl?

Diese und weitere Fragen helfen dabei, Informationen zu den eigenen Ernährungsgewohnheiten zu sammeln und einer Adipositas oder bereits vorher dem Übergewicht entgegenzuwirken.

Informationen zur Fettsucht: Risiken für Mutter und Kind

Laut aktuellen Informationen besteht bei rund einem Fünftel der Menschen aus Industrienationen eine Fettsucht. Die Adipositas ist damit einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit der Menschen. Schwangere, die unter Fettsucht leiden, sind hier noch einmal besonders gefährdet und stehen nicht umsonst als Risikoschwangere unter besonderer Beobachtung. Komplikationen sind deutlich häufiger als bei Schwangeren mit Normalgewicht.
Ein Problem ist die Fettsucht vor allem dann, wenn sie bereits vor der Schwangerschaft vorhanden war, selbst dann, wenn es sich nur um Übergewicht handelte. Dazu gab es in den Jahren 1994 bis 2002 eine umfassende Studie mit folgenden Ergebnissen:

Gesundheitliches Problem

Schwangere mit Adipositas

Schwangere mit Normalgewicht

Bluthochdruck 34,1 Prozent 3,9 Prozent
Schwangerschaftsdiabetes 13,5 Prozent 0,4 Prozent
Frühgeburtlichkeit 21,4 Prozent 11,7 Prozent
Spontangeburt 57,8 Prozent 77,6 Prozent
Kaiserschnitt 40,4 Prozent 20,4 Prozent
Verlegung des Kindes nach der Geburt in die Klinik 38,1 Prozent 20,1 Prozent

 

Diese Zahlen und Informationen belegen recht eindrucksvoll, wie problematisch ein Übergewicht oder gar eine Fettsucht in der Schwangerschaft sein kann. Wichtig ist für Frauenärzte, Hebammen und Geburtshelfer, dass sie die Frauen engmaschig betreuen und dass vor allem die Informationen zur Fettsucht weitergegeben werden.

Informationen zur Fettsucht: Mögliche Folgen von Übergewicht und Adipositas

Besteht ein Übergewicht oder wird dem Körper dauerhaft zu viel Energie zugeführt, so kann sich der Stoffwechsel verändern. Dazu kommt eine Insulinresistenz, was sich bei einer Blutuntersuchung durch freie Fettsäuren im Blut und durch eine erhöhte Glukoseaufnahme deutlich wird. Der Blutzucker wird vom Körper nicht mehr allein geregelt, eine Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge sein. Das Risiko, an dieser Diabetes zu erkranken, ist für Schwangere mit Übergewicht doppelt so hoch wie für normalgewichtige werdende Mütter. Dazu kommt die Resistenz des Körpers gegen Insulin, was die Gewichtszunahme verstärkt. Ödeme, ein hoher Blutdruck und die bereits erwähnte Präeklampsie können weitere Folgen sein. Das Kind von Schwangeren, die unter Fettsucht leiden, wird häufig zu groß und muss per Kaiserschnitt entbunden werden.

Informationen zum schweren Los der Kinder, die aufgrund der negativen Voraussetzungen in der Schwangerschaft auch häufig selbst mit Fettsucht zu kämpfen haben, finden Sie bei den Kinderärzten im Netz.
Interessante Ergebnisse einer bayerischen Studie zum Thema Übergewicht von Kindern und Schwangeren finden Sie hier.

Wo finde ich weitere Informationen zur Fettsucht und Rat?

Hier finden Sie weitere Informationen zur Fettsucht von offizieller Seite rund um das Thema Adipositas in der Schwangerschaft:

  1. Ärzteblatt
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
  3. Ärztezeitung

Bildnachweis: © Fotolia – viperagp

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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