Fliegen in der Schwangerschaft – Ist das gesund?

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Mit Babybauch in den Urlaub fliegen? Trotz vieler abenteuerlicher Geschichten ist das Fliegen in der Schwangerschaft in der Regel kein Problem. Auf ein paar Dinge sollte man dennoch achten.

Fliegen in der Schwangerschaft: Kein Ding der Unmöglichkeit!

Es kursieren die abenteuerlichsten Geschichten über das Fliegen in der Schwangerschaft: Der Druck beim Fliegen würde angeblich die Wehen und die geringere Sauerstoffkonzentration eine Fehlgeburt auslösen. Die meisten dieser Geschichten sind schlicht und ergreifend Quatsch. Zu diesem Ergebnis kam auch die ehemalige Professorin für Gynäkologie an der Universität Zürich Renate Huch, die bereits im Jahr 2001 zehn Schwangere auf zwanzig Flüge schickte und dabei unter anderem die Herzfrequenzen der ungeborenen Kinder beobachtete.

Im Rahmen der Untersuchungen konnte sie keinerlei Reaktion der Kinder auf angeblichen Sauerstoffmangel feststellen. Oft hören werdende Mütter auch von der angeblich zu hohen Strahlenbelastung beim Fliegen in der Schwangerschaft. Die zusätzliche Strahlenbelastung ist bei einem oder zwei Flügen aber so gering, dass sie tatsächlich schlicht ein theoretisches Risiko darstellt.

Erst wenn man während der Schwangerschaft täglich fliegt, würde die Strahlendosis den jährlichen Durchschnittswert am Boden um etwa 50 Prozent übersteigen und so zum Gesundheitsrisiko für Baby und Mutter werden. Wenn Sie also im vierten Monat schwanger sind, noch arbeiten und schnell zu einem Meeting nach London müssen oder aber Ihre Mutter nochmal in den USA besuchen wollen, bevor Ihr Baby auf die Welt kommt, dann ist das kein Problem.

 

Fliegen in der Schwangerschaft erfordert etwas mehr Vorbereitung als das „normale“ Vereisen mit dem Flugzeug. Generell sollte Sie als schwangere Frau über einen guten Gesundheitszustand verfügen. (#01

Fliegen in der Schwangerschaft erfordert etwas mehr Vorbereitung als das „normale“ Vereisen mit dem Flugzeug. Generell sollte Sie als schwangere Frau über einen guten Gesundheitszustand verfügen. (#01

Fliegen in der Schwangerschaft: Das sollten Sie als werdende Mutter wissen

Fliegen in der Schwangerschaft erfordert etwas mehr Vorbereitung als das „normale“ Vereisen mit dem Flugzeug. Generell sollte Sie als schwangere Frau über einen guten Gesundheitszustand verfügen. Die Gesundheit von der Mutter und dem ungeborenen Kind ist aber nicht das Einzige, was bedacht werden muss.

Airlines haben spezielle Bestimmungen über den Transport von Schwangeren. Die verschiedenen Anbieter nehmen werdenden Mütter also nicht zu jedem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft mit. Die International Air Transport Association, kurz IATA, empfiehlt Airlines, Frauen ab der 36. Woche der Schwangerschaft nur noch mit einem Attest des behandelnden Arztes zu transportieren, das die Flugtauglichkeit der Schwangeren ausdrücklich bescheinigt. Einige Airlines verlangen eine solche Bescheinigung bereits ab der 34. Woche, andere bereits ab Woche 28. Ein solches Attest kann in der Regel auch von der zuständigen Hebamme ausgestellt werden.

Während manche Fluggesellschaften ab der 36. Woche nur ein Attest verlangen, nehmen andere schwangere Frauen schon gar nicht mehr mit. All diese Regelungen haben den Zweck, die Fluggesellschaften vor den Kosten und Risiken einer Geburt an Bord zu bewahren.

Wichtig: Obwohl das Fliegen in der Schwangerschaft zu einem allzu späten Zeitpunkt weniger zu empfehlen ist, sollte man von zu frühen Reisen mit dem Flugzeug ebenfalls absehen. In den ersten drei Monaten befindet sich der Embryo in einer sensiblen Entwicklungsphase und ist deswegen sehr empfindlich.

Vor einem Flug sollte man sich als werdende Mutter also bei der betreffenden Airline ausreichend informieren und sich alle Unterlagen besorgen, die eventuell verlangt werden. So ist das Fliegen in der Schwangerschaft nicht zum Problem.

Video:Schwangerschaft: Ist Fliegen erlaubt?

Risikofälle: In diesen Fällen sollten Sie das Fliegen in der Schwangerschaft vermeiden

Es gibt ein paar Fälle, in denen Ärzte Schwangeren ganz deutlich vom Fliegen abraten. Mutter und Kind sind unter diesen Bedingungen einem höheren Risiko ausgesetzt. Zu diesen Fällen gehören zum Beispiel:

  • Problematische Schwangerschaften oder Fehlgeburten in der Vergangenheit
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Eine erhöhte Thrombosegefahr
  • Flugangst
  • Tipps für das Fliegen in der Schwangerschaft
Es gibt ein paar Fälle, in denen Ärzte Schwangeren ganz deutlich vom Fliegen abraten. Mutter und Kind sind unter diesen Bedingungen einem höheren Risiko ausgesetzt. (#02)

Es gibt ein paar Fälle, in denen Ärzte Schwangeren ganz deutlich vom Fliegen abraten. Mutter und Kind sind unter diesen Bedingungen einem höheren Risiko ausgesetzt. (#02)

Hier finden Sie nützliche Tipps für das Fliegen in der Schwangerschaft, die Ihnen bei der Planung ihres Urlaubs und Fluges helfen können.

  1. Schließen Sie eine Reiserücktritts- und eine Auslandskrankenversicherung ab, auch dann, wenn Sie nur innerhalb der EU unterwegs sind. Beachten Sie, dass viele Versicherer die Kosten für eine Geburt im Ausland nicht übernehmen.
  2. Statten Sie ihre Reiseapotheke entsprechend aus mit allem, was Sie im Ausland benötigen könnten und führen Sie stets den Mutterpass mit sich.
  3. Informieren Sie sich über die medizinische Versorgungssituation in Ihrem Zielland und über eventuelle Einreisebedingen für Schwangere.
  4. Trinken Sie während des Fluges ausreichend.
  5. Reservieren lohnt sich! Suchen Sie sich einen Platz am Gang oder Notausgang aus, so haben sie mehr Beinfreiheit.
  6. Ziehen Sie lockere und bequeme Kleidung an und versuchen Sie während des Fluges, immer wieder ein paar Schritte zu gehen.
  7. Besorgen Sie sich Thrombosestrümpfe. Sie schützen vor geschwollenen Füßen und helfen dabei, die Thrombosegefahr möglichst niedrig zu halten.

Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild:Rafael Ben-Ari-#01: Rafael Ben-Ari-#02:Q

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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